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19.02.2016

Silberne Busse der Stadtwerke: Wirklich so schlimm?

Die neuen Busse. Man beachte die dezenten Stadtfarben vorn.
Bild: Silvio Wyszengrad

Die neuen Busse sind nicht rot-grün-weiß. Ist das so schlimm? Die Stadt kann auf viel mehr stolz sein als ihre Farben. Zudem gibt es im Wappen eine Überraschung.

Tradition ist was Tolles. In Augsburg muss man nur bisweilen aufpassen, dass sie nicht in Stagnation, Resignation oder Obstruktion umschlägt. Jetzt werden also die neuen Stadtbusse silberfarben – und nicht in den Stadtfarben rot-grün-weiß. Die Volksseele kocht. Was ist an städtischen Bussen wirklich wichtig? Pünktlichkeit, Sauberkeit, Zuverlässigkeit, Sicherheit. Das alles bieten die Busse nach allem, was man hört. Schade ist, dass sie in der MAN-Stadt Augsburg nicht von MAN, sondern von Mercedes sind. Aber das ist das Ergebnis einer Ausschreibung.

Doch die Farbe? Man hätte es ahnen können. Als die Stadt 2013 ihren Internet-Auftritt in blau-weiß umgestaltete, gab es auch Ärger. Dabei kann man selbst die Farbe in rot oder grün ändern.

Was ist von einer Stadt zu halten, in der man mehr Stolz auf Farben zeigt als auf Erfolgserlebnisse, auf das, was die Stadt ausmacht? Ihre Menschen, ihr Flair, ihre Sportvereine. Ist das verkrampfte Festhalten an Traditionellem wie den Stadtfarben nun ein Ausdruck des besonderen Stolzes und der Heimatverbundenheit oder ist es doch vielleicht eher Ausdruck eines Minderwertigkeitskomplexes. Gegenüber größeren, reicheren, schickeren Städten?

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Es beschweren sich mehr ältere Bürger über die neuen Busse

Ein klein wenig riecht der Ärger um die silbernen Busse auch nach Generationenkonflikt. Je älter der Mensch wird, desto mehr hält er an Altbekanntem fest. Im sozialen Netzwerk Facebook jedenfalls, das bekannt ist für seine „Shitstorms“, werden die neuen Busse nicht so kritisch beäugt. Bei der Neugestaltung der Fleischhalle ist es ähnlich. Vor allem ältere Mitbürger beschweren sich, zum Beispiel über fehlende Stühle. Das kann man ihnen nicht vorwerfen, man darf aber davor warnen, immer alles nur beim Alten zu lassen. So kann sich eine Stadt nicht weiterentwickeln.

Stadtwerke-Chef Walter Casazza nun vorzuwerfen, ihm als Österreicher seien die Farben der Augsburger Busse eh egal, das ist allerdings unfein. Casazza ist ein Macher. Der Innsbrucker hat Schwung in den Nahverkehr gebracht.

Silber im vergangen Jahr die beliebteste Autofarbe in Deutschland

Im Übrigen: Im vergangenen Jahr war Silber oder Grau mit mehr als 28 Prozent die beliebteste Autofarbe der Deutschen. Und überhaupt: Die Busse fahren gar nicht silbern durch die Gegend, sie werden großteils mit Werbung beklebt. Aber das passt manchen ja auch nicht, obwohl die Stadtwerke einen Haufen Geld damit verdienen. Würden die Nörgler lieber einen Euro mehr pro Fahrt bezahlen? Wohl kaum, wenn man den Augsburger so kennt.

Und noch etwas: Die offizielle Beschreibung des Augsburger Stadtwappens in der Fachsprache der Heraldiker lautet: „In von Rot und Silber gespaltenem Schild eine grüne Zirbelnuss auf goldenem Kapitell.“ Davon wurden später die Stadtfarben rot-grün-weiß abgeleitet. Wenn man so will, ist Silber also eigentlich das Original...

Ja, in Augsburg ist nicht alles Silber, was glänzt. Die Stadt hat ihre Probleme. Aber Augsburg ist attraktiv, die Stadt wächst. Ganz viele Großprojekte sind in den vergangenen Jahren angestoßen und/oder vollendet worden: der Kö-Umbau, die Sanierung der Fußgängerzone, der Umbau des Hauptbahnhofs (inklusive dem Startschuss für die Tramlinie 5, übrigens ein großer Erfolg für Stadtwerke-Chef Casazza), der Neubau des Theaters. Darauf können die Bürger stolz sein. Denn Augsburg ist viel mehr als nur rot-grün-weiß.

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Die Diskussion ist geschlossen.

19.02.2016

Silber .... weil sich die Autos besser verkaufen lassen .... deshalb sind die Fahrzeuger der Polizei nicht mehr weiß, sondern Silbermetal., .... und Taxi´s auch, unter der Folie ....

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19.02.2016

Als wäre es wichitg, ob die Busse gelb oder silber sind. Mir ist Komfort, die Pünktlichkeit, Sicherheit wesentlich wichtiger. Ich finde, man kann sich über alles aufregen, man ist aber nicht dazu verpflichtet.

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19.02.2016

Vielleicht sollten einige mal akzeptieren, daß es in diesem Zusammenhang einen Geschäftsführer, sprich Stadtwerke-Chef, gibt. Er hat die Befungnis Entscheidungen zu treffen, wobei die Farbengebung von Bussen ohne weiteres auch auf einen Referatsleiter hätte delegiert werden können - so wichtig, respektive unwichtig ist das.

Augsburg ist eben doch nur ein Markt, im Sinne von Marktgemeinde.

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19.02.2016

Aber das passt manchen ja auch nicht, obwohl die Stadtwerke einen Haufen Geld damit verdienen. Würden die Nörgler lieber einen Euro mehr pro Fahrt bezahlen?

Ich möchte mehr Qualität von der AZ!

Die swa erlösen 1,5 Mio Euro pro Jahr aus dieser Werbung.

http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/Warum-die-neuen-Stadtwerke-Busse-umstritten-sind-id36961127.html

Umgerechnet auf die 59 Mio Fahrgäste macht das ca. 2,5 Cent pro Fahrt/Fahrgast.

http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/Stadtwerke-melden-einen-Fahrgastrekord-im-Nahverkehr-id36992517.html

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