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Auszeichnung

29.06.2018

Silberdistel für Fanklub mit Herz für kranke Kinder

Rudi Tausend ist Ehrenpräsident des FC-Bayern-Fanklubs „Red-White-Glammhogga“ aus Gablingen, der sich seit Jahren für krebskranke Kinder einsetzt.
Bild: Marcus Merk

Geschenke, Trost und Fahrten zur Allianz-Arena: Rudi Tausend und sein Bayern-Fanklub bereiten seit Jahren Kindern in der Augsburger Krebsstation eine Freude.

Ein Fanklub fährt zu Fußballspielen und jubelt „seinem“ Verein zu? Das ist dem Ehrenpräsidenten des FC-Bayern-Fanklubs „Red-White-Glammhogga“ in Gablingen (Kreis Augsburg) zu wenig. Seit der Vereinsgründung engagiert sich Rudi Tausend (71) gemeinsam mit seinem Sohn Manuel (38) und den rund 500 Mitgliedern für die Kinderkrebsstation im Klinikum Augsburg und ihre Patienten. Für ihren Einsatz erhalten sie nun die Silberdistel unserer Zeitung, eine Anerkennung für besonderes gesellschaftliches Engagement.

Rudi Tausend ist, schon seit er denken kann, ein Fan des FC Bayern – hat auch immer noch einen Stehplatz in der Fankurve der Allianz-Arena. In sein Gartentor ist das Logo des FC Bayern eingeschmiedet. Gegründet wurde der Fanklub 2003, als nach einem Sieg der Münchner Fußballer beim Pokalfinale Manuel Tausend im Siegesjubel weitere Fans mobilisieren konnte. „Mindestens 25 Mitglieder muss ein Klub haben, damit er vom FC Bayern offiziell anerkannt wird“, erzählt Manuel Tausend.

Regelmäßige Besuche auf der Krebsstation des Augsburger Klinikums

Nach der ersten Tombola auf der Weihnachtsfeier überlegten die Mitglieder, welchem sozialen Zweck der Erlös dienen könnte. Schließlich entstand die Idee, die Kinderkrebsstation am Klinikum Augsburg zu unterstützen. Der gelernte Industriekaufmann ging aber nicht den offiziellen Weg, sondern rief direkt bei der Station an. „Die dortige Sozialpädagogin fand die Idee gut und hat mir die Türen im Klinikum geöffnet“, sagt Rudi Tausend. Seither sind er, sein Sohn und andere „Glammhogga“, regelmäßig Gäste in der Kinderkrebsstation, besuchen die jungen Patienten, bringen Geschenke mit – sind aber auch gerne bereit, wenn Eltern Gesprächsbedarf haben.

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„Da mussten wir anfangs noch dazulernen – denn es gibt oft auch gesunde Geschwisterkinder, die furchtbar leiden“, sagt Tausend. Daher gibt es vom Fanklub Zuwendung auch für sie.

Und weil es sich ja um einen Fußball-Fanklub handelt, laden Rudi Tausend und die „Red-White-Glammhogga“ immer wieder Kinder, die die Krankheit überstanden haben, ein zu einem Heimspiel der Bayern in der Allianz-Arena. Oder sie besorgen einem kranken Kind ein von den Spielern signiertes Bayern-Trikot. Jérôme Boateng kam sogar einmal für die Fans zu Besuch ins Augsburger Land. Rudi Tausends Frau Annelies, die ihn in seinem Engagement stets unterstützt, bereitet für die Fahrten nach München jede Menge Leberkässemmeln vor, es gibt für die Kinder und ihre Eltern ein wahres Rund-um-Paket.

Ein Stück Normalität zurückgeben

Und am Heiligen Abend wird auf der Krebsstation für die Kinder jedes Jahr eine große Bescherung veranstaltet. „Zu sehen, wie sich die kleinen Patienten freuen, das ist mehr als die Mühe wert“, sagt Rudi Tausend – und seine Begeisterung ist ihm deutlich anzumerken. „Wir versuchen, den Kindern, soweit möglich, ein Stück Normalität zurückzugeben.“

Finanziert werden Geschenke, Besuche und Fahrten im Wesentlichen durch die Tombola auf der Nikolausfeier des Fanklubs. Außerdem konnten im Lauf der vergangenen 15 Jahre auch einige Unternehmen gewonnen werden, die das Engagement unterstützen, erzählt Manuel Tausend, der im vergangenen Jahr das Präsidentenamt des Klubs von seinem Vater übernommen hat.

Rudi Tausend verschenkt Zeit und Aufmerksamkeit

Auch nach 15 Jahren setzt es Rudi Tausend immer noch zu, wenn er erleben muss, wie die Kinder leiden müssen. „Ich hatte schon mal eine Zeit, in der ich deswegen nicht mehr auf die Station gehen konnte“, gibt er zu. Wenn er dort ist, besucht er jeweils maximal drei bis vier Kinder. „Ich will Zeit für sie haben, und mit ihnen auch mal etwas anderes reden als über die Krankheit.“ Es sei für Außenstehende oft bewundernswert, wie gelassen die Kinder ihr Schicksal aufnehmen. „Meistens wissen sie selbst genau über ihren Zustand Bescheid.“ Intensiv sind, falls gewünscht, auch die Gespräche mit den Eltern der kranken Buben und Mädchen. „Mit einigen von ihnen ist inzwischen eine Freundschaft entstanden, sie kommen immer wieder zu unseren Veranstaltungen“, sagt Manuel Tausend.

Selbstverständlich will Rudi Tausend auch als Ehrenpräsident sich um die Kinder kümmern. „Das ist vielleicht auch ein Stück Dankbarkeit, weil meine Kinder und Enkel gesund sind.“

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