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Augsburg

02.11.2017

So viel Einfluss haben die Fahrgäste

Die Fahrgäste wissen oft am ehesten, wenn es irgendwo Probleme gibt. Die Stadtwerke legen deshalb Wert auf ihr Beschwerde- und Vorschlagsmanagement.
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Die Fahrgäste wissen oft am ehesten, wenn es irgendwo Probleme gibt. Die Stadtwerke legen deshalb Wert auf ihr Beschwerde- und Vorschlagsmanagement.
Bild: Silvio Wyszengrad

Die Stadtwerke bekommen regelmäßig Vorschläge von Kunden, wie sie den Nahverkehr verbessern könnten. Nicht alles ist umsetzbar, doch gute Ideen gehen in künftige Planungen ein

Die Verbindung zwischen dem Stadtteilzentrum von Göggingen und dem Neubaugebiet an der Friedrich-Ebert-Straße könnte besser sein – das hört man immer wieder von Anwohnern. Konrad Wasielewski hat sich hingesetzt, einen „verbesserten“ Fahrplan für die Buslinie 42 entworfen und diesen an die Stadtwerke geschickt. Auch wenn der Bus nicht ab sofort seine geänderte Route fährt, die Vorschläge gehen in künftige Planungen des Nahverkehrs mit ein, verspricht die Leiterin des Fahrbetriebes der Stadtwerke, Stefanie Rohde.

Rund 400 Bürgeranfragen und Anregungen zum Nahverkehr gehen jeden Monat über die verschiedenen Kanäle bei den Stadtwerken ein. Rund die Hälfte bezieht sich aufs Schwarzfahren, weitere auf technische Hinweise wie kaputte Anzeigetafeln oder defekte Straßenbahnwagen.

Acht Prozent aber sind Vorschläge, wie man den Nahverkehr besser gestalten könnte. Die Hinweise sind ein willkommener Draht zu den Fahrgästen, sagt auch Stadtwerkesprecher Jürgen Fergg. „Beschwerden und Anregungen sind nicht lästig, sondern wichtig, um unseren Service verbessern zu können“, betont er.

Jedem Hinweis werde nachgegangen, entweder von den zwei Mitarbeitern der Beschwerdestelle oder bei umfangreicheren Nachforschungen von den Fachabteilungen. „Es kann manchmal etwas dauern – aber jede Eingabe wird beantwortet“, so Fergg.

Linie 42 als eigenständige Busverbindung

Wasielewski würde gerne die Linie 42 als eigenständige Linie führen und von Pfersee statt über Maria Stern über das Gögginger Zentrum zum Neubaugebiet und zurück fahren lassen. Darüber hinaus sollte sie auch samstags und sonntags fahren. „Diesen Wechsel der Linienführung über Göggingen Zentrum könnte ich mir gut vorstellen im zeitlichen Zusammenhang mit der geplanten Änderung der Linienführung in Pfersee/Sheridanpark“, so der Fahrgast.

Ganz so einfach gehe es leider nicht, sagt Rohde. Schließlich sei der Nahverkehrsplan extrem komplex. „Wenn wir irgendwo an einem Schräubchen drehen, hat das weitreichende Auswirkungen im ganzen Netz“, erklärt sie. „Unter Umständen schaffen wir an einer Stelle eine Verbesserung, die dann aber für viele Fahrgäste negative Folgen hat“, weiß sie. Neue Bushaltestellen beispielsweise bedeuteten in den meisten Fällen weniger Anwohnerparkplätze – was schnell zu Protesten führe.

Aktuell ist der Nahverkehrsplan für Augsburg und die umliegenden Städte und Gemeinden auf dem neuesten Stand. Der „Nahverkehrsplan 2015plus“ ist seit April 2015 gültig. „Dieser Plan ist nach langwierigen Gesprächen mit vielen Teilnehmern entstanden“, so Rohde. Noch aktueller ist das Augsburger Busnetz, das zuletzt im Dezember 2016 optimiert wurde. Dabei seien etliche Bürgeranregungen in das überarbeitete Netz mit eingeflossen.

Eltern verhinderten Buslinie direkt vor der Westparkschule

So konnten beispielsweise in Pfersee Eltern und Bürger verhindern, dass die Buslinie 42 direkt an der Westparkschule vorbei durch den Grasiger Weg geführt wird – stattdessen fährt der Bus jetzt einen Schlenker. In Lechhausen wurden Wohnbereiche wie die Kleesiedlung und das Industriegebiet getrennt. Das Wohngebiet bedient jetzt die Linie 23. Von der Hammerschmiede kommt man nun mit der neuen Linie 44 über Haindl zum Königsplatz – alles das seien Verbesserungen, die zuvor auch von Bürgern angeregt wurden.

Manche Wünsche seien aber aus wirtschaftlichen Gründen einfach nicht umsetzbar, erklärt Fergg. So würden sich Fahrgäste an vielen Orten einen Unterstand wünschen – doch der rechne sich erst ab mindestens 100 Nutzern pro Tag.

Konrad Wasielewski ist von der ausführlichen Antwort auf seine Anfrage positiv überrascht. Vor allem, dass seine Ideen für weitere Planungen aufbewahrt werden, freut ihn. „Das ist doch immerhin etwas – ob dann etwas davon umgesetzt wird, wird man sehen“, sagt er. Als regelmäßiger Nutzer des Nahverkehrs fallen ihm immer wieder Verbesserungen ein. Seinen letzten Vorschlag, Linienbussen ähnlich wie Straßenbahnen, eine Ampelvorrangschaltung zu verpassen, hätten die Stadtwerke allerdings sehr allgemein mit einem Hinweis auf die Rechte aller Verkehrsteilnehmer abgebügelt. Ich fände es einfach schön, wenn der AVG-Slogan „,Überall dabei – nur nicht im Stau‘ endlich einmal Realität würde“, sagt der Fahrgast.

Kundenanliegen Telefonisch erreicht man die Servicemitarbeiter der Stadtwerke unter Telefon 0821/6500 5757

E-Mail: kundenservice-verkehr@sw-augsburg.de

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