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Augsburg

27.05.2020

Sperrt Augsburg Straßen, um Gastro und Handel in der Krise zu helfen?

In Stuttgart wurden 2016 Parkplätze teils zu Sitzplätzen umfunktioniert. Die sogenannten „Parklets“ sollen den Straßen- zum Begegnungsraum machen.
Bild: Marijan Murat, dpa

Plus Der Stadtrat berät, ob man einzelne Straßen dicht machen kann, um dem Handel ein Ausweichen ins Freie zu ermöglichen. Verfolgt wird damit auch ein anderes Ziel.

Das schwarz-grüne Regierungsbündnis will in der Corona-Krise mit einem Maßnahmenpaket Handel und Gastronomie ermöglichen, ihre Umsatzausfälle teilweise aufzufangen. Am Donnerstag wird der Stadtrat über eine Reihe von Ideen beraten, die die Wirtschaft stützen, nebenbei aber auch das Thema Verkehrswende vorantreiben sollen.

Unter anderem ist in dem Antrag von CSU und Grünen/Generation Aux vorgesehen, dass die Stadt im Juli und August bestimmte Straßen mit vielen Gastrobetrieben am Wochenende sperrt, um mehr Platz für Tische, aber auch Sport und Spiel zu schaffen. Weitere Punkte: Außengastro-Flächen sollen im Rahmen des rechtlich Möglichen ab Juni vergrößert werden, wobei auch Parkplätze wegfallen können. Für den Handel ist vorgesehen, dass Geschäfte in der Innenstadt aber auch in Stadtteilen an geeigneten Stellen auch auf Gehsteigen und Plätzen Waren anbieten dürfen.

Augsburg: Straßen könnten abhängig von der Corona-Lage gesperrt werden

Alle Maßnahmen seien abhängig von der Corona-Lage in Augsburg zu sehen und bis Ende Oktober befristet, heißt es in dem Antrag der Regierungsfraktionen. Ziel ist es, angesichts der Corona-Beschränkungen mit Abstandsgebot den Lokalen genug Flächen zur Verfügung zu stellen, um alle Gäste bewirten zu können. Für die Gastronomie sei der Sommer eine wichtige Zeit. Dem Handel, der trotz der Öffnungen über massiven Umsatzschwund klagt, soll die Möglichkeit, teils ins Freie auszuweichen, wieder etwas mehr Laufkundschaft bescheren, die angesichts von Maskenpflicht sonst wenig Lust aufs Bummeln verspürt. „Wir wollen aber keine Dult auf dem Rathausplatz, zumal das ja neue Menschenansammlungen schaffen würde“, sagt Grünen-Stadtrat Matthias Lorenzen. Die Geschäfte sollen ihre Waren im direkten Umfeld im Freien präsentieren dürfen. Die Stadtverwaltung soll ein Konzept entwickeln, damit es nicht ramschig aussieht.

Die Gastronomen dürfen drinnen und draußen wieder bewirten. Um die Ausnahmeeinfälle etwas zu verringern, prüft die Stadt nun Maßnahmen.
Bild: Silvio Wyszengrad

Das Ziel, sagt Stadtrat Raphael Brandmiller von Generation Aux, sei, Wirtschaftsförderung mit einer neuen Nutzung des öffentlichen Raums zu verbinden. In der Tat hatten die Bündnispartner in ihren Wahlprogrammen Überlegungen für eine Neuverteilung des Straßenraums angestellt, etwa die Umnutzung von Parkplätzen in der Maximilianstraße im Sommer (CSU) oder das Konzept der Sommerstraßen (Grüne), das saisonale Fußgängerzonen vorsieht.

Der öffentliche Raum in Augsburg soll neu genutzt werden

Die Wochenend-Straßensperrungen böten die Möglichkeit, Sport und Spiel in die Innenstadt zu holen, wo sonst viele Autos unterwegs seien, so Brandmiller. Wenn Familien im Sommer angesichts von Corona auf den Urlaub verzichten, sei mehr Platz für Sommeraktivitäten sicher nicht verkehrt. Die Aktion könne man als „Startschuss“ für ein grundsätzliches Umsteuern verstehen.

Konkrete Straßen nennen die Antragssteller nicht, aber wenn man von einer hohen Gastrodichte als Kriterium ausgeht, könnten die Ludwigstraße oder Teile der Maximilianstraße in Frage kommen. Auch die Sozialfraktion von SPD/Linken schlägt in einem Dringlichkeitsantrag vor, Parkplätze in Außengastro-Flächen umzuwandeln. Gerade kleine Kneipen ohne Freischankflächen könnten davon profitieren, so Fraktionsvize Dirk Wurm (SPD). Wien habe mit derartigen Flächen, die oft mit Pflanzen abgegrenzt sind, gute Erfahrungen gemacht. Zudem will die Sozialfraktion, dass sich Schausteller mit Buden und Fahrgeschäften im Stadtgebiet präsentieren können, nachdem Plärrer und Dult ausfallen. Weil viele Bürger den Urlaub daheim verbringen, seien Freizeitangebote für alle Altersgruppen sinnvoll. Diese müssten mit Einrichtungen und Betrieben in den Stadtteilen stattfinden und zum Teil auch kostenlos sein, wenn sie für Familien nutzbar sein sollen. "

Lesen Sie dazu den Kommentar: Verkehrspolitik: Keine große Erleichterung für Gastro und Handel

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28.05.2020

>> Konkrete Straßen nennen die Antragssteller nicht... <<

Weil die grundsätzliche Zielrichtung des Antrags eher contra Autoverkehr und nicht pro Gastronomie ist?

Es ist für mich die typische Polit-Minderleistung (Antragstext "die Verwaltung soll ein Konzept erarbeiten") wenn man in einer 300.000er Stadt nicht mal ein Leuchtturmprojekt als Beispiel in den Antrag nimmt.

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