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Augsburg

09.09.2018

Sie transportieren die Kranken durch Augsburg

Für die Malteser im Einsatz: Armin Abbt (links) und Hans Ganesch transportieren kranke Menschen durch Augsburg.
Bild: Silvio Wyszengrad

Hans Ganesch und Armin Abbt arbeiten für die Malteser und kommen viel in der Stadt herum. Manchmal führt sie ihre Arbeit aber auch über die Region hinaus.

Einmal fuhr Hans Ganesch einen Patienten bis nach Hamburg. Ein Tourist war das, erinnert sich Ganesch, ein Mann, der Augsburg besichtigt und sich bei einem Sturz vom Fahrrad verletzt hatte. Der Hamburger musste liegen und in seine Heimat zurück, Ganesch und ein Kollege fuhren ihn schließlich mehr als 700 Kilometer in Richtung Norden, bis in die Hansestadt. Eine Strecke dieser Art, sagt Ganesch, sei aber die absolute Ausnahme, zwei, drei Mal habe er das vielleicht in seiner Berufslaufbahn erlebt.

Krankentransport in Augsburg: Fünf bis zehn Touren pro Tag

Ganesch, 51, ist Rettungsassistent bei den Augsburger Maltesern, sein Job ist der Krankentransport. Das heißt: Er fährt Menschen von A nach B, die gesundheitlich angeschlagen sind und deswegen alleine nicht ans Ziel kommen. Menschen, die ohne Hilfe„nicht weiterkommen, die nicht mobil sind“, sagt sein Kollege Armin Abbt, 60, ebenfalls Rettungsassistent. In der Regel sind beide in der Region Augsburg unterwegs, zwischen fünf und zehn Touren pro Arbeitstag ist der Alltag. Sie fahren kranke Menschen zum Beispiel von deren Wohnung zum Arzt oder ins Krankenhaus. Oder von einer Klinik zurück nach Hause. Oder in eine Pflegeeinrichtung. „Ich habe jede Ecke Augsburgs schon gesehen“, sagt Abbt. Er macht den Job seit vier Jahrzehnten, Ganesch ist seit 1998 in dem Beruf. Da kommt man rum.

An diesem Tag startet ihr Arbeitstag mit einer älteren Frau, die im Univiertel lebt und die Kniebeschwerden plagen. Hans Ganesch sitzt hinterm Steuer und lenkt den Einsatzwagen bis direkt vor die Haustür der Frau. Dort angekommen, steigen die beiden Rettungsassistenten aus und bringen die Seniorin mithilfe eines Transportstuhls in das Hintere des Fahrzeugs. Armin Abbt sitzt im hinteren Bereich des Transportfahrzeuges und redet routiniert mit der Frau. „Wie lange haben Sie schon Arthrose?“, fragt er. „Tut es jetzt gerade weh? Das hat einfach angefangen, oder?“ Die Details des Einsatzes sind auf dem Navigationsgerät im Wagen eingeblendet. „ZDF“, steht dort, was in diesem Fall für „Ziel durch Fahrer“ steht. Heißt: Ganesch und Abbt müssen selbst entscheiden, wo sie die Frau hinbringen.

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Ganesch lenkt das Fahrzeug der Malteser zum Diako in die Frölichstraße, zu einem Orthopäden. Nachdem die Frau in die Klinik gebracht ist, kümmern sich die beiden Rettungsassistenten um den nächsten Auftrag.

Dieses Mal geht es zu einer Frau in Kriegshaber, die dort aus der Klinik eines Herzspezialisten kommt und noch eine Nacht in einem Krankenhaus verbringen soll. Es sei wichtig, sagt Abbt, mit den Menschen zu reden, die transportiert werden müssen.

Auch wenn nicht jeder reden wolle. Es geht bei dem Job zwar nicht um akute medizinische Notfälle. Aber in ein Krankenhaus zu kommen, sei ja auch so eine Belastung, sagt Abbt.

Manche Patienten sind aggressiv oder alkoholisiert

Nicht jede Fahrt verläuft so unproblematisch wie jene der Seniorin mit Knieproblemen. Ganesch berichtet von Patienten, die aggressiv werden, von Menschen, die alkoholisiert oder psychisch krank sind. Wenn es darum geht, dass Menschen zwangsweise in eine psychiatrische Klinik eingewiesen werden, fahren Polizisten mit. Oder hinterher, wenn sich der Patient ruhig verhält. Derlei Touren stehen an diesem Tag nicht an. Die Frau, die Abbt und Ganesch abholen, kommt erneut ins Diako. Sie muss liegen, ansonsten ähnelt sich das Bild. Abbt redet mit ihr, Ganesch lenkt den Wagen zur Klinik. Er fahre beruflich wohl so um die 1000 Kilometer pro Woche, schätzt Ganesch. Ganz ohne Tagesausflüge nach Hamburg.

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