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Augsburg

23.01.2019

Spielwarengeschäft "Pfiffigunde" schließt nach 30 Jahren

Marion Schubert schließt ihr Spielwarengeschäft „Pfiffigunde“ in der Bgm.-Aurnhammer-Straße in Göggingen.
Bild: Peter Fastl

In Göggingen hat das Traditionsgeschäft "Pfiffigunde" geschlossen. Die Inhaberin beklagt fehlende Kundenmagneten in der Bgm.-Aurnhammer-Straße.

Das Einkaufsangebot in der Bürgermeister Aurnhammer-Straße ist um Spielwaren ärmer geworden. Das Fachgeschäft „Pfiffigunde“ wurde nach fast 30 Jahren geschlossen. Allerdings ist daraus kein Ladenleerstand geworden. Die im selben Verkaufsraum untergebrachte „Bücherwelt“ bleibt bestehen. Inhaberin Marion Schubert ist die Entscheidung, ihr Geschäft aufzugeben, nicht leichtgefallen. Sie sagte, es tue ihr auch für Göggingen und ihre Kunden leid. In der „Pfiffigunde“ habe inzwischen schon die zweite Generation eingekauft. Zahlreiche Kunden hätten ihr gesagt: „Bei Ihnen finde ich immer etwas.“ Im Sortiment gab es Spielzeug, das man nicht überall bekam. Naturgemäß besuchten auch viele Kinder nach der Schule den Laden, und Schubert beobachtete, wie sie manchmal wiederkamen, wenn sie das nötige Taschengeld für ein begehrtes Stück hatten.

Keine Chance gegen Internet und große Filialisten

Schubert hatte jedoch den Eindruck, gegen den Internethandel und die großen Filialisten nicht mehr anzukommen. Sie bekam auch die Konkurrenz einer Drogeriekette mit ihrem Spielwarenangebot zu spüren. Da kam sie entweder beim Verkaufspreis oder bei den nötigen Einkaufsmengen unter Druck.

Nach Beobachtung von Schubert hat sich die Bürgermeister-Aurnhammer-Straße in den vergangenen Jahren eher zum Nachteil verändert. Sie spüre, dass Rossmann und Förg nicht mehr da seien; sie fehlten als Kundenmagnete. Auch hätten sich manche ihrer Stammkunden zunehmend darauf beschränkt, kleinere Sachen bei ihr zu besorgen. Nach eigenen Worten hat sie aber beschlossen aufzugeben, bevor sie in wirtschaftliche Schwierigkeiten geriet. Insgesamt blickt sie dankbar zurück: Es seien nette Kunden und ein sehr angenehmes Arbeiten gewesen.

Spezialisiert auf hochwertiges Holzspielzeug

„Pfiffigunde“ wurde 1992 von drei Frauen in einem kleinen Raum im Kurhaus gegründet. Der Laden war anfangs auf hochwertiges Holzspielzeug spezialisiert. Die Gründerinnen, Gisela Schmidt-Beyazgül, Dorothea Zugehör und Ursula Klein, hatten erkannt, dass ein solches Angebot in Göggingen fehlte. 1996 zog das Geschäft in ein größeres Ladenlokal in der Wellenburger Straße um. Im Jahr 2000 wurde ein ähnlich großer, aber lang gestreckter Raum in der Bürgermeister-Aurnhammer-Straße gefunden. Schon seit 1997 teilte man sich den Laden mit der „Bücherwelt“, die von Elke Korinth geführt wird.

Schubert, die schon vorher im Einzelhandel arbeitete, begann 2009 als Angestellte bei der „Pfiffigunde“. 2013 übernahm sie das Geschäft von Gisela Schmidt-Beyazgül. Eine Zeit lang war Holzspielzeug laut Schubert nicht mehr so gefragt, inzwischen liege es eigentlich wieder im Trend. Hinzu kamen etwa Puzzles oder auch Randsortimente wie Faschingsartikel.

Elke Korinth übernimmt eine Angestellte der „Pfiffigunde“. Sie wird sich mit ihrem Buchgeschäft nun im gesamten Laden ausbreiten. Das Sortiment wird erweitert, aber wie, das will sie von den Kundenwünschen abhängig machen. Bisher führt sie schwerpunktmäßig Kinder- und Jugendbücher sowie Belletristik. Nach ihren Worten ist das Buch vor allem als Geschenk immer noch sehr gefragt. Auch die Buchpreisbindung verhindere, dass sie durch die Konkurrenz so unter Druck gerate wie ihre Kollegin Schubert.

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