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Konzert

27.02.2015

Sieh an, Bodo Wartke kann tanzen!

Swingt auch optisch schon: Bodo Wartke mit Band statt am Klavier.
Bild: Kerpf

Mit Big Band wirkt der beliebte Liedermacher wie befreit. Aber ob die Lieder so noch funktionieren?

Ein Bodo-Wartke-Programm bleibt es doch: Auch mit Big Band und Backgroundsängerinnen ist die Handschrift des Liedermachers zu erkennen, der in seinen Texten trotz Modernität und Unverwechselbarkeit auch mal an Großmeister des schwarzen Humors wie Georg Kreisler andockt. „Loveparade“ etwa heißt der Walzer – aber verstärkt auf den Klang von 13 Instrumenten inklusive ironisch zwitschernder Querflöte klingt der eher nach „Tauben vergiften“ …

Mit dem exzellent bestückten „Capital Dance Orchestra“ aus der Kapitale Berlin tourt Bodo Wartke derzeit in „Swingender Notwendigkeit“, eine Kooperation, die 2011 in Wien ihren Anfang nahm und am Mittwoch im Kongress am Park über die Bühne ging. Dabei schaffte Bodo den Spagat, typisch Wartke zu bleiben und trotzdem den Fans etwas Neues zu bieten, die jeden Song auswendig kennen.

Ohne klavierbedingte Bewegungseinschränkung wirkte Bodo Wartke förmlich entfesselt, zeigte Tänzerqualität und Rocksänger-taugliche Springkünste, wirkte als bewusst charismatischer Sänger und Conférencier wie in seinem Element, dichtete gekonnt aus dem Stegreif, faszinierte und hatte die Fäden in der Hand. Mancher Song gewann durch die Orchesterversion noch hinzu, da Wartke, wie er sagte, beim Schreiben ja ohnehin schon orchestrale Klänge im Kopf hatte. Und dazu kamen dann noch Gags wie die angespielte Heavy-Metal-Version von „Ja, Schatz!“, die auch noch aufging. Solche Experimente sorgten dafür, dass der erste Teil des Abends wirkte wie eine Bewährungsprobe für die Musiker mit aufsteigendem Schwierigkeitsgrad – bis hin zu einer originalgetreuen Polka, in der ein kurzer Czárdás im Instrumentalteil die Kunstpausen des Originals farbig ersetzte.

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Es waren Stimmungsreisen allesamt, auch in Teil zwei, dann allerdings fürs Gemüt, da nachdenklicher und zwischendurch ruhiger. Starr und fließend zugleich war tatsächlich der testosteronarme Tango zum nachdenklichen „Monolog eines Denkmals“; mit Latin-Tänzen bestückt war die Tanzstunde mit der Femme fatale; etwas zu weichgespült aber klang die „testosterongeschwängerte“ Tango-Argentino-Nummer zu Ehren der „wahrscheinlich schönsten Eigenschaft von Frauen“. Jenem holden Geschlecht widmet Wartke ja ohnehin die bezauberndsten Balladen.

Im Finale dann aber! Da dockte Watzke swingend und rappend wieder an den „Sing Sing Sing“-ähnlichen Anfang an – er tauchte im tosenden Jubel unter.

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