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Augsburg

05.09.2016

Staatsschutz stellt Weinflaschen mit Hitler-Etiketten sicher

In einer Gaststätte in Lechhausen hat der Staatsschutz letzte Woche vier Flaschen sogenannten Führerweines beschlagnahmt.
Bild: Alexander Kaya (Symbol)

In einer Gaststätte in Lechhausen hat der Staatsschutz letzte Woche vier Flaschen sogenannten Führerweines beschlagnahmt. Auf den Etiketten war Hitler abgebildet.

Ein Prosit auf den Führer? Ewig Gestrige und Anhänger braunen Gedankengutes mögen beim Anstoßen eines Glases Wein aus einer Flasche, auf dem das Konterfei Adolf Hitlers prangt, möglicherweise alkoholbetäubt ins Schwärmen geraten. Den meisten Menschen allerdings dürfte der Appetit vergangen sein. In einer Gaststätte in Lechhausen hat der Staatsschutz letzte Woche bei einer Durchsuchungsaktion vier Flaschen sogenannten Führerweines beschlagnahmt.

Auf den Etiketten ist der Nazidiktator abgebildet, auf einer Flasche ist der Schriftzug „Sieg Heil“ zu lesen. Die Polizei war aufgrund der Anzeige eines Bürgers auf die ominösen Weinflaschen aufmerksam gemacht worden, die im Tresenbereich standen. Auch ein AZ-Leser hatte sich an die Redaktion gewandt. Nach Angaben von Michael Jakob, Pressesprecher des Polizeipräsidiums, gibt es derzeit keine Hinweise, dass der 49-jährige Wirt Verbindungen zu rechtsradikalen Gruppen hat. Er gab an, die Flaschen geschenkt bekommen zu haben.

Gegen den Wirt wird ermittelt

Er habe sie „lustig“ empfunden und geglaubt, dass derartige Etiketten nicht verboten sind. Sind sie aber doch. Jakob: „Gegen den Wirt wird jetzt wegen eines Verstoßes nach Paragraf 86 a ,Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen‘ ermittelt“. Dieser Tatbestand kann mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe geahndet werden.

Der Verkauf oder das Zeigen in der Öffentlichkeit von geschmacklosen Nazi-Souvenirs ist nur in Deutschland verboten. Im Internet kann man alle möglichen Artikel vom Bierdeckel mit dem Führer-Konterfei bis zu Hitler-Öl und -Gerstensaft bestellen, deren Versender im Ausland sitzen. Auch an italienischen Tankstellen werden derartige braune „Andenken“ mit Nazi-Symbolen an Touristen verkauft - bislang straflos.

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Die Diskussion ist geschlossen.

05.09.2016

Wenn das Zeigen von Hitler-Bildern bei uns verboten wäre, was schlimm genug wäre, denn das wäre nichteinmal versteckte Zensur, dann müsste der SPIEGEL seit 20 Jahren jede Woche beschlagnahmt werden. § 86a verbietet die Verwendung von Kennzeichen solcher Organisationen. Ist ein Bild von Angela Merkel vielleicht das Kennzeichen der CDU? § 86a verbietet übrigens auch bestimmte Grussformen. Machen Sie sich doch mal den Spass, und googlen sie die ursprüngliche Variante des amerikanischen Fahneneides "Pledge of Allegiance", genannt "Bellamy Salute".

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05.09.2016

Na Glückwunsch ans K 5.Endlich ein dicker Fisch ins Netz gegangen man möchte ja auch dem jahrzehnte langen Vorwurf etwas entgegen setzen das man auf dem rechten Auge blind ist. Prost Herr Zabel !

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05.09.2016

Weinflaschen mit Hitler-Etiketten

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Gibt Rose,Weiß und Rotwein .... mit einem "Hitler- Etikett" wird dies wohl ein Braunwein sein ... ?

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Der Verkauf oder das Zeigen in der Öffentlichkeit von geschmacklosen Nazi-Souvenirs ist nur in Deutschland verboten...

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Wäre besser gewessen, den Stier (alle Hitler-Mitläufer) an den Hörner zu packen, und nicht am Schwanz ... anstatt Nazi-Souvenirs, 80 Jahre danach "Strafrechtlich" zu verfolgen/bestrafen ....


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