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Augsburg

05.05.2016

Skurril! Echte Polizisten stellen falsche Polizisten in Schnellrestaurant

Fast wie echte Polizisten sehen die Schauspieler im Film „Ketapan“ aus. Das sorgte bei den Dreharbeiten für Missverständnisse. Vor einem Schnellimbiss in Göggingen kam es zum „Showdown“ mit Augsburger Polizeibeamten.
Bild: Axel Frey (Screenshot)

Jungfilmer lösen einen spektakulären Einsatz in Göggingen aus. Warum das Szenario aber nicht im Kino zu sehen sein wird.

Es war ein Moment, der das Schlimmste befürchten ließ. Am Mittwochabend fuhr ein Trupp schwer bewaffneter Polizeibeamten mit mehreren Einsatzfahrzeugen vor einem Schnellrestaurant in Göggingen vor. Dort wurden sechs junge Männer gestellt, die Gästen des Burger King verdächtig vorkamen. Einige der Männer trugen Polizeiuniformen und hatten eine Waffe dabei. Sie verhielten sich aber nicht so, wie man es von Polizisten erwartet.

Einer aus der Gruppe mit den „falschen“ Polizeibeamten war David Helmut. Dem Augsburger Filmstudenten wird noch immer etwas mulmig, wenn er an den Einsatz zurückdenkt, den er versehentlich ausgelöst hat. „Wir sitzen nichts ahnend in unserem Auto, als plötzlich vier bis fünf Polizeiwagen angerast kommen, Beamte uns umstellen, die Waffen auf uns richten und schreien, dass wir die Hände hochnehmen sollen“, erzählt er. Als er direkt in die Mündung einer Polizeipistole schaut, ist der Schreck groß.

David Helmut war gerade mit seinem Team in Göggingen unterwegs. Der 29-Jährige drehte für seinen Abschlussfilm an der Münchner Filmhochschule. Der Streifen spielt in Frankfurt und handelt von einem Drogenfahnder, der selbst rauschgiftsüchtig wird. Er soll Pilotfilm für eine Serie werden. Das Projekt wird mit über 60.000 Euro gefördert, so Helmut, und zwar von Sky, dem Film- und Fernsehfonds Bayern und HD Plus.

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Aufschrift „Polizei“ auf dem Rücken und Hessisches Wappen

Die Schauspieler waren für den Film mit schwarzen Uniformen aus einem Münchner Kostümverleih ausgestattet worden. Die Jacken hatten die Aufschrift „Polizei“ auf dem Rücken und das Hessische Wappen. Einer der Darsteller trug auch noch gut sichtbar eine täuschend echt aussehende Pistole. So verkleidet, gingen die jungen Männer in einer Drehpause kurz in den Burger King an der Ausfahrt von der B 17, um sich Kaffee zu holen. „Bei Dreharbeiten vergisst man schnell mal, dass man eine Polizeiuniform und eine unechte Waffe trägt“, sagt Helmut. Das Filmteam bekam zwar den gewünschten Kaffee. Gästen kamen die verkleideten Polizisten mit Schusswaffe aber höchst verdächtig vor. Sie alarmierten die Augsburger Polizei. Die Beamten stellten das Filmteam dann während der laufenden Dreharbeiten auf dem Parkplatz beim Schnellrestaurant.

„Die Polizei hat alles richtig gemacht“, betont der Filmstudent. Schließlich habe sie eine ernst zu nehmende Warnung bekommen, dass verkleidete Männer mit einer Schusswaffe unterwegs seien. Auch der Augsburger Polizistenmord sei noch nicht vergessen. Wie Helmut berichtet, wurden die Jungfilmer gründlich durchsucht, bevor man ihnen glaubte, dass es sich um harmlose Dreharbeiten handelte. „Letztlich hat sich alles geregelt und alle haben sehr gelacht“, sagt er.

Es wird „wegen des Führens einer Anscheinswaffe“ ermittelt

Der Vorfall wurde kurz im offiziellen Polizeibericht vermeldet. Dort heißt es, dass einer der Schauspieler mit Konsequenzen rechnen muss. Gegen ihn wird nun „wegen des Führens einer Anscheinswaffe“ ermittelt. Die Jungfilmer hoffen, dass das Verfahren eingestellt wird. Schließlich hätten sie vor Ort die Erlaubnis bekommen, mit den Dreharbeiten an anderer Stelle weiterzumachen. Auch die Aufforderung, dabei auf die Spielzeugwaffe zu verzichten, habe man befolgt.

Für den Abschlussfilm mit dem Fantasietitel „Ketapan“ sind 28 Drehtage angesetzt. Inzwischen sind fast alle Aufnahmen im Kasten. David Helmut plant die Premiere im September oder Oktober. Sie soll in einem Augsburger Kino stattfinden. Er verspricht den Zuschauern eine Mischung aus Krimi, Drama und schwarzem Humor. Szenen aus dem echten Polizeieinsatz werden aber nicht vorkommen. „Ich musste ja meine Hände hoch halten und kam nicht an die Kamera“, erzählt der junge Filmemacher mit leichtem Bedauern.

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