Derzeit ist ein Teil der Halle eingerüstet, das Gebäude ist bis zum Abschluss der Untersuchungen gesperrt. An insgesamt 60 Stellen werden bis Ende der Woche Probebohrungen vorgenommen. Mit ihrer Hilfe soll ergründet werden, wie sehr die Tragseile der Spannbetonkonstruktion in Mitleidenschaft gezogen wurden.
Erst im Juni hatte die Stadtpolitik die 175 000 Euro teure Untersuchung genehmigt. Auslöser war eine Stichprobe der Landesgewerbeanstalt Bayern. Deren Experten hatten vier Trägerseile unter die Lupe genommen - eines davon war schadhaft. Hochgerechnet ergibt das eine Ausfallquote von 25 Prozent. Sollte sich diese bei der jetzt laufenden gründlichen Untersuchung bestätigen, dürfte der Stadt eine weitere Sanierung in Millionenhöhe ins Haus stehen.
Schon jetzt gilt die Sporthalle den Behörden als nicht mehr dauerhaft standsicher. Bei einer zusätzlichen Belastung des Daches mit Eis und Schnee müsste sie gesperrt werden. Das Ende 1965 mit einem Handball-Länderspiel eingeweihte Gebäude - damals 3,95 Millionen Mark teuer - ist die erste große Halle, die in Augsburg nach dem Krieg gebaut wurde.
Seit 2003 steht sie unter Denkmalschutz. Die Hängedachkonstruktion aus Spannbeton gilt als architektonische Meisterleistung. Nach dem Einsturz einer Eislaufhalle in Bad Reichenhall mit 15 Toten im Januar 2006 geriet der Zustand großer Hallen im Land ins Visier der zuständigen Behörden. (cf)