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Augsburg

27.10.2013

Stadt kauft Bahnareal im Bärenkeller

Dieses Schild ist jetzt überholt: Das Grundstück beim ehemaligen Bahnhalt Hirblinger Straße ist verkauft – an die Stadt.
Bild: Ruth Plössel

Referentin Eva Weber sieht den Erwerb als ersten Schritt zu einem Haltepunkt Hirblinger Straße. Bürger hoffen auf die Regionalbahn, denn bislang ist die Fahrt in die City mit Bus und Tram sehr zeitaufwendig

Von Andrea Baumann

Bärenkeller Der Bahnhalt Hirblinger Straße ist ein Dauerthema im Bärenkeller. Viele Bewohner wünschen sich, dass die Haltestelle reaktiviert wird. Einen wichtigen, ersten Schritt in diese Richtung hat die Stadt jetzt mit dem Kauf des Grundstücks unternommen. Laut Wirtschaftsreferentin Eva Weber sind die Verhandlungen abgeschlossen.

Monatelang verkündete ein Schild der Bahn-Immobilientochter Aurelis, dass das Areal veräußert werden soll. Ursprünglich wollte ein privater Investor das rund 800 Quadratmeter große Grundstück, zu dem auch ein Bahnhofsgebäude und ein Kiosk gehören, erwerben. Als sich die Stadt auf Wunsch von Oberbürgermeister Kurt Gribl in die Verhandlungen einklinkte, kam sie zum Zug. Wirtschaftsreferentin Weber sieht darin eine gute Ausgangsbasis für künftige Verhandlungen mit allen Stellen, die bei der Wiederbelebung des Bahnhalts ein Wörtchen mitzureden haben. „Bei einem privaten Investor hätte das schwierig werden können.“

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Die Referentin weiß, dass der Bahnhaltepunkt Teil des Regioschienentakt-Ausbaus ist. Dieser wiederum ist im Nahverkehrsplan der Stadt enthalten. Voraussetzung ist allerdings der Bau des dritten Gleises. Für die Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs aus dem Bärenkeller wäre der Bahnhalt eine feine Sache. Sie könnten damit die Fahrzeit in die Innenstadt erheblich verkürzen. Derzeit müssen sie mit dem Bus der Linie nach Oberhausen fahren und am Drehkreuz Bärenwirt in die Straßenbahn umsteigen – ein meist zeitaufwendiges Unterfangen.

Kiosk wird weiter vermietet

Der Bahnhalt im Bärenkeller war von 1940 bis 1992 in Betrieb. Die Züge fuhren damals von der Hirblinger Straße zum Bahnhof Oberhausen und zum Hauptbahnhof sowie in westlicher Richtung bis Welden. Mit der Aufgabe der Haltestelle wird auch das kleine Bahnhofsgebäude nicht mehr genutzt. Eine Treppe führt noch die Böschung zu den Gleisen hinunter, endet aber in Büschen und Gestrüpp.

Der Kiosk mit Stehausschank hingegen ist nach wie vor geöffnet. Laut Weber ändert sich daran nichts mit der Stadt als neuer Eigentümerin. „Wir werden den Kiosk an die bisherige Betreiberin weiter vermieten.“

Die Nachricht vom Grundstückskauf wird im Stadtteil unisono positiv aufgenommen. So gehört für Norbert Ammer von der Aktionsgemeinschaft „Pro Bärenkeller“ ein S-Bahn-ähnlicher Personennahverkehr mit einem Haltepunkt „Hirblinger Straße“ zur guten Infrastruktur eines Wirtschaftsraums. „Der Erwerb zeigt mir, dass auch die Stadt Augsburg an diesem Haltepunkt Interesse zeigt“, sagt er und gerät ins Schwärmen. „In konkurrenzlosen fünf bis sieben Minuten zum Hauptbahnhof, ins Zentrum das wär’s. Nur so kann die Kernstadt wieder belebt werden.“

Als „richtigen Weg“ bezeichnet auch der CSU-Stadtrat Günter Göttling den Kauf. Und er hofft natürlich, dass der Bahnhalt bald Wirklichkeit wird. Er kann sich noch gut an seine Kindheit erinnern, als er an der Hirblinger Straße in den Zug stieg: „Wir waren in sechs Minuten am Hauptbahnhof.“ Interessant wäre die Zusteigemöglichkeit aus Göttlings Sicht nicht nur für die Bürger aus dem Bärenkeller, sondern auch für Passagiere aus Täfertingen oder Hirblingen.

Auf die Möglichkeit, hier den Bürgern einen barrierefreien Zustieg in den Zug zu ermöglichen, weist der SPD-Stadtrat Ulrich Wagner hin: Denn bislang sei die Fahrt mit dem Bus gerade für ältere Menschen alles andere als bequem. Auch Wagner ist froh, dass die Stadt den Zuschlag für das Grundstück bekommen hat. „Jetzt brauchen wir nur noch das dritte Gleis.“

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