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Augsburg

28.08.2019

Sohn sticht Vater nieder: So geht es dem Opfer jetzt

In Lechhausen hat ein 21-Jähriger seinen Vater mit einem Messer attackiert. Der Mann wurde mittlerweile aus dem Krankenhaus entlassen.
Bild: Silvio Wyszengrad

Ein junger Mann soll in Augsburg etliche Male auf seinen Vater eingestochen haben. Offenbar war viel Glück im Spiel, dass die Tat nicht noch schlimmere Folgen hatte.

Nach der Messerattacke in einem Mehrfamilienhaus in der Lechhauser Schillstraße auf einen 54-jährigen Mann hat das Opfer das Krankenhaus nach Auskunft der Staatsanwaltschaft mittlerweile wieder verlassen. Wie berichtet, war der Mann am Samstag vorvergangener Woche spätabends nach Haus gekommen, dort nach Erkenntnissen der Ermittler der Kriminalpolizei in Streit mit seinem 21-jährigen Sohn geraten und von diesem mit einem Messer schwer verletzt worden.

Wie es hieß, habe der mutmaßliche Täter mehrmals mit einem Messer auf seinen Vater eingestochen und diesen am Oberkörper verletzt. Der Familienvater flüchtete sich nach draußen, wo ihn Passanten aufgriffen. In der Uniklinik wurde er notoperiert. Offenbar war viel Glück im Spiel, dass der 54-Jährige nicht noch schlimmer oder gar tödlich verletzt wurde. Nach Informationen unserer Redaktion gehen die Ermittler davon aus, dass der Täter nicht zwei- oder dreimal, sondern vielfach auf sein Opfer einstach, teils mit erheblicher Wucht.

Familiendrama in Lechhausen: Nachbarn berichten von häufigem Streit

Allerdings traf der Messerstecher sein Opfer zumeist an nicht lebensbedrohlichen Stellen und verletzte auch keine Arterie, sodass der 54-Jährige nicht noch einmal deutlich mehr Blut verlor. In einem anderen Fall aus dem Jahr 2017 beispielsweise hatte ein Mann aus Rumänien während einer Grillparty in Haunstetten einem Partygast ein Mal mit einem Messer einmal in den Oberschenkel gestochen und die Beinarterie getroffen; das Opfer verlor enorm viel Blut, überlebte aber knapp.

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Immer wieder befassen sich die Kriminalbeamten des Kripo-Kommissariats 1, das für schwere Verbrechen wie Tötungsdelikte und Vergewaltigungen zuständig ist, mit solchen Attacken. Helmut Sporer, Chef des Kommissariates, formulierte es gegenüber unserer Redaktion vergangenes Jahr so, dass das Messer eigentlich schon immer die bevorzugte Tatwaffe sei.

Die Hintergründe der jetzigen Tat sind noch unklar, Angaben dazu, um was es bei dem Streit zwischen Vater und Sohn gegangen sei könnte, machen die Ermittlungsbehörden derzeit nicht. Nachbarn berichteten nach der Tat, zwischen dem Vater und seinem Sohn sei es in der Vergangenheit immer wieder zu Streit gekommen. Am Abend der Tat hörten Nachbarn auch, wie laut auf Türkisch geschrien wurde. Die Familie hat türkische Wurzeln, der Tatverdächtige die deutsche Staatsbürgerschaft.

Messerattacke in Augsburg: Der Beschuldigte schweigt

Der 21-Jährige hat nach Informationen unserer Redaktion einen Realschulabschluss in Augsburg gemacht, soll allerdings bislang keinen Beruf gelernt haben. Dass er keine Arbeit hatte, habe oft zu Streit in der Familie geführt, hieß es nach der Tat aus der Nachbarschaft.

Die Kripo Augsburg hat die Wohnungstür in einem Mehrfamilienhaus in Lechhausen versiegelt. Dahinter hat sich ein Familiendrama abgespielt.
Bild: Silvio Wyszengrad

Dem Vernehmen nach lebt die Familie schon seit Jahren in der Wohnung. Mutter und Tochter sollen zum Zeitpunkt der Tat im Urlaub gewesen sein. Anwalt Florian Engert, Verteidiger des 21-Jährigen, sagt auf Anfrage unserer Redaktion, er wolle sich zu den Vorwürfen gegen seinen Mandanten aktuell nicht äußern.

Der Beschuldigte schweigt nach Auskunft der Augsburger Staatsanwaltschaft zu den Vorwürfen. Er sitzt wegen des dringenden Tatverdachtes des versuchten Totschlags und der gefährlichen Körperverletzung weiterhin in Untersuchungshaft.

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