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Augsburg

25.09.2012

Stadtbücherei: Debatte über die Zukunft

Die Einrichtung will sich ein neues Konzept geben. Unter Anleitung eines Experten wird morgen diskutiert, wie es aussehen kann. Das Haus ist einen Tag geschlossen.

Die Neue Stadtbücherei hat morgen geschlossen: Die Mitarbeiter gehen in Klausur. Drei Jahre nach Eröffnung am Ernst-Reuter-Platz nehmen sie sich Zeit, das Konzept zu überdenken. Erreicht das Haus genügend Bürger? Sollte es sich besser auf neue oder andere Zielgruppen einrichten? Und, wenn ja: Welche Voraussetzungen müssten dafür gegeben sein? Sind Stadtteilbüchereien sinnvoll und haben sie die richtigen Öffnungszeiten? Diese und andere Fragen werden im Lauf des nächsten halben Jahres beantwortet.

Begleitet wird der Prozess von einem externen Experten: Meinhard Motzko. Er hat deutschlandweit zahlreiche Büchereien auf einen neuen Weg gebracht. Seinen Rat lässt sich die Stadt 30.000 Euro kosten, die Hälfte bezahlt der Förderverein der Stadtbücherei.

Es geht bei dem Prozess in erster Linie nicht darum, die Ausleihzahlen zu verbessern. Die sind mit rund 1,3 Millionen im Jahr gut. „Auch bei der Bevölkerung kommen wir an. Über fünf Millionen Besucher sind jährlich da“, sagt Büchereileiter Manfred Lutzenberger. Auf den ersten Blick erschließe sich deshalb vielleicht nicht, dass über Neuerungen nachgedacht wird. „Es geht uns aber darum, schriftliche Grundlagen zu schaffen.“ Eine Art Leitfaden also, anhand dessen die Stadtbücherei in die Zukunft geführt werden kann.

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Dies ist laut Motzko auch nötig, denn die Gesellschaft verändert sich. Es sei nicht mehr vordringlich Aufgabe einer Stadtbücherei, „massenhaft“ Medien zu verleihen. „Sie hat vielmehr den Auftrag, Leseförderung zu betreiben, damit die Lesekompetenz besonders bei Kindern aus bildungsfernen Schichten nicht noch weiter runterfällt.“ Auch auf die zunehmende Zahl von Migranten müsse reagiert werden.

Der Bremer Motzko kommt mit keinem fertigen Konzept nach Augsburg. „Alles wird unter Einbindung der Mitarbeiter, der Politik und auch der Bürger erarbeitet“, sagt Lutzenberger. Genau darin sieht auch der Förderverein der Stadtbücherei, der das Projekt angestoßen hat, eine Chance: Augsburg bekommt eine Lösung, die auf seine Belange zugeschnitten ist.

Morgen wird es darum gehen, wo die Bücherei derzeit steht. Anregungen von Nutzern fließen ebenso ein wie Erfahrungen der Mitarbeiter. In weitere Gesprächsrunden werden dann andere Beteiligte eingebunden: „Ich kann mir vorstellen, dass wir in Zukunft stärker mit dem Schul- und dem Sozialamt zusammenarbeiten werden“, sagt Kurt Idrizovic vom Förderverein. Am Ende des Denkprozesses wird es darauf ankommen, wie die Neuausrichtung umgesetzt werden kann. „Eine neue Zielgruppe erfordert unter Umständen eine andere Ausbildung des Personals, neue Projekte, Veränderungen im Service“, sagt Idrizovic.

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