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Augsburg

16.04.2019

So wird auf dem Uni-Campus geflirtet

Der Suchradius für potenzielle Partner wird auf den Augsburger Campus eingestellt, dann trifft an sich an einem beliebten Ort.
Bild: Peter Fastl

Auf dem Campus der Universität Augsburg wird seit Frühlingsbeginn wieder heftig geflirtet. Welche Rolle Dating-Apps dabei spielen.

Ob beim Essen in der Alte Cafete oder der Mensa, in der Pause auf den Grünflächen beim Unisee, oder beim Lernen in der Bibliothek. Auf dem Campus der Universität Augsburg wird seit Frühlingsbeginn wieder heftig geflirtet. Gerade die Bibliothek habe ein „richtig großes Flirtpotenzial“, erzählen die Studentinnen Julia und Marlene. Das hat einen Grund.

„Wenn einem langweilig ist, schweift der Blick durch die Bibliothek und man entdeckt oft jemanden, der einem gefällt“, erklärt Marlene. Julias Flirttipp: „Einfach so lange anlächeln, bis derjenige reagiert.“ Diesen Trick kennt auch Lehramtsstudentin Klara: „Beim Flirten in der Uni geht viel über den Blickkontakt. Wird dieser eine gewisse Zeit gehalten, kann es schon mal passieren, dass man einfach angesprochen wird“, erzählt sie. Sie selbst findet solche Aktionen mutig, würde es sich aber selbst nicht trauen. „Das überlasse ich lieber den Männern“, sagt sie. Zu diesen Männern gehört Student Hannes. Er findet: „An der Uni kommt es nicht komisch rüber, wenn man jemanden spontan anspricht oder sich zu anderen Leuten dazu setzt“.

Tinder als willkommene Ablenkung in der Bibliothek

Die 24-jährige Lara setzt auf eine modernere Taktik, wenn es ums Flirten geht. Dabei handelt es sich um die beliebte Dating-App Tinder. Bei dieser App werden dem Nutzer potenzielle Partner vorgeschlagen, denen man durch Wischen nach rechts signalisieren kann, dass man interessiert ist. Wischt man nach links, besteht kein Interesse. Erst wenn der potenzielle Partner ebenfalls nach rechts wischt, kommt es zu einem Match zwischen den zwei Nutzern, die dann miteinander chatten können. Außerdem hat die App eine Funktion, mit der man den Suchradius für den potenziellen Partner einrichten kann. „Den stellen meine Freundinnen und ich immer ganz niedrig ein, sodass uns nur Männer, die sich gerade auf dem Campus aufhalten, angezeigt werden“, erklärt Lara. Oft diene das Tindern auch als willkommene Ablenkung vom Lernen in der Bibliothek. „Teilweise saßen wir schon zu siebt zusammen und haben getindert. Das macht schon Spaß“, gibt die Studentin zu. Doch wie geht es dann weiter?

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In der Cafete mit dem "Match" verabreden

Die ganz Mutigen unter ihnen verabreden sich sofort für ein Date und treffen sich am Stehtisch in der Alten Cafete mit ihrem Match. „Der Treffpunkt ist praktisch, weil man nicht lange nach seinem Date Ausschau halten muss. So können unangenehme Situationen vermieden werden“, erklärt Laras Freundin Sophia. Die Dates seien meistens lustig und unverkrampft. „Das liegt wahrscheinlich daran, dass die Treffen so spontan sind und keiner Zeit hat, so richtig nervös zu werden“, vermutet Lara. Etwas klassischer lief das Daten bei Carlos ab, der nun schon seit zwei Jahren mit seiner Freundin zusammen ist. Und das kam so: „In einer Vorlesungspause hörte ich, wie ein Mädchen ihrer Freundin gestand, dass sie mich toll findet. Als sie merkte, dass ich sie gehört hatte, war sie sehr peinlich berührt. Am nächsten Tag fasste sie sich aber ein Herz und fragte mich nach einem Treffen. Wir lachen heute noch darüber“, erzählt der 23-Jährige.

"Die Uni ist eine einzige Partnerbörse"

Ähnlich schüchtern war auch Timo. Der 27-jährige Student hatte ein Auge auf ein Mädchen in seinem Seminar geworfen, traute sich aber nicht, sie anzusprechen. Stattdessen wandte er einen Trick an: „Als die Gruppenreferate verteilt wurden, habe ich die Zettel vertauscht, sodass sie in meine Gruppe kam. Als wir uns zur Vorbereitung trafen, war ich ziemlich aufgeregt“, erinnert er sich. Liebestechnisch ist aus den beiden zwar nichts geworden, mittlerweile sind die beiden aber gut befreundet. „Allein schon deswegen hat sich mein kleiner Trick damals gelohnt“, findet Timo.

Schon gefunden haben sich zwei Studenten der Rechtswissenschaften – Max und Lisa. Seit mehr als einem Jahr sind sie ein Paar. Wie viele andere Studierende haben sie sich über einen gemeinsamen Kommilitonen kennengelernt. „Die Uni ist eine einzige Partnerbörse“, sagt der 23-Jährige schmunzelnd.

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