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Augsburg

14.08.2012

Stadtwerke investieren Millionen in neue Windräder

Die Stadtwerke Augsburg wollen neue Windräder bauen.
Bild: Julian Leitenstorfer

Die Stadtwerke Augsburg haben Großes vor: Sie planen den Bau neuer Windräder. Bis 2017 sollen die 20 Millionen Kilowattstunden Ökostrom produzieren. Vier Standorte sind im Gespräch.

Die Stadtwerke wollen in den kommenden Jahren in ein bis zwei neue Windräder investieren. Laut Stadtwerke-Chef Claus Gebhardt sollen sie spätestens ab 2017 Strom liefern. Mögliche Standorte liegen außerhalb des Augsburger Stadtgebiets. Die Millionen-Euro-Investition soll den Anteil an eigenproduzierter Energie erhöhen. Bis 2017 wollen die Stadtwerke 20 Millionen Kilowattstunden Öko-Strom zusätzlich produzieren. So viel wäre in etwa nötig, um alle Augsburger Straßenbahnen zu betreiben.

Strom aus ökologischen Quellen

Zuletzt verfolgte der städtische Energieversorger das Ziel, bis 2014 alle Augsburger Haushalte mit selbst erzeugtem Strom aus „ökologischen Quellen“ zu versorgen. Was sich nach einer Vision anhöre, war aber schon bei der Ankündigung fast Realität, weil mehr als die Hälfte des Stroms an Gewerbekunden verkauft wird. Mit dem Hochablasskraftwerk (Betriebsstart 2013) und bereits gebauten Photovoltaikanlagen (Bücherei, Kongresshalle) wird das Ziel verwirklicht sein. Nun soll der Anteil an Strom aus „ökologischen Quellen“ nochmal erhöht werden, wobei dazu aber auch die Verbrennung von Erdgas in der Gasturbine in Lechhausen zählt. Sie hat einen besonders hohen Wirkungsgrad, weil sie Strom produziert und die Abwärme ins Fernwärmenetz abgibt. Auch Strom aus Wasserkraft (altes Wasserwerk am Eiskanal), zwei Windrädern auf der Schwäbischen Alb und dem Hackschnitzelwerk in Lechhausen (Strom und Wärme aus Holzverbrennung) und der Müllverbrennungsanlage zählt dazu.

Vier Standorte sind im Gespräch

Was die neuen Windräder betrifft, sind vier Standorte im Gespräch. Bis zum Herbst wollen die Stadtwerke dem Aufsichtsrat eine Abwägung vorlegen. Im Rennen sind ein Standort bei Aalen nahe der A7, bei Zusmarshausen/Burgau an der A8, bei Odelzhausen oder in Nordthüringen. „Wir prüfen das aus verschiedenen Blickwinkeln wie Technik, Wirtschaftlichkeit und Zeitablauf“, so Gebhardt.

Die Finanzierung ist noch unklar

Allerdings werden sich die Stadtwerke anstrengen müssen, um die Finanzierung hinzubekommen. Ein Grund: Die Rückstellungen für Kö-Umbau und Hauptbahnhof werden sich in den kommenden Jahren in den Bilanzen niederschlagen. Das oder die Windräder – veranschlagt ist etwa eine Summe von acht oder neun Millionen Euro – macht nur die Hälfte der Zukunftsstrategie aus. In welche weiteren Anlagen investiert wird, um das 20-Millionen-Kilowatt-Ziel bis 2017 zu schaffen, ist unklar – ebenso, woher dieses Geld kommen soll. Denn der umstrittene und vergangenes Jahr beschlossene Verkauf eines Teils der Augsburger Bayerngas-Anteile, der mindestens 60 Millionen Euro bringen soll, stockt. Ein Teil wurde verkauft, aber weil Regensburg sich ebenfalls von Anteilen am Zusammenschluss kommunaler Gasversorger trennen möchte, gibt es mehr Angebot als Nachfrage. Bis September soll klar sein, was erzielbare Verkaufspreise betrifft. Absehbar ist, dass die Stadtwerke sich, wie beim Hochablass-Kraftwerk, für Investitionen bei den Bürgern Geld leihen. Die Nachfrage war zuletzt so hoch, dass Interessenten abgewiesen wurden.

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