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21.03.2009

Stadtwerke planen neues Millionengeschäft

Die Stadtwerke Augsburg planen offenbar eine weitere Millionenbeteiligung auf dem Kraftwerkssektor. Objekte der Begierde sind Wasserkraftwerke des Konzerns Eon in Oberbayern, die zum Verkauf stehen. Nach Informationen unserer Zeitung aus Kreisen des Aufsichtsrates geht es um eine Investition von mehr als 20 Millionen Euro. Das Unternehmen selbst wollte sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht äußern.

Passen würde das Geschäft in die von Stadtwerkechef Claus Gebhardt formulierte Firmenpolitik. Danach will das Unternehmen mittelfristig 40 Prozent seines verkauften Stroms selbst erzeugen, derzeit liegt dieser Wert bei knapp 30 Prozent (siehe Kasten). Das gilt als lohnender, als den Strom auf internationalen Börsen einzukaufen und an die Endverbraucher weiterzuleiten.

Energieriese Eon muss verkaufen

Einige Zeit hatten die Stadtwerke deshalb auf die Beteiligung an einem Kohlekraftwerk bei Herne spekuliert. Als das aus Gründen des Klimaschutzes umstrittene Geschäft wegen einer regelrechten Kostenexplosion im vergangenen Jahr platzte, kündigte Gebhardt verstärkte Investitionen in die Erzeugung erneuerbarer Energien (Sonne, Wind, Wasser, Biomasse) an.

Stadtwerke planen neues Millionengeschäft

Im vergangenen Sommer wurde das 24 Millionen Euro teure Hackschnitzelkraftwerk in Lechhausen in Betrieb genommen, zudem erwarb das städtische Unternehmen zwei Windkraftanlagen bei Heidenheim an der Brenz für sechs Millionen Euro. Windmühlen und Heizkraftwerk liefern Strom für rund 11 000 Haushalte. Insgesamt versorgen die Stadtwerke in Augsburg und Umgebung nach eigenen Angaben 150 000 Haushalte in Augsburg und Umland mit Strom, hinzu kommen Kunden aus Industrie und Gewerbe.

Die Wasserkraftwerke, auf die die Augsburger nun im Verbund mit weiteren Interessenten ein Auge geworfen haben, liegen in Oberbayern. Seit vergangenen Herbst bietet der Eon-Konzern insgesamt zwölf seiner Anlagen am Inn an. Strom aus Wasserkraft gilt in der Branche als lukrativ. Er fließt zuverlässiger als aus Windkraft und Fotovoltaikanlagen, überdies sind die Wartungskosten für die Kraftwerke überschaubar. Deren Bau ist wegen der damit verbundenen Eingriffe in Landschaft und Natur aber häufig umstritten.

Derartige Debatten hat man bei bestehenden Kraftwerken, wie sie jetzt von Eon angeboten werden, schon hinter sich. Der Verkauf der Anlagen ist Teil eines Paketes, mit dem der Energieriese die EU-Kommission gnädig gestimmt hat. Eon hatte im vergangenen Jahr einen Verkauf seines Stromnetzes und von Kraftwerken angekündigt, im Gegenzug stellte die Kommission ein kartellrechtliches Verfahren gegen den Konzern ein. Dieser stand im Verdacht, durch seine Kontrolle des Netzes andere Wettbewerber zu benachteiligen und in seinen Kraftwerken produzierten Strom nicht zu verkaufen, um die Preise hochzuhalten. Die Wettbewerbshüter der EU könnten auch bei der von den Stadtwerken angestrebten Beteiligung noch eine Rolle spielen. Laut Kommission müssen alle Eon-Verkäufe von ihr genehmigt werden.

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