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10.11.2018

Stadtteil-Entwicklung: Stadt muss über ihr Zentrum hinausschauen

Der Flößerpark in Lechhausen wird sicherlich einmal eine Attraktion.
Bild: Annette Zoepf

An das Zentrum, den Königsplatz, den Rathausplatz oder das Staatstheater, denkt jeder. Aber die Stadtteile sollten nicht vergessen werden.

Man soll nicht in alten Wunden rühren. Aber es lässt sich klar sagen: Wäre Göggingen im Jahr 1972 nicht nach Augsburg eingemeindet worden, würde die Stadt heute anders aussehen, als der Stadtteil. Ein eigenständiger Ort kann seine Entwicklung viel stärker gestalten, siehe Bobingen oder Gersthofen. Auf der anderen Seite leben Stadtteile und Städte auch von der Strahlkraft der Großstadt.

Lechhausen wollte ja vor mehr als 100 Jahren selbst Teil von Augsburg werden. In beiden Fällen lässt sich das nicht mehr umkehren und es wäre auch falsch. Viele Herausforderungen – Beispiel Wohnungsnot – kann nicht einmal eine Großstadt ohne die Region lösen. Mehr Klein-Klein wäre da fatal. Dennoch muss die Stadt ihre Stadtteile im Blick behalten.

An das Zentrum, den Königsplatz, den Rathausplatz oder das Staatstheater, denkt jeder. Die Bürgermeister-Aurnhammer-Straße in Göggingen oder das Schlössle in Lechhausen sind aber manchmal weit weg. Klar, es gibt Projekte zur Stadtteilentwicklung. Aber in einer Großstadt geht das selten so schnell wie in einem kleineren Ort. Und es sind auch die alltäglichen Dinge, nach denen sich die Menschen vor Ort sehnen.

Lechhausen hat viel Industrie und Gewerbe. Man kann aber verstehen, dass die Lechhauser gerne noch mit etwas anderem als der Müllverbrennung in Verbindung gebracht werden würden. Der Flößerpark könnte eine Attraktion werden, die über die Grenzen des Stadtteils hinaus strahlt. Eine Verlängerung der Linie 1 in Richtung Norden bis in die Hammerschmiede könnte die Anbindung verbessern. Und vielleicht landet auch einmal eine weiterführende Schule in dem Stadtteil. Lechhausen, aber auch die anderen Stadtteile sind es wert, denn dort wird wichtige Arbeit geleistet.

Die eigene Identität ist nach den Eingemeindungen zwar nicht mehr so markant. Vereine und Gruppen pflegen trotzdem noch die Gemeinschaft. Man sportelt zusammen, man feiert zusammen – und bringt Menschen zusammen. Das schafft Heimat.

Lesen Sie dazu den Artikel: So verändert sich Lechhausen

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