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Augsburg

09.11.2018

Stadtwerke-Kunden müssen mehr für Strom, Wasser und Gas zahlen

Strom wird um 6,3 Prozent, Gas um 7,7 Prozent und Wasser um etwa 3,8 Prozent teurer.
Bild: Jens Büttner, dpa (Symbolbild)

Stadtwerke-Kunden müssen ab 2019 teilweise rund zehn Euro mehr pro Monat bezahlen. Wie das Versorgungs-Unternehmen die Steigerungen begründet.

Kunden der Stadtwerke müssen sich zum Jahreswechsel auf Preiserhöhungen gefasst machen: Nachdem Strom und Gas mehrere Jahre lang nicht teurer wurden, stehen jetzt Preiserhöhungen von sechs bis sieben Prozent bevor. Beim Trinkwasser werden sowohl der Grund- als auch der Verbrauchspreis steigen. Wer Strom-, Gas- und Wasserkunde ist, dürfte künftig ungefähr zehn Euro mehr im Monat bezahlen müssen.

Dass die Stadtwerke beim Strom mehr verlangen werden, war fast absehbar, nachdem Experten schon seit dem Sommer bundesweit höhere Preise prophezeit hatten. Im Grundversorgungstarif swa Strom Basis wird die Preissteigerung mit 2,07 Cent pro Kilowattstunde bei 6,3 Prozent liegen. Ein Haushalt mit 2400 Kilowattstunden jährlich (das ist der durchschnittliche Augsburger Haushalt) muss somit im Grundversorgungstarif 4,14 Euro mehr pro Monat bezahlen.

Stadtwerke: Einkaufspreise steigen

Die Stadtwerke machen steigende Einkaufspreise geltend. In der Tat sind die Preise an der deutschen Strombörse – nachdem sie bis 2016 aufgrund des Zuwachses an erneuerbaren Energien stetig gefallen waren – seit Anfang des Jahres durch die Decke gegangen. In den vergangenen zwei Jahren hätten sich die Beschaffungspreise verdoppelt, so die Stadtwerke.

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Weil nach und nach Atomkraftwerke vom Netz gehen, setzen die großen Energieversorger für die Grundlast-Versorgung stärker auf Kohle. Doch deren Einsatz wird teurer, weil die Preise für die Zertifikate im europäischen Emissionshandel nach oben gegangen sind. Hintergrund ist, dass die EU-Kommission den Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxids begrenzen will, indem sie ihn verteuert. Im Zuge des gestiegenen Ölpreises sind zudem die Preise für Gas und Kohle nach oben gegangen. Immerhin kamen im vergangenen Jahr noch 27 Prozent des Stroms der Stadtwerke (außer Regenio-Tarife) aus Kohle. Der Anteil der Kernenergie liegt aktuell noch bei 8,1 Prozent.

Beim Erdgas gab es seit 2011 keine Preiserhöhung mehr und im vergangenen Jahr sogar eine Preissenkung um vier Prozent für etliche Kunden. Die Stadtwerke sagen, dass der Großhandelspreis sich zuletzt um fast 20 Prozent verteuert habe. Im Grundversorgungstarif swa Erdgas Basis liegt die Preissteigerung bei 7,7 Prozent. Ein Augsburger Durchschnitts-Haushalt mit einem jährlichen Verbrauch von 15.000 Kilowattstunden zahlt künftig um die 6,40 Euro mehr pro Monat.

Trinkwasser-Preise wurden mehrmals erhöht

Beim Trinkwasser haben die Stadtwerke in den vergangenen Jahren stetig zugelangt. Begründet wurde das mit Baupreissteigerungen, die sich bei Investitionen ins Netz (Leitungserneuerung, tiefere Brunnen für bessere Wasserqualität) bemerkbar machen. Weil dabei vornehmlich am Grundpreis gedreht wurde, erwischte es speziell Bewohner von Einfamilien- oder Reihenhäusern massiv (bei Mehrfamilienhäusern, die ja nur einen Hausanschluss haben, wird der Grundpreis unter den Bewohnern aufgeteilt).

Ab 1. Januar wird das Trinkwasser pro 1000 Liter (ein Kubikmeter) um neun Cent teurer. Das sind für den Durchschnittshaushalt 3,8 Prozent Mehrausgaben. Auf eine dreiköpfige Familie mit 132 Kubikmetern Jahresverbrauch im Einfamilienhaus gerechnet ergibt das Mehrkosten von 1,16 Euro im Monat. Der Singlehaushalt im Mehrfamilienhaus kommt mit 52 Cent Kostensteigerung davon.

Zwar ist das Wasser in Augsburg deutlich teurer als in Umlandgemeinden, es ist im Vergleich unter den 25 größten deutschen Städten aber relativ günstig. Der Grund für das Stadt-Umland-Gefälle liegt darin, dass in Großstädten etwaige Investitionskosten der Stadtwerke in den Trinkwasserpreisen enthalten sind. In kleineren Gemeinden, die im Raum Augsburg zuletzt auch durch Abkochgebote oder Chlorungen in die Schlagzeilen gerieten, gilt hingegen meist eine Gebührensatzung, die es erlaubt, im Falle von großen Investitionen zusätzlich einmalige Verbesserungsbeiträge von den Bewohnern zu verlangen.

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