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Augsburg

03.06.2020

So will die Stadt mehr Kunden nach Augsburg zum Einkaufen locken

In der Bürgermeister-Fischer-Straße sank die Frequenz der Passanten im Mai um ein Drittel im Vergleich zum Januar, als Corona noch nahezu kein Thema war. Ein Einbruch, den die Händler auch beim Umsatz spüren.
Bild: Jan-Luc Treumann

Plus In Augsburg sind weit weniger Menschen unterwegs als vor Corona. Mit gezielten Aktionen will das Stadtmarketing Kunden in die Stadt locken und den Handel beleben.

Die Menschen zieht es derzeit wieder verstärkt ins Freie. Die Augsburger Innenstadt wird für sie dabei zu einer von vielen möglichen Anlaufstationen. Aktuelle Werte über die Zahl der Passanten belegen dies. Wer in die City kommt, kauft jedoch sehr gezielt ein, sagen Händler. Der Einkauf werde auch zügig getätigt. Die Geschäftsleute klagen deshalb: Die Umsätze seien wegen der Corona-Pandemie weiterhin nicht zufriedenstellend.

Daher überlegen Stadt Augsburg und die Stadtmarketingabteilung Augsburg Marketing nun, mit welchen Aktionen der Geschäftswelt geholfen werden könnte. Es gibt erste Ideen.

Ekkehard Schmölz, Leiter von Augsburg Marketing, sagt: „Die Frequenz in den Fußgängerzonen hat zuletzt deutlich zugenommen. Allerdings kommen die wenigsten Passanten zum Bummeln, Stöbern und Sich-Inspirieren-Lassen.“ Die Botschaft der Händler lautet gegenwärtig: Die Mehrzahl der Kunden sucht gezielt nach bestimmten Produkten und möchte den Einkauf schnell hinter sich bringen.

Für die Stadtmarketinggesellschaft ist dies laut Schmölz eine Herausforderung: „Wir müssen Leben in die Stadt bringen – ohne Gedränge.“ Man sei im Austausch mit der Regio Augsburg Tourismus GmbH, um für Besucher der Innenstadt und vor allem auch für Familien ein attraktives Programm zusammenzustellen und auch gemeinsam zu bewerben.

So will das Stadtmarketing den Einzelhandel in Augsburg ankurbeln

Geplant sei für den Sommer eine Innenstadtkampagne, bei der man die Vorzüge eines Stadtbesuchs bewerben werde. Schmölz: „Wichtig ist, die Ängste und die mangelnde Kauflust bei den Innenstadtbesuchern aus den Köpfen zu bringen. Lebensfreude und Vernunft sind kein Widerspruch.“ Interessant könnte die Augsburger Innenstadt gerade jetzt in der Ferienzeit für Tagestouristen sein, sagt Schmölz.

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Einige Ideen, wie die Innenstadt in nächster Zeit belebt werden könnte, sind bekannt. Schausteller könnten womöglich einzelne Fahrgeschäfte an zentralen Orten aufstellen, wie dies zuletzt bereits einige Verkäufer von Süßwaren getan haben. Für die Händler selbst geht es jedoch darum, womöglich Außenflächen vor dem Geschäft mit Genehmigung der Stadt stärker zu nutzen. Mit dem neuen Wirtschaftsreferenten Wolfgang Hübschle, der am Dienstag seine Arbeit aufgenommen hat, sei man bei diesem Thema in der Abstimmung.

Die fehlende Kundenfrequenz macht Händlern in Augsburg zu schaffen

Die fehlende Frequenz macht Handel, Stadt und dem Stadtmarketing zu schaffen. Der Innenstadtgewerbebeirat, ein Gremium mit lokalen Unternehmern, setzte bereits eine Sondersitzung an. Es ging um eine Bestandsaufnahme der aktuellen Lage – und darum, wie ein abgestimmtes Vorgehen aussehen sollte. „Besucher müssen ihre Angst und Zurückhaltung verlieren und Lust auf einen Stadtbesuch bekommen“, sagt Schmölz. Es sei in erster Linie ein emotionales Problem.

Ein wichtiger Punkt sei dabei das Thema Erreichbarkeit. Deshalb will die Stadt nun einen Runden Tisch der Parkhausbetreiber einberufen. Schmölz: „Sicherlich wäre es von Vorteil, wenn der Nahverkehr spezielle Angebote für Familien in den Sommermonaten anbietet.“

Das Ziel sind mehr Besucher, die in der Augsburger Innenstadt einkaufen

Diese Punkte sollen dazu dienen, mehr Besucher in die Innenstadt zu holen. Was die Passantenfrequenz anbelangt, gibt es Zahlenmaterial, das die Auswirkungen der Corona-Pandemie für Augsburg in teils dramatischer Form darlegt. Im April wurden in der Annastraße insgesamt 150.000 Besucher registriert. Es war der Monat, in dem die gesetzlich vorgegebenen Auflagen extrem einschneidend waren. Viele Geschäfte hatten geschlossen, sämtliche Lokale ebenso. Die Zahl von 150.000 Passanten verdeutlicht im Vergleich zum März (214.000) und Mai (knapp 300.000), wie menschenleer die Fußgängerzone im April gewesen ist.

