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Augsburg

13.12.2014

So soll die Tram-Linie 5 künftig fahren

Die Bürgermeister-Ackermann-Straße: Der Mittelstreifen soll verschwinden. Dort wird künftig die Tram fahren, die Autospuren werden schmäler.
Bild: Silvio Wyszengrad

Die Augsburger Stadtwerke haben sich auf die Trasse für die geplante Linie 5 festgelegt. Die Ackermann-Straße behält vier Spuren, bekommt aber ein Tempolimit. Und im Thelottviertel dürfte nun ein Bürgerbegehren drohen.

Nach mehr als zweijähriger Abwägung mit Bürgerdialog haben sich die Stadtwerke nun für eine Trasse der geplanten Linie 5 entschieden: Demnach soll die Straßenbahn die Wertach an der Luitpoldbrücke queren und über die Hessenbachstraße zur Bürgermeister-Ackermann-Straße gelangen (Grafik). Für die ersten 300 Meter nach dem Bahnhofstunnel haben sich die Stadtwerke zudem entschieden, die Linie zu flügeln: Stadtauswärts fährt sie auf der Rosenau- und Pferseer Straße, stadteinwärts auf der Perzheim- und Hörbrotstraße. Hier gibt es aber Protest von Anwohnern.

Entschieden werden soll über die Strecke im Stadtrat am kommenden Donnerstag. Es ist mit einer langen Debatte zu rechnen, zumal die Linie im Zusammenhang mit dem Bahnhofstunnel steht. Rollen soll die Tram ab 2019, wobei dieser Zeitplan eng ist. Zunächst würde sie durch die Pferseer Unterführung fahren, ab 2022 zusammen mit der Linie 3 durch den Bahnhofstunnel.

Von der Straßenbahn profitieren die ehemaligen US-Areale

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Von der Straßenbahn würden vor allem die früheren US-Areale entlang der Ackermann-Straße profitieren. Sie ist den Bürgern dort seit Jahren versprochen. Bis zum Jahr 2025 soll die Zahl der Einwohner im Einzugsbereich der Tram auf 15000 steigen, so die Rechnung der Stadtwerke. Vor allem die Besiedlung des Reese-Areals und eine Verdichtung der Wohnbebauung in Centerville sollen Fahrgäste bringen. Momentan bedient die Buslinie 32, die im Viertelstundentakt fährt, die Areale. Aus Sicht der Stadtwerke ist das keine Ideallösung, weil die Busse zu Stoßzeiten überfüllt sind.

Zuletzt waren – auch im Rahmen des Bürgerdialogs – mehr als zehn Varianten im Gespräch. Am heftigsten im Feuer stehen die ersten 300 Meter, die die Straßenbahn nach Fertigstellung des Bahnhofstunnels zurücklegen muss. Erwartungsgemäß durchgesetzt hat sich nun die Flügelung auf den ersten 300 Metern in eine Trasse. Ein Argument: Auf alle Einwohner gerechnet hat sie die geringste Lärmbeeinflussung. Es lässt sich auch so interpretieren: Auf diese Weise bekommen sowohl Anlieger in der Rosenau- als auch in der Hörbrotstraße etwas ab. Die Hörbrotstraße soll im Gegenzug vom Autoverkehr entlastet werden.

Ein Punkt, der im Hintergrund eine Rolle spielen dürfte, ist, dass die Stadt bei dieser Trassierung nicht zwingend eine „Entlastungsstraße“ an der Hangkante nahe der Rosenaustraße bauen muss. Die ohnehin stark belastete Kreuzung Rosenau-/Pferseer Straße bekäme bei dieser Trassierung nämlich nicht mehr Tram-Verkehr ab als aktuell. Trotzdem, so heißt es von der Stadt, liefen die Vorplanungen für die Entlastungsstraße weiter. Absehbar ist, dass es gegen diese Variante massiven Protest aus Teilen des Thelottviertels geben wird. Die Gegner, die das Projekt im Zusammenhang mit dem Bahnhofstunnel kritisieren, haben bereits laut über ein Bürgerbegehren nachgedacht. Schon allein deshalb erscheint eine Fertigstellung bis 2019 schwierig.

Die Variante hatte der Stadtrat schon einmal beschlossen

Im weiteren Verlauf haben sich die Stadtwerke für die Hessenbachstraße entschieden. Diese war vom Stadtrat schon einmal beschlossen worden, doch wegen der Umplanung am Hauptbahnhof mit Tramtunnel wollte man weitere Varianten prüfen. Sie sei die günstigste Variante, was aus Gründen der finanziellen staatlichen Förderung wichtig ist, so die Stadtwerke. Benutzt werden können somit auch die Gleise auf der Luitpoldbrücke, die bei ihrem Neubau vor mehr als zehn Jahren mit Zuschüssen zur Haltestelle ausgebaut worden war. Im Hintergrund dürfte stehen, dass die Stadtwerke sich auf diese Weise nicht am Neubau der maroden Brücke der Bürgermeister-Ackermann-Straße über die Wertach beteiligen müssen.

Die Tram soll zunächst im Grünstreifen neben der Localbahn laufen und dann auf die Hessenbachstraße queren. In diesem Zug müssten Bäume fallen und Schrebergärten aufgelöst werden. Über die schon bestehende Auffahrtsrampe wird die Tram dann auf die Ackermann-Straße geführt, wo sie in Mittellage zwischen den Autospuren auf einem eigenen Gleiskörper fahren soll. Die vier Spuren der Ackermann-Straße bleiben erhalten, werden aber schmaler, sodass dort künftig statt Tempo 60 nur noch Tempo 50 gelten soll.

Während der Bauzeit gibt es massive Behinderungen

Rechts und links der Straße ist zwar in vielen Abschnitten genug Platz, aber teils laufen dort Leitungen, die umgelegt werden müssten. Deshalb wird es auch keine Verbreiterung der Straße geben. Während der Bauzeit muss der Autoverkehr bei dieser Variante massive Behinderungen in Kauf nehmen. Die B17 quert die Tram auf der bestehenden Brücke, die aber verbreitert werden muss. Auch die Auf- und Abfahrtsrampen der Bundesstraße müssen angepasst werden. Auf Stadtberger Grund wird die Straßenbahn dann Kurs auf den Park-and-ride-Platz Augsburg-West nehmen, der aktuell schon von der Linie 2 angesteuert wird. Über deren Gleis fährt die 5er dann weiter zum Klinikum, wo eine Wendeschleife gebaut werden muss. Die Querungen der Ackermann-Straße in Stadtbergen und an der Hessenbachstraße werden durch Ampeln geregelt.

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