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Augsburg

04.06.2020

So bekommt man eine Eintrittskarte für den Augsburger Zoo

Nach der coronabedingten Schließung ist der Augsburger Zoo wieder geöffnet – allerdings gelten einige Beschränkungen. Besucher sollten einiges beachten.
Bild: Bernd Hohlen

Plus Wegen der Corona-Vorschriften sind die Zoo-Tickets in Augsburg derzeit öfter ausverkauft. Was Direktorin Barbara Jantschke den Besuchern empfiehlt.

In den Pfingstferien planen viele Familien einen Besuch im Augsburger Zoo. Ein Online-Ticket zu ergattern, ist aber nicht immer einfach. Die Nachfrage ist groß, der Zoo darf wegen der Corona-Pandemie nur ein begrenztes Kontingent von Karten ausgeben. Direktorin Barbara Jantschke erklärt, was Besucher jetzt beachten müssen und warum es vorübergehend ein neues Angebot gibt.

Die neuen Elefantinnen Frosja und Louise aus Berlin leben sich im Zoo ein..
Bild: Thomas Lipp

Wegen Covid-19 gelten auch im Zoo Regeln für den Mindestabstand. Wie viele Besucher dürfen Sie täglich einlassen, Frau Jantschke?
Jantschke: Die Vorschriften besagen, dass sich maximal 1000 Besucher gleichzeitig auf dem Zoogelände aufhalten dürfen. Um diese Vorgabe einzuhalten, verkaufen wir aktuell nur Online-Tickets. Die Besucher werden gezählt, wenn sie hineingehen und wenn sie herauskommen.

Zoo Augsburg: Wann die Karten-Kontingente zur Neige gehen

Es kommen ja nicht alle Besucher gleichzeitig. Wie viele Menschen dürften maximal an einem Tag in den Zoo?
Jantschke: Nach den Erfahrungen, die wir in den vergangenen beiden Wochen gesammelt haben, können wir pro Tag höchstens 2200 Gäste einlassen. Das führte am Pfingstsonntag und Pfingstmontag leider dazu, dass wir zahlreiche Besucher abweisen mussten, die ohne Online-Ticket angereist waren. Generell kämpfen wir gerade damit, dass viele Leute nicht verstehen, dass im Zoo Eintrittskarten ausverkauft sein können. In einem Konzert oder bei einem FCA-Spiel ist so etwas normal und wird akzeptiert. Im Zoo ist es neu. Aber auch unsere Kartenkontingente sind an einigen Tagen ausgeschöpft. Gerade in den Ferien wird es teilweise eng.

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Wer arbeitet, hat nur an Wochenenden oder im Urlaub Zeit für einen Zoobesuch. Dann ist der Ansturm erfahrungsgemäß besonders groß. Könnte man mit zeitlich befristeten Eintrittskarten mehr Menschen einlassen, etwa mit Zwei-Stunden-Tickets?
Jantschke: Diese Lösung wäre nicht zielführend. Auf dem Gelände können wir nicht kontrollieren, ob Besucher eine bestimmte Uhrzeit einhalten. Der Aufwand wäre viel zu groß. Wir wollen auch keine genauen Zeitvorgaben für den Besuch machen. Das wäre für Familien mit Kindern schwierig. Außerdem ist unsere Gastronomie wieder geöffnet, Besucher sollen auch dort verweilen können.

Das "Animal Sunset Ticket" soll Besucherströme besser lenken

Wenn Sie Tageskarten verkaufen, kommt es dann nicht zu Wartezeiten am Einlass, wenn der Zoo gerade voll ist?
Jantschke: An besonders besucherstarken Tagen an Pfingsten kam es vormittags zu kurzen Wartezeiten zwischen zehn bis 15 Minuten am Eingang. Aber das halte ich für vertretbar. Wenn wir die Zookasse auf hätten, würde es an solchen Tagen zu enorm langen Warteschlagen kommen. Das wäre in Zeiten von Corona nicht vertretbar.

Sie bieten nun auch ein neues Ticket für den späten Nachmittag an, das „Animal Sunset Ticket“, warum?
Jantschke: Diese neue Eintrittskarte haben wir nur für die Corona-Krise ins Angebot genommen, um den Andrang etwas zu entzerren. Sie gilt ab 15 Uhr. Pro Tag können wir maximal 300 Animal-Sunset-Karten ausgeben. Sie kosten für jeden Besucher sechs Euro, egal welches Alter er hat. Dieses Ticket kann man sich beispielsweise besorgen, wenn andere Kartenkontingente für Kinder und Erwachsene an einem bestimmten Tag ausverkauft sind.