Das Beispiel der Annastraße ist 1:1 auf die benachbarte Bürgermeister-Fischer-Straße übertragbar. Diese Straße, in der unter anderem Karstadt Galeria sitzt, ist allerdings schon immer stärker frequentiert. Im Mai waren es in der Bürgermeister-Fischer-Straße insgesamt 410.000 Passanten. Im Januar, als Corona noch nahezu kein Thema war, wurden dagegen 610.000 Besucher gezählt. Gegenwärtig sind es somit lediglich zwei Drittel an Frequenz gegenüber dem Jahresanfang. Ein Einbruch, den die Händler auch beim Umsatz spüren.

In der Augsburger Innenstadt sind weniger Passanten unterwegs

Die Angaben basieren auf einer Auswertung des Kölner Start-up-Unternehmens Hystreet. Es erfasst Passanten per Laserscanner. Das Gerät zeigt an, wer durch die Augsburger Innenstadt spaziert. In zwei Straßenzügen wird die moderne Technik derzeit eingesetzt: Die Daten stammen aus der Bürgermeister-Fischer-Straße und der Annastraße. Der beste Tag im Mai war übrigens der zurückliegende Samstag mit 18.000 Passanten in der Annastraße und 24.000 Besuchern in der Bürgermeister-Fischer-Straße.

Ein Vergleich zeigt jedoch auch bei diesen Werten, welcher Nachholbedarf vorhanden ist: In der Bürgermeister-Fischer-Straße waren am Samstag, 15. Februar, 35.900 Passanten unterwegs, also 15.900 mehr als am vergangenen Samstag.

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03.06.2020

Durch die Krise habe ich gelernt, dass es fast alles online gibt und meistens auch noch billiger als im Laden. Bevor ich jetzt also mit dem tollen Lappen vorm Gesicht einkaufen gehe kaufe ich es online. Das Meiste kommt eh aus China, also kann man es auch gleich bei AliExpress oder Banggood selbst dort kaufen. Meistens übernimmt sogar der Verkäufer die Zollabwicklung. Frischeartikel, Putzmittel und Getränke sind das Einzige was ich noch einmal die Woche im Geschäft kaufe.

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03.06.2020

Es macht keinen Spaß, mit der Maske Einkaufen zu gehen. Die Brille läuft an und das Atmen fällt schwerer. Und so wird nur das Allerwichtigste gekauft, damit man schnell wieder aus dem Laden kommt. Und meine sogenannten "Streifzüge durch die Gemeinde" entfallen ganz.

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03.06.2020

Der Drang des Stadtmarketings, die Frequenz der Besucher in der Innenstadt zu heben und ddie Geschäfte dort zu beleben mag verständlich - weil dessen originäre Aufgabe - sein, ist aber kontraproduktiv und eher unverantwortlich.

Die Pandemie ist nicht vorbei und deshalb besteht Maskenpflicht in Geschäften und Gaststätten sowie Abstandspflichten allüberall.

Die Leute halten sich nur für unbedingte Besorgungen in den Geschäften auf, weil es einfach unerquicklich ist, mit der Maske über Mund und Nase durch den Laden zu bummeln, Gespräche mit Verkäufern zu führen. Daran werden Aktionen wenig ändern können. Wegen der strengen Vorschriften, dürfen sich in den Läden außerdem nicht beliebig viele Kunden aufhalten. Ggf. müssen sie vor der Tür auf Einlass warten. Wie bummelmotivierend ist das denn?

Wenn nun durch Veranstaltungen/Attraktionen tatsächlich mehr Menschen in die Stadt kommen, dann wird es u.U. eng werden, weil in die Geschäfte können sie nur bedingt, Cafés, Restaurants haben 30 bis 40% weniger Aufnahmekapazität. Wo also sollen die angelockten Kunden in spe hin? Gedränge, wie es oft an Samstagen in der FuZo gab, ist absolut nicht hinnehmbar zurzeit.

Will man Zustände provozieren, wie es sie an dem Freitagabend in der Maxstraße gab, an dem es dann zur Eskalation kam?

Man sollte sich blinden Aktionismus ersparen. Wirklich besser kann es erst werden, wenn die Beschränkungen aufgehoben werden. Das Geld besser für den dann notwendigen Neustart bereithalten.

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03.06.2020

Ich verhalte mich umweltfreundlich in dem ich nicht in die Stadt gehe. Das Auto ist ja unerwünscht. Ich kaufe weniger Textilien aus Bangladesch. Ich nutze die den Einheitsbrei des gastronomischen Angebots nicht.

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