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Wirtschaft

14.08.2019

Stadtsparkasse Augsburg sucht einen Eschle-Nachfolger

Die Stadtsparkasse hat einen Vorstandsposten ausgeschrieben. Im Moment werden die Bewerbungen gesichtet.
Bild: Felicitas Macketanz

Plus Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende scheidet Mitte nächsten Jahres aus. Unabhängig von der Besetzung der Spitzenposition steht das Institut vor großen Herausforderungen.

Es ist eine Position, die mit einem höheren sechsstelligen Betrag im Jahr dotiert ist: Die Stadtsparkasse Augsburg sucht ein neues Vorstandsmitglied. Walter Eschle, der stellvertretende Vorstandsvorsitzende, scheidet Ende Juli 2020 aus. Er ist dann 64 Jahre alt und geht in Ruhestand. Das Bewerbungsverfahren ist abgeschlossen. Zahlreiche qualifizierte Bewerbungen seien eingegangen, heißt es. Über die Zahl macht das Institut keine Angaben.

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Sprecher Marcus Hupfauer sagt auf Anfrage: „Wir befinden uns in der Phase der Bewerberauswahl.“ Die Entscheidung werde sich noch etwas hinziehen: „Wir gehen davon aus, dass wir spätestens im vierten Quartal 2019 eine Entscheidung des Verwaltungsrates haben werden.“ Der Verwaltungsrat, an dessen Spitze Augsburgs Oberbürgermeister Kurt Gribl steht, ist das Gremium, das letztlich über die Besetzung des Vorstands zu entscheiden hat.

Walter Eschle

Stadtsparkasse Augsburg: Rolf Settelmeier führt das Institut seit Juli 2008

Vorstandsvorsitzender des Instituts ist Rolf Settelmeier, 60. Dessen Vertrag läuft bis Mitte 2023. In der Regel sind es Fünf-Jahres-Verträge, die mit Vorstandsmitgliedern abgeschlossen werden. Walter Eschle gehört seit dem Jahr 2002 dem Vorstand der Stadtsparkasse an. Er ist verantwortlich für das Firmen- und Gewerbekundengeschäft sowie das Auslandsgeschäft der Stadtsparkasse. Dem dreiköpfigen Vorstand gehört ferner Cornelia Kollmer, 52, an. Ihr Vertrag wurde vor einiger Zeit bis 31. August 2024 verlängert. Kollmer ist seit September 2009 verantwortlich für das Privatkundengeschäft und die Geschäftsstellen.

Rolf Settelmeier

Die Führungspersönlichkeit der Stadtsparkasse ist Rolf Settelmeier. Der Banker, der einen guten Draht zu OB Gribl hat, ist in erster Linie für die strategische Ausrichtung und Weiterentwicklung der größten schwäbischen Sparkasse sowie für Personal, Steuerungs- und Abwicklungsbereiche – unter anderem Finanzen und Controlling, interne Revision und Organisation – verantwortlich. Er verantwortet das Amt des Vorstandsvorsitzenden der Stadtsparkasse seit Juli 2008. In diesem Zusammenhang muss allerdings auch daran erinnert werden, dass im Jahr 2012 die damalige Vertragsverlängerung zu einem Politikum geworden war.

Teile des Verwaltungsrates favorisierten zu diesem Zeitpunkt Walter Eschle, den sie zum Chef der Stadtsparkasse machen wollten. Die Personalie, die an die Öffentlichkeit drang, sorgte für mächtig Wirbel. Gribl legte sich für Settelmeier ins Zeug. Der Banker blieb im Amt – bis heute.

Dass die Stadtsparkasse Augsburg sich jetzt in einem hart umkämpften Bankenmarkt behaupten muss, daran lässt das Führungstrio keinen Zweifel. Dies wurde zuletzt bei der Vorlage der Geschäftszahlen für das Jahr 2018 einmal mehr betont. Etwas mehr als 1000 Mitarbeiter hatte das Institut zum Jahresende beschäftigt. Es gab in den Vorjahren einen Stellenabbau, wobei auf Kündigungen verzichtet wurde.

Cornelia Kollmer

Interne Strukturänderungen sind am Laufen. Dies passiert unabhängig von der Stellenausschreibung desVorstandspostens. Eswird,ist zu vernehmen, zu Änderungen in einzelnen Führungsebenen kommen. Sprecher Hupfauer sagt: „Zahlreiche Veränderungen des Marktumfelds, zu denen das Negativzinsumfeld und die Digitalisierung gehören, machen auch eine Anpassung unserer internen Struktur erforderlich.“ Grundsätzlich gelte, „dass alle Überlegungen zur Neuorganisation dem Kundeninteresse im Sinne Qualität, Schnelligkeit und konkurrenzfähiger Wert der Leistung dienen sollen“. Ein direkter Stellenabbau sei damit jedoch nicht verbunden. „Die Stadtsparkasse versucht, langfristig Arbeitsplätze zu sichern, indem verstärkt auf Beratungsleistungen bei Themen gesetzt wird, die nicht mit drei Klicks online erledigt werden können, wie zum Beispiel eine Baufinanzierung“, sagt Hupfauer. Allerdings sei davon auszugehen, dass beim Ausscheiden von Mitarbeitern nicht zwingend Ersatz geholt wird.

Stadtsparkasse Augsburg: Gibt es weiterhin einen Vize?

Die Entscheidung, wer künftig neu im Vorstand sitzt, wird hausintern mit Interesse verfolgt. Man darf davon ausgehen, dass sich auch Mitarbeiter der Stadtsparkasse für die Stelle beworben haben. Wenn die Wahl auf eine Person von außen fällt, dürften damit neue Spekulationen geschürt werden. Handelt es sich dann bereits um diejenige Person, die künftig einmal Vorstandschef Settelmeier beerben könnte? Ein neuer Vorstand, der quasi für die Spitzenposition aufgebaut wird. Andererseits wird überhaupt die Frage zu klären sein, wer ab Mitte 2020 stellvertretender Vorstandsvorsitzender ist oder ob gar auf diese Position verzichtet wird. Sprecher Marcus Hupfauer sagt: „Es muss zunächst das Bewerbungsverfahren abgewartet werden; dann wird der Verwaltungsrat darüber beraten.“

Sparkassenvorstände gehören zu den Besserverdienern. Aus dem Beteiligungsbericht 2017 der Stadt Augsburg geht hervor, dass im Jahr 2016 an das Vorstandstrio ein Gesamtbetrag von etwas mehr als 1,3 Millionen Euro ausgezahlt wurde. Darin enthalten dürften auch Erfolgsprämien sein. Die Stadtsparkasse wird als wirtschaftlich gesundes Institut eingestuft. Der Gewinn nach Steuern lag im Geschäftsjahr 2018 bei nicht ganz 27 Millionen Euro.

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