15.07.2016

So lebt es sich hier

In „MutBürger“spielen junge Flüchtlinge

Bei vielen Projekten mit Geflüchteten steht die Fluchtursache und die Flucht an sich im Mittelpunkt. Beim Bürgerbühnenstück „MutBürger“ – einer theatralen Begegnung mit geflüchteten Jugendlichen des Jungen Theaters Augsburg – ist das anders. „Wir wollen keine Wunden aufreißen“, stellt Regisseurin Susanne Reng klar. Stattdessen geht es darum, wie es für die Jugendlichen ist, jetzt in Deutschland zu sein. Dabei werden allgemeingültige Themen aufgegriffen, die für Jugendliche eine große Rolle spielen: Schule oder Traumfrau und Traummann zum Beispiel.

Vier junge Flüchtlinge stehen zu Beginn einer Vorstellung auf der Bühne der Kresslesmühle, dann nimmt das Stück wortwörtlich seinen Lauf: Die Besucher werden in kleinen Gruppen durch die angrenzenden Räume geführt, in denen es einzelne Szenen zu sehen gibt. Außerdem werden unter anderem Ausschnitte aus Interviews mit drei anderen jugendlichen Geflüchteten, Sprachpaten und Pflegeeltern als Rauminstallation gezeigt.

Im Entstehungsprozess des Stücks gab es für Reng und ihr Team mehrere Herausforderungen: So gebe es in der Kresslesmühle keinen Theaterraum, deshalb entstand das Stück als Stationentheater. Hinzu kämen die sprachlichen Schwierigkeiten der Jugendlichen. Es sei hilfreich gewesen, dass mit dem syrischen Schauspieler Ramadan Ali im Team des Jungen Theaters ein Geflüchteter ist. „Er spricht kurdisch und arabisch, ist näher an den Jugendlichen dran und gleichzeitig ein gutes Vorbild für sie“, erklärt Reng. Die Flüchtlinge, die entweder live auf der Bühne oder virtuell per Videointerview mitmachen, sind 17 und 18 Jahre alt und leben seit neun bis zwölf Monaten in Augsburg.

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„MutBürger“ ist Bestandteil des diesjährigen Augsburger Friedensfestes, das unter dem Motto „Mut“ steht. Eine Eigenschaft, die auf die jungen Geflüchteten zutrifft, findet Reng. „Sie sind auf jeden Fall mutig.“ (aat-)

am Sonntag, 17. Juli, um 20 Uhr in der Kresslesmühle. Weitere Termine am 20., 23., 24. und 27. Juli um 20 Uhr. Geflüchtete erhalten freien Eintritt

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