Newsticker

Konjunkturpaket: Familien erhalten Geld wohl in drei Raten
  1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. So reduziert das Coronavirus den Straßenverkehr in Augsburg

Augsburg

10.04.2020

So reduziert das Coronavirus den Straßenverkehr in Augsburg

Seit Beginn der Corona-Krise gibt es in Augsburg weniger Autoverkehr.
Bild: Silvio Wyszengrad

Plus Eine Auswertung von Autodaten zeigt, dass die klassischen Morgen- und Abendspitzen ersatzlos weggefallen sind. Unklar ist, inwieweit das die Luft besser macht.

Ausgangsbeschränkungen, Kurzarbeit und Homeoffice sorgen dafür, dass es aktuell deutlich weniger Verkehr in Augsburg gibt als üblich. Das ergeben Zahlen des Verkehrsdaten-Dienstleisters Tomtom. Demnach fallen die Verkehrsspitzen zu den Stoßzeiten morgens und nachmittags seit einigen Wochen ersatzlos weg.

Eine leere Autobahn, leere Spielplätze, leere Innenstädte: So präsentieren sich derzeit Orte, an denen sonst viel los ist.
10 Bilder
Die große Leere in Zeiten der Corona-Krise
Bild: Thomas Kempf, Reinhard Wenzel, Alois Heinrich

Die Entwicklung zeichnete sich seit Mitte März ab und ist deutlich zu erkennen. Inzwischen scheint nicht mehr viel Pendlerverkehr stattzufinden, sondern vor allem gewerblicher Verkehr in der Tagesmitte oder Fahrten zum Einkaufen – die Kurven der Wochentage gleichen inzwischen dem Verlauf an einem durchschnittlichen Samstag vor Corona. Tomtom berechnet aus anonymisierten Bewegungsdaten von Navigationsgeräten ständig, wo Staus entstehen, und führt eine Statistik über die staubedingten Verzögerungen für Autofahrer. Während Autofahrer in der Morgen-Stoßzeit normalerweise mit bis zu 45 Prozent mehr Fahrtzeit rechnen müssen, sind es aktuell nur um die 20 Prozent Verzögerung.

Augsburg: Auch weniger Radverkehr durch Corona

Beim Radverkehr kam es, das ergibt eine Auswertung der städtischen Zählstellenstatistik, zu einem leichten Rückgang. Zwischen 1. März und 8. April passierten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum etwa 30.000 weniger Radler die Zählstellen in der Adenauer-Allee, der Ulrichsbrücke und der Wagenhalsstraße (bei aktuell rund 150.000 registrierten Radler-Bewegungen). Dabei spielt vermutlich auch der Wegfall der Schule eine Rolle. Auch bei den Stadtwerken registrierte man zuletzt einen Rückgang der Fahrgastzahlen. Ende März ging das Unternehmen von einem Rückgang von mehr als 80 Prozent aus, der sich inzwischen noch gesteigert haben dürfte. Die Straßenbahnen fahren wie berichtet nur noch im 15-Minuten-Takt.

Das Coronavirus breitet sich immer weiter aus - und sorgt weltweit für Stillstand. Fotograf Daniel Biskup hat die Stimmung in Augsburg und der Region eingefangen.
20 Bilder
Corona-Krise: Diese Bilder zeigen den Stillstand in Augsburg Stadt und Land
Bild: Daniel Biskup

Inwieweit die Reduzierung der Menge beim Autoverkehr sich auf die Luftqualität auswirkt, ist nicht ganz klar. Seit dem 21. März sei die Stickstoffdioxid-Belastung an Messstationen mit hohem Verkehrsaufkommen deutlich nach unten gegangen. Zu beobachten ist dies auch an der Karlstraße und am Königsplatz in der Augsburger Innenstadt. Hier gingen die Werte im Vergleich zu den Vortagen ziemlich in den Keller, wie die Kurve der vorläufigen Messergebnisse zeigt. Ob es allerdings einen Zusammenhang mit den Ausgangsbeschränkungen gibt, ist offen.

Warum die Luftqualität in Augsburg besser ist, ist nicht ganz klar

Denn fast zeitgleich habe sich damals die Wetterlage geändert, so eine Sprecherin des Landesamtes für Umwelt. Der starke Ostwind habe womöglich dafür gesorgt, dass Schadstoffe an den lokal stark belasteten Messstationen verwirbelt und auf diese Weise verdünnt wurden. Anfang dieser Woche stiegen die Schadstoffwerte in der Innenstadt punktuell deutlich an, auch wenn nur mäßiger Wind wehte.

Insgesamt, so das Landesamt, bringe ein Vergleich von Messdaten über einen so kurzen Zeitraum von wenigen Wochen wenig. Um seriöse Aussagen treffen zu können, müsse man eher Untersuchungsräume von einem Kalenderjahr ins Auge fassen.

Lesen Sie auch:

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

10.04.2020

Weniger Verkehr gleich weniger Abgase gleich bessere Luftqualitätswerte. Man muss kein Umwelttechniker sein um diesen Zusammenhang herzustellen.

Permalink
Das könnte Sie auch interessieren