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Augsburg

09.10.2019

So lernen Schüler Fakten von „Fake News“ zu unterscheiden

Lehrerinnen und Lehrer mit Steffen Funk (Mitte) vom FC Augsburg freuen sich auf Zisch.
Bild: Silvio Wyszengrad

Beim Projekt "Zisch" lesen Mädchen und Jungen in der Region in ihren Klassen Zeitung. Was sie dabei lernen können.

Brauchte Gerhard Schröder als Bundeskanzler nach eigenen Angaben noch „Bild, Bams und Glotze“ zum Regieren, stürzte vor einigen Monaten der Youtuber Rezo die Regierungsparteien in eine Krise. Youtube und Netflix verdrängen zunehmend das Fernsehen, immer mehr Menschen konsumieren Texte digital. Früher sichteten Redaktionen Inhalte, ordneten sie ein, kommentierten sie vielleicht. Heute finden Informationen oft direkt ihren Weg aufs Smartphone – und der Nutzer muss sie selbst einschätzen.

Seit mehr als 20 Jahren bieten die Augsburger Allgemeine und ihre Heimatausgaben Lehrern und Schülern das Projekt „Zeitung in der Schule“, kurz „Zisch“. Es soll Lesen und Schreiben von Kindern und Jugendlichen fördern, ihnen Medienkompetenz vermitteln und die Zeitung als Medium näherbringen. Wie unterscheide ich Fake News von ordentlich recherchierten Texten? Und welche Ziele verfolgt ein Autor, Youtuber oder Influencer?

Wie man Nachrichten einordnen kann

Kerstin Reisen vom Fachinstitut Promedia Maasen begleitet Lehrer und stellt ihnen Texte, Übungen und Spiele zur Verfügung. „Es geht nicht darum, bestimmte Medien nicht zu konsumieren, sondern sie richtig einzuordnen“, sagte sie teilnehmenden Lehrern aus der Region beim Projektauftakt am Dienstag im Medienzentrum Augsburg. Bei Zisch erhalten dritte und vierte sowie siebte bis zehnte Klassen zwei beziehungsweise vier Wochen ihre Heimatausgabe. Dieses Jahr beteiligt sich ein neuer Partner an dem Projekt, wie Stefanie Sayle, Geschäftsführerin der Medienakademie der Mediengruppe Pressedruck, ankündigte: Der FC Augsburg bietet Klassen die Möglichkeit, sich für Projekttage zu bewerben. Dort geht es etwa um gesunde Ernährung, Pressekonferenzen des FC Augsburg oder darum, wie der Verein in sozialen Netzwerken vorgeht.

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Eva Bürkle, Lehrerin an der Konradin-Realschule Friedberg, nimmt seit Jahren mit ihren Klassen an Zisch teil. Vergangenes Jahr habe sie ihre Schüler gefragt, wer Greta Thunberg kenne. Wider Erwarten meldeten sich nur drei Schüler. Heute kenne sie zwar jeder, aber wer nur Youtube konsumiere, „der bekommt überhaupt nichts oder erst sehr spät vom Tagesgeschehen mit“, sagt sie.

Zisch soll Schüler über die Region und die Welt informieren

Matthias Drexler, Förderlehrer an der Edith-Stein-Schule Aichach, will seinen Schüler an verschiedene Medien heranführen und dabei aktuelle Themen über mehrere Wochen verfolgen. „Die wenigsten meiner Schüler haben daheim Zugang zu einer Zeitung“, sagt er. Viele interessieren sich schnell für bestimmte Themen. „Das Projekt soll ihnen die Augen dafür öffnen, was in der Region und der Welt passiert.

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