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12.07.2010

Sommerliche Orgelbrise

Nicht der mächtige Klangwind der Orgel entfaltete sich in der Basilika St. Ulrich und Afra, nein, eine wohltuend leichte Orgelbrise sollte die barocken Orgelkonzerte lüften und in jener Unbeschwertheit fein zeichnen, die oft in hellem Dreiklang emporstieg. Erfrischend heitere Musik an einem prächtigen Sommerabend.

Peter Bader und das Streichquartett der Bayerischen Kammerphilharmonie musizierten vom Altarraum aus. Die kleine Orgel und der Streicherklang ergänzten sich nahezu ideal. Der oft üppige Barock gewann Anmut, Charme und italienische Heiterkeit. In kleiner Besetzung schaukelte sich die heikle Basilika-Akustik nicht auf, vielmehr traten Orgelregister, Violinen, Viola und Cello in ein delikates Spiel der Klangfarben.

Händels Orgelkonzerte (op. 4 Nr. 2, 6) bildeten den Rahmen. Voller Einfachheit, Klarheit und Transparenz faszinierte hier italienisches Flair. Apart die Wechsel zwischen Tutti und Solo; überraschend war, dass sich dabei keine Fugen entwickelten. Vielmehr gingen Ritornelle schmeichelnd ins Ohr, das wiederkehrende Thema blieb haften.

Ungewöhnlich war in Vivaldis Konzert für Orgel und Violine, dass die Soloinstrumente sehr spezifisch auftraten: Flötenregister und Florian Eutermosers Geigen-Filigran auf Augenhöhe. Zwei Mozart-Kirchensonaten al epistola, kurze, einsätzige Werke, ließen aufhorchen: Rückten in KV 144 die Violinen den Orgelpart in den Hintergrund, so bestach in KV 244 Baders konzertanteres Orgelspiel. Obertonreiche Fröhlichkeit, die Susanne Gutfleischs Cello erdete, Valentin Holubs Viola musste schweigen. Auch Sales' und Wagenseils "Concerti per organo e archi" bezauberten in erfrischender Offenheit und heiterer Italianitá: So verwunderte es nicht, dass Gabriele Hofweber sich zu einem Ausdruckstanz inspirieren ließ. (ulos)

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