Hier befindet sich das neue Elefantenhaus im Augsburger Zoo:

Es gibt auch Kritik an dem neuen Angebot. Dauerkartenbesitzer klagen, dass sie für dieses Ticket extra bezahlen müssen, während sie normale Tageskarten online kostenlos lösen können...
Jantschke: Unser tägliches Kontingent für Dauerkarten liegt bei 900 Stück. Wenn es ausgeschöpft sein sollte, kann man auf einen anderen Tag ausweichen und dann wieder kostenlos ein Online-Tagesticket lösen. Ansonsten müssen Besucher mit Dauerkarte ebenfalls fürs Sunstet-Ticket bezahlen, das stimmt.

Der wilde Winkerfrosch lebt unter anderem auf Borneo - oder eben auch im Zoo Augsburg.
Bild: Zoo Augsburg

Ich bitte um Verständnis für diese Regelung. Durch die Corona-Besucherbeschränkungen im Zoo haben wir insgesamt hohe finanzielle Einbußen. Allein am vergangenen Pfingstwochenende haben wir geschätzt 100.000 Euro weniger eingenommen als in anderen Jahren.

Zoo Augsburg: Mitarbeiter hoffen auf Lockerung der Corona-Auflagen

Das Infektionsrisiko mit Covid-19 ist in Augsburg derzeit gering. Sehen Sie eine Chance, dass die Beschränkungen im Zoo gelockert werden?

Jantschke: Wir sind ständig in Kontakt mit der Genehmigungsbehörde der Stadt und mit dem Freistaat. Aus unserer Sicht ist die aktuelle Besucher-Beschränkung in Zoos unfair. Es gelten ähnliche Begrenzungen wie in Geschäften. Dabei sind die Menschen bei uns an der frischen Luft. Alle Tierhäuser sind sicherheitshalber geschlossen. Außerdem sind bei uns viele Familien mit Kindern unterwegs, für die Abstands-Beschränkungen untereinander nicht gelten. Selbst für Ausflugsdampfer auf bayerischen Seen gelten weniger strenge Regeln als für Zoos. Meine letzte Information aus den Gesprächen ist, dass es bis auf Weiteres bei den Regelungen bleibt. Wir hoffen trotzdem weiterhin auf Lockerungen.

Karten gibt es im Ticketshop des Augsburger Zoos.

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04.06.2020

Tut mir leid, mir erscheint das Ticketsystem nicht optimal zu sein. Was Frau Jantschke als nicht zielführend erachtet (Halbtages- oder Stundenkarten) ist in anderen Zoos durchaus üblich. In Osnabrück, einem Zoo ähnlicher Größe wie der Augsburger beispielsweise werden zwar auch nur Tagestickets verkauft, aber man muss eine Reservierung für die Eintrittszeit tätigen (13.00 buchen bis 14.00 Uhr) Einlass und kann auf diese Weise 3.500 Tickets am Tag ausgeben. Auch Osnabrück kennt keine Verlassenspflicht.

Aber auch über eine solche könnte man durchaus nachdenken, denn das Verlassen des Zoos wird ja angeblich ohnedies kontrolliert. Also könnte man Tickets günstiger abgeben (8 Euro?) , wenn Leute sagen wir mal nur 2,5 Stunden bleiben möchten. Diese müssen sie beim Ausgang wieder vorweisen und wenn sie überziehen kostet es 10 Euro Aufschlag. Warum soll im Zoo unmöglich sein, was jedes Hallenbad schon immer so handhabte? Wenn man nur etwa 1000 Euro täglich mehr einnehmen könnte auf diese Weise, wären das in einem Vierteljahr fast 100.000 €. Da lohnte sich auch die Anstellung einer Aushilfskraft im Mindestlohnbereich.

Wenn man dem Zoo Geld gespendet hat, um ihm in der schwierigen Zeit zu helfen, in dem er gar keine Einnahmen hatte, hat man wenig Verständnis dafür, wenn nicht alles dafür getan wird, das Maximum an Einnahmen zu erzielen. Auch an verlängerte Öffnungszeiten ließe sich da denken.

Und für die Dauerkartenbesitzer sollte man auch eine etwas kundenfreundlichere Regelung finden. Beispielsweise in den Vormittagsstunden unter der Woche am Eingang gegen Vorlage der Dauerkarte gegen Registrierung eine Zugangsberechtigung auszugeben, die für zwei Stunden gilt und beim Verlassen wieder abgegeben werden muss. Auch dann behält man den Überblick, wie viele Leute auf dem Gelände sind (wo die sich dann dort ballen, ist ja eh wieder nicht zu kontrollieren, insofern ist das ganze System unlogisch) und wer sich nicht dran hält wird eben für diese Art der Dauerkartennutzung gesperrt.

Es ist doch unnötig, dass jemand, der gerne um 9.00 Uhr in den Zoo gehen möchte, dies nicht tun kann, weil alle Karten ausgebucht sind obwohl 2/3 der Besucher erst mittags oder am Nachmittag eintrifft.

Da sollte sich der Zoo schon noch eine andere, bessere Lösung einfallen lassen.

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