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09.04.2010

Stadtwerke lehnen Kraftwerk ab

Überraschende Wende im Streit um das neue Lech-Kraftwerk: Die Stadtwerke Augsburg haben sich nun klar gegen die geplante Anlage von Eon mitten im Stadtwald ausgesprochen. Man sieht wachsende Probleme für die Augsburger Trinkwasserversorgung, weil im Lech der Wasserspiegel absinkt. Die nötigen Gegenmaßnahmen würden durch den Kraftwerksbau in der geplanten Form für Jahrzehnte unmöglich gemacht, heißt es in einem neuen Schreiben, das unserer Zeitung vorliegt.

Noch im November hatten Experten der Stadtwerke die geplante Anlage für grundsätzlich denkbar gehalten. Doch nun hat man im städtischen Versorgungsunternehmen die Lage neu bewertet. Hintergrund seien Erkenntnisse aus neuen Studien. Danach steht jetzt fest, dass sich die Sohle im Lech an der "Schwelle Lindenau" auf Höhe von Kissing eingetieft hat. Das heißt, der Fluss hat sich genau an der Stelle, an der das Kraftwerk entstehen soll, tiefer in sein Bett eingegraben. In der Folge ist der Wasserspiegel um 70 Zentimeter gesunken.

Laut Umweltreferent Rainer Schaal gibt es auch eine weitere neue Erkenntnis. Sie stammt aus einer Studie, die im Auftrag des städtischen Landschaftspflegeverbandes entstand. Darin wird zum ersten Mal ein direkter Zusammenhang zwischen dem gesunkenen Wasserspiegel im Lech und dem niedrigen Grundwasserspiegel im Naturschutzgebiet Stadtwald gesehen.

Augsburgs Brunnen liegen genau in diesem Bereich. Nach Einschätzung der Stadtwerke gibt es schon jetzt eine Konkurrenz zwischen dem Grundwasserbedarf für die Augsburger Wasserversorgung auf der einen Seite und dem Grundwasserbedarf für die Feuchtgebiete auf der anderen Seite. Wenn die Sohle im Fluss nicht stabilisiert wird, werden sich die Probleme verschärfen, so die Prognose.

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Die Stadtwerke wollen mit Blick auf die Trinkwasserversorgung die Option offen halten, den Wasserspiegel im Lech wieder auf den alten Stand anzuheben. Dies werde der geplante Kraftwerksbau aber verhindern.

Bei Eon Wasserkraft beurteilt man die Lage allerdings ganz anders. Die neue Bewertung der Stadtwerke sei kein K.-o.-Kriterium für das Projekt, betont Pressesprecher Christian Orschler. Die Eintiefung des Lechs sei bekannt und habe nichts mit der neuen Anlage zu tun. Das Kraftwerk werde auch Veränderungen im Fluss oberhalb und unterhalb nicht im Wege stehen. Bei Eon will man jetzt das Genehmigungsverfahren für das Projekt abwarten, das in Kürze starten soll. Erst dort wird sich entscheiden, wie die Argumente Pro und Kontra Wasserkraftwerk rechtlich gewichtet werden. "Einblick

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