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Augsburg

16.12.2012

Stadtentwicklung: Die „Vision Gaskessel“

Das Gaskessel-Gelände in Oberhausen soll zum Kulturpark umgewandelt werden.

Der Kulturpark West könnte nach Oberhausen umziehen und dort ein völlig neues Areal erschließen. Einige Künstler stehen diesem Vorschlag skeptisch gegenüber.

Das Gaskessel-Gelände in Oberhausen soll zum Kulturpark umgewandelt werden. Die rund 1500 Musiker, Künstler und Schauspieler, die derzeit Ateliers in der Reese-Kaserne haben, könnten dort eine dauerhafte Bleibe finden. Warum ein Umzug nötig ist, wie die Künstler dazu stehen und welche Vorteile die Beteiligten sehen? Eine Übersicht.

Seit wann „sitzt“ der Kulturpark auf dem Gelände der Reese-Kaserne?

Das Projekt läuft seit 2007. Damals schloss die Kulturpark West GmbH einen zehnjährigen Vertrag mit der Stadt. Die Vermietung an Künstler war als Übergangslösung gedacht, bis Wohnbebauung kommt. Große Teile im Westen des Geländes sind bereits verkauft. Im Osten – dort, wo der Kupa sitzt – soll die Vermarktung bald beginnen. Ende 2017 müssen die Künstler weichen.

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Könnte die Stadt auf die Wohnbebauung verzichten und stattdessen den Kulturpark West auf Dauer im Reese-Areal belassen?

Der Stadtteil Kriegshaber soll durch die Erschließung der ehemaligen Kaserne aufgewertet werden. Geplant sind ein 16 Hektar großer Park, Kindertagesstätten und hochwertige Wohnbebauung. Bei der Vermarktung wurde den Interessenten ein Gesamtkonzept vorgestellt; es sieht keine Nutzung durch Kreativwirtschaft vor.

Muss auch das abraxas umziehen?

Nein, es bleibt an der Sommestraße.

Wie sieht es mit der Kantine aus?

Sie muss Ende 2017 vom Reese-Gelände weichen. Ob sie mit an den Gaskessel geht, ist offen. Die Stimmung zwischen den Betreibern und den Nutzern des Kulturparks war zuletzt angespannt.

Wie stehen die Künstler zu den Plänen?

Viele von ihnen hängen am Reese-Gelände und wollen dort auf keinen Fall weg. Andere könnten sich einen Umzug vorstellen, sofern die Gemeinschaft an sich bestehen bleibt.

Haben sie ein Mitspracherecht?

Ja. Sie werden am Montag über die Gaskessel-Pläne informiert. Das Ergebnis ist offen, Kupa-Geschäftsführer Peter Bommas kann sich jedoch vorstellen, dass ein Großteil der Nutzer sie für gut heißt. Immerhin ist die Umwandlung des Gaskessels als langfristige Lösung gedacht. Auch beim Umbau des Areals könnten sie sich mit Ideen und Wünschen einbringen.

Was, wenn sie einen Umzug ablehnen?

Dann können sie bis 2017 auf dem Reese-Gelände bleiben. Dass es über diesen Zeitpunkt hinaus dort weitergeht, ist unwahrscheinlich. Ein anderes Ausweichquartier als der Gaskessel ist nicht vorhanden. Baureferent Gerd Merkle will zudem vermeiden, dass die freie Szene immer nur übergangsweise Unterschlupf auf Industriebrachen findet.

Wie wird die Sache finanziert?

Für den Unterhalt der Industriebrache zahlen die Stadtwerke derzeit rund 500.000 Euro im Jahr. Kommt der Umzug zustande, werden Grundstück und Gebäude in eine Stiftung überführt. Sanierung und Neubauten könnte die Stadt über Kredite und Fördergelder stemmen. Denkmalschutz und Städtebau fördern solche Maßnahmen zum Teil mit 50 bis 60 Prozent. Welche Fördertöpfe greifen, müsste herausgefunden werden.

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