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22.01.2015

Stadtwerke steigen ins Carsharing ein

Stadtwerke-Chef Walter Casazza mit einem Carsharing-Auto.
Bild: Anne Wall

Ab April stehen in Augsburg 25 Autos zur Verfügung, die jeder nutzen kann.

Die Stadtwerke werden ab 11. April eine Flotte von 25 Autos im Stadtgebiet fürs gebührenpflichtige Carsharing bereitstellen. „Das ist ein wichtiger Mosaikstein zur Mobilität, mit dem wir unser Angebot bei Bus und Straßenbahn abrunden wollen“, sagt Stadtwerke-Chef Walter Casazza. Man wolle dem Thema in Augsburg mehr Schub geben. Carsharing ist in Augsburg nichts Neues: Seit 14 Jahren gibt es den Verein „BeiAnrufAuto“, bei dem sich über 200 Mitglieder 13 Autos teilen. Die Stadtwerke rechnen mit 300 Stammkunden im ersten Anlauf, wollen aber deutlich zulegen.

Geht es nach den Stadtwerken, soll das Teilen von Mobilität breiter aufgestellt werden. Mit dem Verein gab es im Vorfeld Gespräche. „Wir begrüßen, dass das Thema verbreitet wird“, so Thorsten Frank, Zweiter Vorsitzender des Carsharing-Vereins. Allerdings hätte man sich auch eine Kooperation mit den Stadtwerken vorstellen können, wie es sie in anderen Städten gibt.

Die Stadtwerke werden das Angebot nun selbst umsetzen – als erster lokaler Anbieter von ÖPNV deutschlandweit. Man habe durch die eigene Infrastruktur andere Möglichkeiten als ein Verein. „Ein Beispiel: Das Buchen muss möglichst einfach gehen. Neben einer Hotline und dem Internet werden wir dazu auch eine App anbieten“, so Casazza. Die Preise werden tendenziell leicht über denen von BeiAnrufAuto liegen.

An zunächst acht Standorten in der Stadt wollen die Stadtwerke die 25 Autos – vom Elektroauto bis zum Kleinbus – postieren. Auf große Gewinne aus dem Carsharing hoffen die Stadtwerke nicht. Das Angebot soll sich selbst tragen. Die Rechnung für die Stadtwerke geht andersrum: Die Augsburger sollen vermehrt zum Umsteigen auf Bus und Tram ermuntert werden und aufs Auto oder den Zweitwagen verzichten. „Für die Sonderfälle, wo man doch ein Auto braucht, weil man etwa etwas Schweres zu transportieren hat, steht dann unser Carsharing bereit“, so Casazza.

Für Abokunden gibt es zum Einstieg eine Vergünstigung. Als Casazza die Pläne vor Weihnachten andeutungsweise im Stadtrat vorstellte, gab es auch kritische Stimmen, die bemängelten, dass die Stadtwerke – statt sich auf Kernaufgaben wie den schnellen Ausbau von Tramlinien zu konzentrieren – verzettelten. „Wir wollen Mobilitätsbedürfnisse zur Gänze befriedigen“, kontert Casazza.

Den großen Durchbruch hat Carsharing in Augsburg bisher nicht erlebt. Allerdings verzeichnete der Verein in den vergangenen drei Jahren mehr als eine Verdoppelung der Mitglieder. „Das reicht vom ,Einzeltäter‘ bis zur Familie und von Nutzern, die vor allem ökologisch denken, bis zu solchen, für die es um Pragmatismus geht“, sagt Vereinsvorstand Frank. Der Verein kooperiert auch mit einer Wohnungsbaugesellschaft und bietet einen ehrenamtlichen Fahrdienst für Senioren an. Casazza sieht vor allem für die Zukunft große Chancen: „Für die jungen Leute ist das Auto kein Statussysmbol mehr, sondern ein Zweckmittel. Das muss man nicht besitzen, sondern es muss verfügbar sein.“ Ab 2016 wollen die Stadtwerke auch Elektro-Leihräder anbieten. Für die normalen Fahrräder betreibt Stadtwerke-Partner Nextbike derzeit 29 Stationen mit 170 Rädern (an der MAN ist eine weitere Station geplant). Im vergangenen Jahr gab es um die 4200 Ausleihen.

Freitag, 30. Januar, findet von 14.30 bis 17.30 Uhr im Stadtwerke-Saal (Hoher Weg) eine Info-Veranstaltung statt. Dabei werden „BeiAnrufAuto“ und das swa-Car-Sharing vorgestellt. Beide haben auch Internet-Angebote.

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