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Augsburg

29.05.2019

St. Anna feiert seine neuen Höfe

Der Innenhof der St.-Anna-Kirche wurde neu gestaltet. Offiziell wird dieser besondere Ort an Christi Himmelfahrt eingeweiht. Der kleine Brunnen und die Felsenbirne dienen als Blickfang, an den Wänden sollen bald Kletterrosen wachsen.
Bild: Silvio Wyszengrad

Zu Christi Himmelfahrt werden die letzten Meilensteine der Sanierung vorgestellt. Der Abschluss verzögerte sich um zwei Jahre, was einerseits an den archäologischen Grabungen lag. Doch auch ein Problem tat sich unerwartet auf.

Pfarrer Thomas Hegner atmet auf: Die letzte Baustelle in St. Anna geht zu Ende. An Christi Himmelfahrt, 30. Mai, wird er die beiden Höfe als Vollendung der Gesamtsanierung der evangelischen Hauptkirche einweihen. „Damit ist unser wichtigstes Ziel erfüllt, nämlich Räume zu schaffen, wo man sich gern aufhält“, sagt Hegner. Er hat auch schon konkrete Ideen, was im Sommer dort alles stattfinden kann.

Einladend sehen beide Höfe jetzt aus. Ein stiller Ort wird das Lutherhöfle sein, das vom Kreuzgang umschlossen wird. Blickfang dort ist der kleine Brunnen und eine mäßig hohe Felsenbirne. Heller Splitt und ein gepflasterter Rand aus kleinen Steinen vermitteln visuelle Ruhe. Kletterrosen werden noch die weißen Wände farblich akzentuieren. Die St.-Anna-Gemeinde ließ sich von Studenten in einem Gestaltungswettbewerb beraten. Durchgebrochen wurde vom Kreuzgang ein zweiter Eingang in den Hof, der in den Augustanasaal hinüberführt.

Ein neuer Hof soll Passanten Ruhe bieten

An der Nordseite der Kirche ist neu der Leuthof entstanden, den man von der Annastraße durch ein Tor betritt. Er wird inmitten des Stadtgetriebes ein Ort des Ausruhens, der Sammlung und des Gesprächs sein. Sträucher und Stauden säumen das Pflaster, Bänke laden zum Hinsetzen ein. Vom Leuthof aus wird man normalerweise nicht in die Kirche gelangen. Die Portale zu St. Anna und in der Regel zur Goldschmiedekapelle bleiben geschlossen. Pfarrer Hegner stellt sich vor, dass Hochzeits- und Taufgesellschaften nach dem Gottesdienst im Leuthof ihren Empfang geben können. Und auch der Hof selbst wird um 18 Uhr zur Annastraße geschlossen – im Interesse der Sicherheit und Sauberkeit.

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Eigentlich sollten die Höfe schon 2017 fertig werden. „Aber es gab Komplikationen mit der Kanalisation. Sie befand sich in einem viel schlechteren Zustand als gedacht“, erklärt Pfarrer Hegner die Verzögerung. Das Rohrsystem musste man komplett erneuern, immerhin baute man angesichts vermehrten Starkregens gleich größere Rohre ein. Zeitaufwendiger als gedacht waren auch die archäologischen Grabungen im Lutherhöfle („Wir dachten, in den Sechzigern sei alles untersucht worden“). Dort sind die Mauern der Grüfte dokumentiert worden, die zur Erweiterung der Grablegen im Kreuzgang dienten. „Jede Runde an Verzögerung hat die Frage aufgeworfen: Wie kriegen wir das finanziert?“, schildert Hegner die Folge. Die Baukosten stiegen auf 600000 Euro; zwei Drittel davon verschlang die Kanalisation.

Förderverein will 200.000 Euro auftreiben

Die Freunde von St. Anna haben die Gemeinde bei der Sanierung der beiden Höfe kräftig unterstützt. Sie werden insgesamt 200.000 Euro auftreiben, verspricht die Vorsitzende Nicolette Mauch. Nachdem die Arbeiten abgeschlossen sind, wollen sich die Freunde nun ihrem weiteren Vereinszweck widmen, der Unterstützung des geistig-kulturellen Lebens in St. Anna. After Work Jazz im Leuthof kann sich Nicolette Mauch hier vorstellen oder Lesungen und geistliche Konzerte im Lutherhöfle.

Ihre musikalische Eignung werden beide Höfe bei der Eröffnung am 30. Mai erweisen. Nach dem Gottesdienst (10 Uhr) wird je ein Divertimento von Mozart zu hören sein. Den Sommer über hat sich Pfarrer Hegner immer mittwochs einiges ausgedacht: Kirchenführungen mit farblichen Akzenten („grün beschwingt“, „rot begeistert“, „gold strahlend“) sowie Abende für Gemeindemitglieder und Passanten im Leuthof (7. und 21. August sowie 4. September).

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