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28.07.2010

So kürzt Augsburg beim Winterdienst

Der nächste Winter ist noch weit, doch bei der Stadt macht man sich schon jetzt Gedanken über den Winterdienst. Grund: Es muss gespart werden. Und es wird gespart werden. Die Auswirkungen für die Bürger sollen sich in Grenzen halten, werden aber wohl spürbar sein. "Es handelt sich hier um kein Luxusprogramm für die Bürger. Die Frage ist: Wie setzen wir Kürzungen um", so Umweltreferent Rainer Schaal (CSU) im Werkausschuss des Stadtreinigungsbetriebs.

Künftig sollen bei Schneefall auf großen Straßen nicht mehr drei Schnee- und Räum-Lkw im Verbund fahren, sondern nur noch zwei. Auf diese Weise seien künftig statt 27 Winterdienst-Lkw nur noch 20 nötig, so Rudolf Jahn, Chef des Stadtreinigungsbetriebs. "Die Qualität soll so gehalten werden, wie sie ist", sagt Schaal. Die Zweierkolonnen könnten schneller vorankommen und seien wegen immer mehr Verkehrsinseln und des Rückbaus von Straßen ohnehin praktikabler. Künftig werden etwa fünf Saisonkräfte, die als Fahrer arbeiteten, nicht mehr beschäftigt werden. Insgesamt spart die Stadt hier 150 000 Euro.

Zudem sollen Radwege künftig nur noch einmal am Tag gestreut und geräumt werden. Dies war bisher zwei- bis dreimal der Fall. Gesetzlich verpflichtet zum Streuen sei die Stadt aber nur an besonders verkehrswichtigen oder gefährlichen Radwegstellen. Insofern habe die Stadt bisher immer mehr gemacht als gesetzlich vorgeschrieben. Auf diese Weise sollen 170 000 Euro eingespart werden. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr kostete der Winterdienst insgesamt 3,5 Millionen Euro.

Die Stadträte im Ausschuss verabschiedeten die Sparvorschläge nach längerer Diskussion einstimmig. So wurde etwa die Frage aufgeworfen, ob ein selteneres Räumen der Radwege verkehrspolitisch gewollt sein könnte. Bei besonders wichtigen Achsen sei denkbar, diese häufiger zu räumen, so Schaal. Im kommenden Frühjahr sollen die Erfahrungen des kommenden Winters überprüft werden.

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Unfallzahlen schnellten dieses Jahr nach oben

Jahn legte auch eine Bilanz des vergangenen Winters vor, als wegen der allgemeinen Streusalzknappheit ausnahmsweise verstärkt Splitt eingesetzt wurde (wir berichteten). Im Vergleich zu den Vorjahren gab es im Winter 2009/10 deutlich mehr Verkehrsunfälle. 146 registrierte die Polizei, in den Vorjahren pendelte die Zahl zwischen 20 und 40. Allerdings ist unklar, ob die Unfallzunahme auf das veränderte Streuverhalten oder auf den schneereichen Winter als solchen zurückzuführen ist. Im kommenden Jahr soll wieder Streusalz wie bisher eingesetzt werden. Aus Umweltschutzgründen versucht die Stadt aber seit Jahren, das Salz zu reduzieren.

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