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Augsburg

06.04.2019

So läuft das Modularfestival am Gaskessel ab

Das Jugendfestival Modular findet von 20. bis 22. Juni auf dem Gaswerk-Areal statt.
Bild: Ulrich Wagner (Archiv)

Die Organisatoren des Modular fiebern der Premiere auf dem Gaswerk-Areal entgegen. Sie sprechen über Neuerungen, das Gelände und die Lautstärke.

Der Vorverkauf für das diesjährige Jugendfestival Modular läuft sehr gut. Überrascht Sie das?

Christoph Elwert: Ein wenig, denn wir wussten nicht, wie groß das Interesse am neuen Gelände ist. Aber es scheint sehr groß zu sein. Die Drei-Tages-Tickets, die es online zu kaufen gibt, sind beinahe weg – und das mit bislang nur wenigen Marketingmaßnahmen. Die Besucher wollen wissen, was der Ortswechsel bringt, was das neue Gelände kann.

Modular fand seit dem Jahr 2012 im Wittelsbacher Park mitten in der Stadt statt. Ende Juni beginnt für das Festival eine neue Ära auf dem Gelände am Oberhauser Gaskessel. Wo sehen Sie die größten Herausforderungen bei diesem Umzug?

Christoph Elwert: Die größte Herausforderung wird sein, dass das Gelände fertig wird. Das wird eine Punktlandung. Und natürlich wird dann auch noch nicht alles ganz fertig, sondern ein wenig provisorisch sein. In diesem Jahr wird es beispielsweise neben Spültoiletten auch noch Dixi-Anlagen geben.

Helmut Jesske: Man merkt bei den Planungen deutlich, dass einfach viel mehr Absprachen, vor allem mit den Stadtwerken, die das Gaswerk-Areal sanieren, nötig sind. Das funktioniert aber hervorragend.

Um was für Themen geht es bei den Absprachen?

Christoph Elwert: Da geht es beispielsweise um die Nachhaltigkeit, was uns sehr wichtig ist. Bislang wurden beispielsweise beim Modular-Festival Einwegbecher verwendet. Da kamen bei einem Festival 150.000 Stück zusammen. Nun stellen wir auf ein Pfandsystem mit Mehrwegbechern um. Die Stadtwerke schaffen 60.000 Stück an, weil auf dem Gelände ja auch andere Veranstaltungen, wie etwa das Revolverheld-Konzert, stattfinden werden.

Ein großes Thema ist sicherlich auch die Anreise.

Christoph Elwert: Das stimmt. Vom Königsplatz aus war der Wittelsbacher Park aus nun einmal sehr gut zu erreichen. Aber auch das Gaswerk-Areal ist nicht aus der Welt. In diesem Jahr wird der Öffentliche Personennahverkehr erstmals im Ticketpreis inbegriffen sein.

Wie stellt sich das dar?

Christoph Elwert: Zum einem können die Besucher die Zonen 10 und 20 des AVV-Gebiets kostenlos nutzen. Das heißt, sie können sowohl mit der Straßenbahn als auch mit der Regionalbahn zum Oberhauser Bahnhof fahren und von dort aus in zehn Minuten zum Festivalgelände laufen. Es gibt in diesem Jahr aber auch erstmals eine Modular-Bahn.

Wo wird diese Bahn fahren?

Christoph Elwert: Die Straßenbahnen werden auf dem Streckennetz der 4-er-Tram verkehren. Sie sind an den Festivaltagen von 18.30 und 1 Uhr nachts im Sieben-Minuten-Takt zwischen dem Königsplatz und der Wendeschleife am Bischof-von-Zollern-Platz in Oberhausen unterwegs. Von dort aus, können die Besucher das Festivalgelände schnell zu Fuß erreichen.

Viele Besucher werden sicherlich auch mit dem Rad kommen.

Christoph Elwert: Ja. Das Festival hat am Tag 10.000 Besucher. Nach unseren Berechnungen kommen etwa 2000 Besucher aus dem Umland, die wohl mit der Bahn oder mit dem Auto anreisen werden. Bei den Autofahrern gehen wir davon aus, dass sie an den Park-and-Ride-Plätzen parken und dann mit der Straßenbahn fahren werden. Das Parkhaus am Gelände kann von den Besuchern nicht genutzt werden, weil ein Teil als Evakuierungsgelände gilt und ein anderer Teil den Betreibern und Mitarbeitern unserer 20 gastronomischen Verkaufsstände zur Verfügung steht. Etwa 4000 Besucher werden mit der Tram kommen, die anderen 4000 mit dem Rad. Für diejenigen werden wir 4000 Fahrradstellplätze anbieten.

Modular am Hotelturm ist Vergangenheit: Statt einer Bühne am Turm, wie hier auf dem Festivalgelände im Wittelsbacher Park, wird es künftig beim Jugendfestival eine Bühne am Kessel geben.
Bild: Annette Zoepf

Was wird auf dem Gelände geboten sein?

Christoph Elwert: Dort wird es nicht die Bühne am Turm geben, wie sie im Wittelsbacher Park hieß, sondern die Bühne am Kessel. Die Fläche wird eine Kapazität von etwa 8500 Besuchern fassen und damit etwas größer sein, als das Bühnengelände am Hotelturm. Daneben wird es eine Bühne in der Obstwiese mit rund 3500 Besucherkapazität geben. Die DJs werden auf der Bühne auf der Lichtung auftreten, wo etwa 800 Personen Platz finden werden. Die Fläche ist auch größer als die Terrasse vor dem KKlub. Daneben gibt es noch die Bühne im Theater auf der Nachwuchskünstler auftreten und die Bauwagenbühne, wo Interviews geführt werden.

Nach Anwohnerbeschwerden wurde die Lautstärke im vergangenen Jahr deutlich verringert, worüber sich wiederrum die Festivalbesucher beschwerten. Wird es in diesem Jahr wieder lauter?

Christoph Elwert: Ja, es wird im Rahmen der erlaubten Messwerte wieder lauter werden. Im vergangenen Jahr sagten Besucher, dass vor der Hauptbühne gar keine Festivalstimmung mehr aufgekommen sei. Das wird sich ändern. Aber natürlich werden wir Messungen durchführen, dass alle Richtwerte eingehalten werden und es wird auch wieder ein Anwohnertelefon geben.

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88 Bilder
Modularfestival Augsburg 2018: Die besten Bilder von Tag 2
Bild: Michael Hochgemuth

Wird es in diesem Jahr wieder in der Innenstadt eine Modularzentrale vor dem Festival geben?

Helmut Jesske: Wahrscheinlich eher nicht. Die Planungen für das diesjährige Modular nehmen doch sehr viel Zeit in Anspruch.

*** Christoph Elwert, 36, ist seit 2015 Festivalleiter des Jugendfestivals Modular.
*** Helmut Jesske, 57, ist Geschäftsführer des Stadtjugendrings. Der SJR veranstaltet das Festival im Auftrag der Stadt Augsburg.
 

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