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Augsburg

14.03.2018

Sojabohnen aus dem eigenen Garten

Noch sind es keine eigenen Sojabohnen, die (v.l.) Simon Riedlberger und Martina Renner in den Händen halten.
Bild: Annette Zoepf

Auf dem Grundstück der Landwirtsfamilie Riedlberger nimmt eine Hobbygärtnerin an einem Experiment der Universität Hohenheim teil. Damit will sie ein Stück weit die Welt verbessern.

Beim Urban Gardening, dem Stadtgärtnern, kommen die Menschen auf die unterschiedlichsten Ideen, was auf ihrer Gartenparzelle wachsen soll. In Inningen baut eine Hobbygärtnerin jetzt zwölf verschiedene Sorten Soja an – und nimmt damit an einem Forschungsprojekt für die Ernährung der Zukunft teil.

Im vergangenen Jahr waren es noch Zucchini, einige Kräuter, Salat und Bohnen, die Marina Renner auf ihrer kleinen Parzelle auf dem Feld der Familie Riedlberger in Inningen angebaut hat. Für dieses Jahr hat sie sich etwas ganz Besonderes vorgenommen – die Teilnahme an der Aktion „Das Soja Experiment – 1000 Gärten“. Die Universität Hohenheim und die Freiburger Taifun Tofu GmbH suchen Privatleute, die neue Sojasorten in ihrem Garten aussähen und beobachten, wie diese mit dem kalten Klima zurechtkommen.

„Von der Aussaat bis zur Ernte bekomme ich immer wieder Aufgaben, wie beispielsweise zu messen, wie groß die Pflanzen an einem bestimmten Stichtag sind“, beschreibt Renner ihre Aufgabe. Die Felder haben eine feste Größe von einem Meter Breite und 50 Zentimeter Abstand zwischen den Reihen. Wie genau die Pflanzen gesät werden sollen, erfährt Renner erst, wenn es in den kommenden Wochen losgeht.

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Verbraucher suchen nach regionalen Alternativen

Soja kommt hauptsächlich aus Brasilien und den USA – doch mittlerweile versuchen Landwirte, die begehrte Bohne auch in unserem Klima anzubauen. Angesichts des Trends zu vegetarischer und veganer Ernährung ist die eiweißreiche Bohne für viele Menschen eine Alternative zum Fleischkonsum. Berichte über Gensoja und Vernichtung von Regenwald in Brasilien lassen viele Menschen nach regionalen Angeboten suchen. „Für das Experiment habe ich zwölf Sorten bekommen, die sich besonders für unser Klima eignen sollen“, berichtet Renner. Für die Inningerin ist das Soja-Experiment ein Dienst an der Gemeinschaft. „Ich mache gerne mit, weil ich etwas für die Allgemeinheit tun möchte“, sagt sie. Wenn der Aufwand für ihre Sojapflanzen ähnlich groß ist wie für Gemüse, werde sie wohl jeden zweiten Tag nach ihrer „Plantage“ schauen, um zu gießen oder Unkraut auszuzupfen. Zu Hause ist Soja bei Renners kaum ein Thema. „Ich habe vier Männer, da bin ich mehr auf Fleisch spezialisiert“, sagt die Hobbygärtnerin lachend. Dafür seien ihr Bio- und Produkte aus regionalem Anbau sehr wichtig. Für ihren Einsatz bekommt sie nach der Ernte eine Portion Sojabohnen. Was sie damit machen kann, weiß sie noch nicht. „Ich suche schon nach Rezepten – ich glaube, Hummus wird doch aus Soja gemacht?“

Soja eignet sich nur bedingt für den kommerziellen Anbau

Die Verpächter der Parzelle, die Landwirtsfamilie Riedlberger, schauen mit Interesse auf die Bemühungen der Gärtnerin. „Wir finden das eine tolle Sache und haben ihr die Parzelle kostenlos zur Verfügung gestellt, sagt Sabine Riedlberger. „Soja sammelt Stickstoff aus der Luft und braucht keinen Dünger“, weiß ihr Sohn, der Landwirt Simon Riedlberger. Allerdings seien die Erträge gering, weshalb sich der Anbau nur bedingt kommerziell rechne.

Sehr erfolgreich verlief dagegen der Versuch mit den Gartenparzellen, den Riedlbergers letztes Jahr auf einem Teil ihrer Obstplantage angeboten haben. „Wir dachten, wenn sich zwölf Interessenten melden, machen wir es“, so Sabine Riedlberger. Stattdessen hätten sich rund 40 Interessenten gemeldet, die eine der fünf mal fünf Meter großen Parzellen haben wollten. Offenbar waren die Hobbygärtner zufrieden, denn 36 hätten ihre Parzelle behalten. In diesem Jahr wird das Projekt deshalb noch einmal ausgeweitet und die Zahl der Parzellen noch einmal verdoppelt.

Information Noch bis Mitte April können sich Interessenten für eine der Gartenparzellen an der Theodor-Sachs-Straße unter der Telefonnummer 0176/ 22223765 melden.

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