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Illertissen

13.08.2019

Stadtkapelle musiziert auf den Spuren von James Bond

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4 Bilder
Hoch hinaus: Die Illertisser Stadtkapelle hat kürzlich ein ganz spezielles Konzert gegeben. Und ein anstrengendes: Auf dem fast 3000 Meter hohen Schilthorn im Berner Oberland wurde der Auftritt zur Herausforderung.

Bei einem Besuch in der Schweiz spielen Illertisser Musiker auf dem 3000 Meter hohen Schilthorn. Es war ein anstrengendes Konzert - aber für Filmfans interessant.

Wo vor 50 Jahren Filmstar George Lazenby als Geheimagent James Bond im Film „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“ aktiv war und sich rasante Auseinandersetzungen mit Telly Savalas alias Bösewicht Blofeld lieferte, da gastierte kürzlich die Stadtkapelle Illertissen: Auf dem 2970 Meter hohen Schilthorn im Berner Oberland erklang aber nicht die berühmte James-Bond-Filmmusik von John Barry, sondern stilgerecht der Bozener Bergsteigermarsch. Und der war anstrengend genug. Denn in rund 3000 Metern Höhe ist die Luft so dünn, dass ein Blasinstrument nur noch mit großer Anstrengung gespielt werden kann.

Die Bergstation war Schauplatz eines James-Bond-Films.

Hinterher schwärmten alle Beteiligten von dem besonderen Erlebnis. Man fuhr natürlich nicht wie damals der Geheimagent Ihrer Majestät mit Skiern vom Schilthorn herunter, sondern man nahm wie beim Aufstieg die Bergbahn. Die Filmstars waren damals von den berühmtesten Skifahrern der Epoche wie Ludwig Leitner oder Bernhard Russi aus dem Filmteam von Willy Bogner gedoubelt worden; bei der Stadtkapelle dagegen war alles echt.

James-Bond-Produktionsfirma ließ vieles bauen

Auf der Aussichtsterrasse des Drehrestaurants „Piz Gloria“, das wie die Bahn von der James-Bond-Filmproduktionsfirma bezahlt worden war, fand der Auftritt der Illertisser Musikerinnen und Musiker natürlich größte Beachtung bei den Touristen aus aller Welt. So bilden vermutlich nun die Fotos der gut 40 Mitwirkenden in ihrer schwäbischen Tracht die Attraktion in den Fotobüchern von vielen Weltreisenden. Doch wie war die Stadtkapelle dorthin gekommen?

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Auch ein Festzug durch das Dorf Mürren stand auf dem Programm.

Die Erklärung: Susanna Stähli, geborene Schmelzle aus Illertissen, war in ihrer Jugendzeit aktive Musikerin bei der Stadtkapelle. Heute betreibt sie gemeinsam mit ihrem Ehemann Adrian das Hotel „Eiger“ als erstes Haus am Platze in Mürren. Dieses autofreie Bergdorf mit seinen nur etwa 400 Einwohnern, aber mehr als 2000 Gästebetten, liegt auf 1650 Metern im Berner Oberland und ist nur mit Bergbahnen zu erreichen. Von dort aus hat man die beste Aussicht auf die berühmten Gipfel und Steilwände von Eiger, Mönch und Jungfrau und von Mürren aus ist der „James-Bond-Berg“ Schilthorn wiederum per Bergbahn zugänglich. Stähli pflegt nach wie vor gute Kontakte zur Stadtkapelle und ist beispielsweise immer wieder einmal gerne beim Osterkonzert in Illertissen zu Gast. So war es Ehrensache für die Illertisser Musiker um Dirigent Stefan Tarkövi, die Einladung zum dortigen Dorffest anzunehmen, das alljährlich am Schweizer Nationalfeiertag, dem 1. August, und den folgenden Tagen gefeiert wird.

Davon zeugt heute eine interaktive Bond-Ausstellung.

Mit Bus und eben auch Bergbahn ging es so nach Mürren, wo man gleich zur Begrüßung am Alpinen Sportzentrum ein Standkonzert gab. Abends wurde dann beim Unterhaltungsabend zum Dorffest musiziert, was viel Applaus einbrachte. Am folgenden Tag ging es hoch hinauf zum Schilthorn. Von dort aus startet übrigens auf der steilsten und mit knapp 15 Kilometern längsten Ski-Abfahrtsrennstrecke der Welt das alljährliche „Inferno-Rennen“; die Aussichtsplattform beim „Piz Gloria“ auf dem Schilthorn ist wiederum Zielort für den „Inferno-Triathlon“.

Marsch durchs Bergdorf war "Höchstleistung"

Im benachbarten Wengen, das wie Mürren zur Gemeinde Lauterbrunnen gehört und ebenfalls nur per Bergbahn zugänglich ist, findet alljährlich das berühmte „Lauberhornrennen“ des Internationalen Skiverbands FIS statt. Der Festumzug am Nachmittag wird der Stadtkapelle auch in besonderer Erinnerung bleiben, denn hier wurde auf dem Weg durch das Bergdorf „Höchstleistung“ im wahrsten Sinne des Wortes geboten: Die einheimische Formation spielte auf dem gesamten Zugweg gerade mal drei Märsche. Aber die Illertisser Schlagzeuger hatten von Dirigent Stefan Tarkövi die „Regie“ des Auftrittes übertragen bekommen. Tarkövi selbst hatte man nämlich eine Schweizer Fahne in die Hand gedrückt, die er den ganzen Zug hindurch tragen und schwenken musste. So gaben die Schlagzeuger die Einsätze zu insgesamt acht Märschen, die mit den Trommeln dann aber leicht zu bewältigen waren.

Höhenluft bedeutete große Anstrengung

Wer aber schon einmal mit einem Blasinstrument spielend bergauf marschiert ist, kann sich vorstellen, welche Anstrengung das in der Höhenluft bedeutete. So war der Ausflug ins Berner Oberland sicherlich einer der besonderen Höhepunkte in der bisher 144-jährigen Geschichte der Stadtkapelle Illertissen.

Mehr zur Stadtkapelle Illertissen lesen Sie hier:

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