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Augsburg

29.12.2019

Söders Bildungszentrum soll eine "Ideenschmiede" werden

Das große Vorbild: In Washington steht das „Newseum“, ein interaktives Medienmuseum. Für Augsburg war ein kleineres Projekt vorgesehen. Daraus wird nichts.
Bild: Sam Kittner/Newseum

Nachdem das geplante "Newseum" in Augsburg gestorben ist, soll es neue Schwerpunkte und nur noch ein Büro geben. Was geplant ist.

Es war ein Wahlversprechen, das große Erwartungen weckte. Ministerpräsident Markus Söder hatte 2018 vor der Landtagswahl ein „Bildungszentrum für Neue Medien und Demokratie“ angekündigt, das in Augsburg entstehen sollte. Das Projekt gilt allerdings als schwierige Geburt. Nun soll es inhaltlich ganz anders realisiert werden als ursprünglich gedacht – und auch mit einem deutlich kleineren Personalstab.

Das versprochene Bildungszentrum lief zunächst unter dem Stichwort „Newseum“. Angedacht war, dort unter anderem ausgewählte Exponate einer einzigartigen Sammlung der Zeitungsgeschichte zu zeigen, die in Augsburg lagert. Das ist nun aber vom Tisch. Wie aus einer Antwort des Kultusministeriums auf eine Anfrage der Grünen-Abgeordneten Stephanie Schuhknecht im Landtag hervorgeht, gibt es andere Pläne.

Nach dem Rückzug der „Stiftung Deutsches Zeitungsmuseum“ hätten der Freistaat und die Stadt Augsburg vereinbart, die Projektidee eines „Newseums“ beziehungsweise eines „Bildungszentrums für Neue Medien und Demokratie“ nicht weiterzuverfolgen. Denn ohne die „Sammlung Welke“ sei der zentrale Inhalt nicht mehr existent. Nach dem aktuellen Planungsstand soll die neue Augsburger Außenstelle der Landeszentrale für politische Bildungsarbeit in München stattdessen zwei Themenfelder bearbeiten: erstens die politische Bildungsarbeit auf kommunaler Ebene, zweitens die neue Schwerpunktaufgabe der „politischen Bildung online“, vor allem auch mit Blick auf Extremismusprävention.

Söders Bildungszentrum soll eine "Ideenschmiede" werden

Neuer Plan: Eine "Ideenschmiede" in Augsburg

Die Augsburger Außenstelle soll in Kooperation mit den städtischen Partnern als eine „Ideenschmiede“ dienen. In einer Art Werkstatt sollen neue Ideen und Formate der politischen Bildungsarbeit für kommunale Projekte zur Demokratiebildung entwickelt werden und auch mit Blick auf ein entsprechendes bayernweites Angebot erprobt werden.

Zwar dauert die neue Konzeption des Projekts nun schon rund acht Monate. Fertig ist sie aber noch nicht. Wie das Kultusministerium mitteilte, steht die im Mai 2019 eingesetzte interinstitutionelle Ar-beitsgruppe inzwischen kurz vor dem Abschluss ihrer Arbeit. In ei-nem weiteren Gespräch zwischen Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) und Oberbürgermeister Kurt Gribl (CSU), das für Mitte Januar angesetzt ist, solle über das neue Konzept endgültig entschieden werden. Die Willensbildung sei daher noch nicht endgültig abgeschlossen.

Auch die Ausstattung der Augsburger Außenstelle mit Personal soll wesentlich kleiner ausfallen, als die es Ministerpräsident Söder ursprünglich ins Gespräch gebracht hatte. Anfangs hatte er von „etwa 15 Stellen“ gesprochen. Der aktuelle Stand der Überlegungen sieht 5,5 Mitarbeiterstellen vor. Davon sollen 4,5 aus dem Personalbestand der Landeszentrale kommen und eine im Rahmen einer Neueinstellung. Der exakte Beschäftigungsbeginn dieser neuen Kraft sei noch offen, so das Ministerium.

Standort ist zum Politikum geworden

Auch der Standort der neuen Außenstelle ist zum Politikum geworden. Das Newseum sollte ursprünglich in den Glaspalast. Aber der ist aus dem Rennen. Im Verlauf der Konzeptionsphase seien die bekannten Standorte „Glaspalast“ und auch die „Halle 116“ in Pfersee geprüft worden, teilte das Ministerium mit. Nun sei eine andere Lösung geplant: Die Immobilien Freistaat Bayern solle zeitnah mit der Anmietung von Büros in der Augsburger Innenstadt beauftragt werden.

Die Grünen wollen bei der Halle 116 auf dem Sheridan-Areal aber nicht lockerlassen. Sie haben kürzlich bei der Stadtspitze beantragt, in dem früheren Außenlager des Konzentrationslagers Dachau nicht nur einen städtischen „Gedenk- und Lernort“ einzurichten, sondern auch die Außenstelle der Landeszentrale für politische Bildungsarbeit sowie eine kommunale Fachstelle für Demokratie.

Durch die gemeinsame Konzeption und örtliche Bündelung der drei Elemente entstünde ein echter Mehrwert in der Form einer Integration von Gedenken, Erinnern, Lernen und Bilden, so die Überzeugung der Grünen.

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