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Verkehr

05.11.2019

Stadtwerke stoppen Party-Straßenbahnen

Fahrten mit der historischen Tram sind weiterhin in Augsburg möglich. Allerdings wird sie nicht mehr an kommerzielle Veranstalter vermietet.

Die Trams werden vorerst nicht mehr an kommerzielle Veranstalter vermietet. Anlass sind Auswüchse mit Betrunkenen. Bei privaten Veranstaltungen sieht es anders aus

Trams gehören traditionell zum Straßenbild von Augsburg. Nicht immer sind Fahrgäste auf dem Weg zur Arbeit, in die Schule oder zum Einkauf unterwegs. Es gibt als zusätzliches Angebot Vergnügungsfahrten. Die historische Straßenbahn, in der dann gut gelaunte Fahrgäste kleine Feste feiern, fällt auf. Mit diesen Ausflugsfahrten ist vorerst Schluss. Jedenfalls, wenn es um kommerzielle Partys von professionellen Veranstaltern mit Eintritt geht. Die Stadtwerke Augsburg haben das Angebot gestrichen. Private Fahrten finden weiterhin statt.

Stadtwerke-Sprecher Jürgen Fergg bestätigt dies auf Anfrage: „Wir mussten leider die Nutzung von Straßenbahnen für kommerzielle Zwecke vorläufig einstellen.“ Grund: Bei Partys etwa von Event-agenturen kommt es immer wieder zu Schäden an den Straßenbahnen, in anderen Städten gab es aber auch schon erhebliche Auswüchse. Fergg sagt: „Auch in einer unserer Straßenbahnen ist zuletzt durch eine kommerzielle Veranstaltung, zu der auch Eintritt verlangt wurde, ein Schaden am Boden der Straßenbahn von rund 20000 Euro entstanden.“ In anderen Städten gab es, wie zu hören ist, sehr viel höhere Schäden. Nicht selten gab es Auswüchse, weil Passagiere angetrunken waren. „Wir können dem nicht tatenlos zusehen, schließlich sind Straßenbahnen zur Personenbeförderung da und nicht für exzessive Partys“, betont der Sprecher der Stadtwerke.

Laut Fergg spielen nicht nur Schäden an Fahrzeugen eine Rolle, dass die Fahrten eingestellt werden: „Es geht auch um die Gefährdung von Teilnehmern, wenn etwa heiße Getränke und Speisen ausgegeben werden oder Gläser und Teller im Einsatz sind.“ Schäden an Bahnen oder die Gefährdung von Teilnehmern der Rundfahrten müssten aber unbedingt vermieden werden. Fergg erläutert: „Da die Sicherheit immer an erster Stelle steht, sind solche Fahrten zukünftig nur unter der Voraussetzung vorstellbar, dass die Stadtwerke die Rahmenbedingungen neu festlegen. Dann könnten zum Beispiel nur bruchsichere Gläser ausgegeben werden. Ob und wie dies so passiert, werde derzeit geprüft, so der Stadtwerke-Sprecher: „Nachdem das auch haftungsrechtlich nicht so ganz einfach ist, sind wir hier noch in der Prüfung und Abstimmung, welche Vorgehensweise für uns sinnvoll und machbar ist.“

Private Fahrten können aber weiterhin angeboten werden. „Es ist doch schön, wenn man dem Opa zum Geburtstag eine Familienrundfahrt in einer historischen Tram schenken kann oder wenn man nach der Hochzeit im Standesamt mit den Gästen eine Runde mit der Straßenbahn durch die Stadt drehen kann.“ Die Stadtwerke würden sich freuen, wenn sie auch in Zukunft wieder kommerzielle Partyfahrten ermöglichen könnten, sagt Fergg: „Dazu sind aber bestimmte Spielregeln und Rahmenbedingungen nötig, die eingehalten werden müssen.“ Die Konditionen für Vergnügungsfahrten sind in einer Preisliste der Stadtwerke geregelt. Je nach Größe der Tram, die ausgeliehen wurde, musste gezahlt werden. Die Preise bewegten sich für die erste Stunde zwischen 200 und 300 Euro, für jede weitere Stunde wurde ein etwas geringerer Stundentarif berechnet. Im Durchschnitt waren es zuletzt rund 300 Fahrten, die im Jahr bei den Stadtwerken gebucht wurden.

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