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31.10.2009

Spiegel des Lebens

Eine mehr als dreistündige Klezmernacht mit Tanz, Imbiss, viel Freude und einer Menge Musik bildete in der Augsburger Synagoge den Auftakt des "Festivals der 1000 Töne". Sogar vor und zwischen den beiden Konzerthälften spielte die fünfköpfige Klezmergruppe "Schtetele", deren Sänger Marjan Abramovitsch zu farbenfrohen Klängen zum Mitklatschen und sogar zu spontaner Polonaise durch die Besucherreihen animierte.

Die erste Konzerthälfte bestritt dann das erst vor zwei Jahren formierte Münchner Klezmer Trio, bestehend aus der Akkordeonistin Heike Storm, dem Klarinettisten, Sänger und gelegentlichen Triangelspieler Florian Ewald sowie aus Thilo Jörgl (Drum, Gitarre, Gesang, humorvoller Moderator), ehemals Mitbegründer der Augsburger Gruppe "Mesinke".

Die praktisch perfekt eingespielten drei boten Standards, ließen sinnierende Klarinettenarabesken ebenso hören wie stockende Passagen von Bassklarinette und tiefem Akkordeon, um dann erneut Fahrt aufzunehmen zum wirbelnden Kehraus. Genuss am Musizieren galt für die Münchner ganz allgemein.

Ganz besonders aber galt es für den Höhepunkt des Abends, die fünf "Klezgoyim" aus dem "südskandinavischen" Bremen. Denn die ausnahmslos meisterlichen Multi-Instrumentalisten um den Klarinettenvirtuosen Martin Kratzsch, die ihr Programm auswendig, mit fröhlich-konzentriertem Aufeinanderhören und fast stetem Blickkontakt spielten, trugen zum traditionellen Repertoire einen großen Eigenanteil bei.

Spiegel des Lebens

Bis hin zum glutvollen Wirbel

Der speiste sich aus türkischen, griechischen, rumänischen, albanischen Volksweisen ebenso wie aus Selbstkomponiertem, reichte bis ins Funk-Genre und zur Klassik, brachte Akkordeon-Cluster, Lautmalereien, Reihumimprovisationen, unkonventionelle Spielweisen und ebensolche Instrumente. Die meist mehrstufigen Musiknummern mit Introduktion, allmählichem Tanz und glutvollem Wirbel wurden zu tönenden Inszenierungen des Lebens. Nahtlos verknüpft waren Melancholie und Lebensfreude, kontrastreich standen Sehnsucht und Sinnenrausch nebeneinander.

Das Publikum reagierte begeistert - und wurde mit einer Zugabe von beiden Bands belohnt.

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