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Wirtschaft

03.03.2019

So finden Firmen in Augsburg den perfekten Mitarbeiter

Viele Betriebe müssen gewschickt agieren, damit sie alle ihre Stellen besetzt bekommen.
Bild: Bernd Hohlen

Headhunter haben Hochkonjunktur, weil viele Unternehmen bei der Suche nach Fachkräfte Schwierigkeiten haben. Der Standort Augsburg spielt derzeit eine besondere Rolle.

Bernhard Gress und Nico Wirtz stecken als geschäftsführender Gesellschafter und Standortleiter der „Hanseatische Personalkontor Bayern GmbH“ (Hapeko) mitten drin im Kampf um Fachkräfte. Aufgabe ihres Unternehmens ist es, im Auftrag von Kunden vakante Stellen in Unternehmen zu besetzen. Eine Aufgabe, die derzeit eine Herausforderung darstellt.

Mehr als 5500 offene Stellen meldet allein die Arbeitsagentur Augsburg in ihrer Jobbörse, die Dunkelziffer nicht mitgerechnet. Besonders eng wird es laut Gress und Wirtz in der Informationstechnologie (IT). Aber auch aus anderen Branchen sind Engpässe bekannt. Beispiel: Drei renommierte Rechtsanwaltskanzleien waren auf der Suche nach passendem Personal. Keine der Kanzleien konnte geeignete Fachangestellte finden. "Sie haben ein halbes Jahr gesucht“, erzählt Gress. Dann wandten sie sich an Hapeko.

Headhunter brauchen auch psychologische Kenntnisse

Die Arbeitsmarktexperten sind nun auf der Suche. Aber die Lage ist angespannt. Um die steigende Anfrage der Kunden decken zu können, braucht auch Hapeko selbst immer mehr Personal. „Wir wachsen jedes Jahr kontinuierlich um 25 bis 30 Prozent, sagt Bernhard Gress. Die Anforderungen an das Berufsprofil eines Personalberaters oder Headhunters sind hoch. „Neben einer akademischen Ausbildung sind psychologische Kenntnisse und Einfühlungsvermögen gefragt. Noch gilt aber: „Auch wenn es schwierig ist, bekommen wir unsere eigenen Stellen besetzt“, so Gress.

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„Stellen besetzen“ ist schließlich das Geschäft von Hapeko, auch wenn der Bedarf an Fachkräften derzeit kaum zu decken ist. Da helfe auch die Zuwanderung nur wenig, weil es unter den Migranten an qualifizierten Fachkräften mangelt. Deswegen sieht Gress die Entwicklung bei Ledvance, Fujitsu und Premium Aerotec mit Personalkürzungen und Werksschließungen langfristig nicht als besorgniserregend an. Zumindest nicht in den Bereichen, die er vermittelt. „Jeder, der eine gute Qualifikation hat, wird eine neue Stelle finden. Auch in der Region“, sagt Gress.

Und die Struktur der Region Augsburg ist es, die auch Unternehmen bei ihrer Suche in die Karten spielt. Stadt und Landkreis sind aus verschiedenen Gründen bei den Menschen beliebt. Die Arbeitsmarktexperten erklären: Ein Buchhalter verdient heute zweieinhalb mal so viel wie vor 15 Jahren. Da man heute aber eher über seine politische Ausrichtung spricht, als ein Wort über sein Gehalt zu verlieren, blieb es einem fast verborgen, dass sich das Augsburger Gehaltsniveau annähernd dem Münchener angeglichen hat. Gleichzeitig sind im Schnitt die Mieten in Augsburg um 45 Prozent günstiger als in München. „Das macht Augsburg natürlich enorm attraktiv“, sagt Wirtz.

Augsburg nehmen viele Arbeitssuchende als guten Standort wahr

Augsburg ist eine Boom-Region, sind sich Gress und Wirtz sicher. Nico Wirtz, der selbst erst vor einiger Zeit von Bremen nach Augsburg zog, nimmt die Stadt als offen, wohlhabend und flexibel wahr. Pauschalisieren will er die Aussage nicht, aber er muss keine Überzeugungsarbeit leisten, um Menschen von außerhalb nach Augsburg zu holen. „Alle Kandidaten haben Augsburg sehr positiv wahrgenommen“, sagt Wirtz.

Und wie arbeitet Hapeko nun genau? Der Einsatz der Personalvermittler beginnt ab einer Bruttoverdiensthöhe von jährlich 50.000 Euro. Meist werden sie zur Hilfe gerufen, wenn Unternehmen auf herkömmlichen Wegen keine neuen Mitarbeiter finden. Die Berufe die vermittelt werden, sind weniger glamourös als man denkt. Dazu gehören Buchhalter, Techniker und Controller, aber auch Steuerfachgehilfen, Ingenieure und IT-Spezialisten. Um die Anfragen decken zu können, agieren die Personalvermittler auf unterschiedlichen Wegen, die sie nicht genau verraten wollen. Nur so viel: Auch Netzwerke werden hierfür angezapft.

Will der Auftraggeber die Suche nach neuen Beschäftigten nicht publik machen, wirkt Hapeko auch im Verborgenen. „Wir suchen dann anonym nach außen. Erst wenn die neue Person gefunden ist, wird es bekannt gegeben“, sagt Gress. Doch wie ist es, wenn der Kandidat sich nach kurzer Zeit als ungeeignet herausstellt? „Wir geben eine Garantie für die ersten sechs Monate. Ist der Kandidat ungeeignet, gibt es eine kostenlose Nachbesetzung“, sagt Wirtz. Wie viel Provision bei einer Vermittlung für sie abfällt, wollen beide nicht verraten.

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