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16.10.2009

Stadt verteidigt Umbaupläne für den Hauptbahnhof

Der Augsburger Stadtrat ist fast einstimmig dafür, der Bund der Steuerzahler und sein bayerischer Präsident, der Augsburger CSU-Politiker Rolf von Hohenhau, dagegen: Der Umbau des Augsburger Hauptbahnhofs ist zum zweiten Mal in Folge im Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler aufgeführt.

Gestern wurde das Werk, in dem Beispiele für die Verschleuderung öffentlicher Gelder aufgeführt werden, in Berlin vorgestellt. Aufgeführt wird der Bahnhof im Schwarzbuch unter dem Posten "Kostenexplosion - Wenn Projekte aus dem Ruder laufen".

Oberbürgermeister Kurt Gribl ( CSU) konterte postwendend: " Augsburg braucht eine zukunftsfähige Lösung für den Nahverkehr." Andere Umbauvarianten als die jetzt kritisierte seien weder zuschussfähig noch hätten sie die Zustimmung der Bahn gefunden.

Wie berichtet möchte die Stadt einen Tunnel für Fußgänger und Straßenbahn unter dem Bahnhof errichten. Finanziert wird das Projekt, dessen Kosten zuletzt mit 94,5 Millionen Euro beziffert wurden, zum großen Teil aus Zuschüssen. Ursprünglich war man von 70 Millionen Euro Kosten ausgegangen, der Steuerzahlerbund befürchtet nun weit mehr als 100 Millionen Euro bis zum Abschluss in sieben Jahren. Das Projekt werde "zum Fass ohne Boden", heißt es.

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Gribl sagt, dass die Erhöhung darauf zurückzuführen ist, dass statt einer ursprünglichen Schätzung eine Berechnung vorgenommen wurde. "Dass sich Kosten bei Maßnahmen dieser Größenordnung erhöhen, kommt vor." Ein Teil dieser Preiserhöhung ist auf gestiegene Rohstoffpreise zurückzuführen, die inzwischen wieder am Fallen sind. "Es gibt keine Anhaltspunkte, dass die aktuellen Zahlen überschritten werden", so Gribl. Im vergangenen Jahr hatte es der Bahnhof ins Schwarzbuch geschafft, weil zusätzliche Rolltreppen eingeplant wurden, die auch mehr Geld kosten.

Ein weiterer Kritikpunkt des Steuerzahlerbundes ist, dass man günstigere Varianten nicht ausreichend überprüft habe. Von Hohenhau, bis 2002 Stadtrat in Augsburg, hatte im April bereits die Wegführung über die Pferseer Unterführung - die vor zehn Jahren schon mal im Gespräch war, aber dann verworfen wurde - wieder in die Runde geworfen. Widerhall fand die Idee aber kaum. Dass Steuerzahlerbund-Präsident und Parteifreund von Hohenhau ihn indirekt attackiert, sieht Gribl sportlich: "Es zeigt, dass von Hohenhau überparteilich agiert."

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