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20.10.2009

Starke Gefühle

Die Besucher der Philharmonischen Matinee im Kleinen Goldenen Saal am Sonntag hatten viel zu verdauen: Das Seraphin-Trio bekränzte sein 25-jähriges Bestehen mit starken Gefühlen. So zeigte sich Mendelssohn-Bartholdy in seinem späten Trio c-moll bis auf das tänzerisch verträumte, etwas handfest gespielte Andante espressivo, ungewohnt aufgewühlt. Die düstere Tonart war nicht die einzige Verwandtschaft mit Beethovens Pathetique-Sonate: Auch im Trio hatte das Klavier eine solistisch virtuose Nonstop-Rolle.

Bravourös gemeistert

Gottfried Hefele meisterte seinen oft horrenden Part mit fehlerloser, stupender Technik und dynamisch meist genau dosiert. Seit 17 Jahren spielt der Pianist im Ensemble. Die lange Zusammenarbeit war dem auch in den Streicherpartien nur selten getrübten Trio-Gesamtbild anzuhören. Ebenso in Brahms' op. 87 in C-Dur: Von übermütig bis weise verklärt, umtost bis donnergrollend, reichte die Gefühlspalette. Vor allem das Sturmböen-gleiche Scherzo, das ein idyllisches Zentrum beherbergte, stellte an das Ensemblespiel hohe Anforderungen und wurde bravourös gemeistert.

Zwischen den beiden Kammermusikklassikern lag eine Unbekannte: Schostakowitschs mit 17 Jahren komponiertes erstes Trio in c-moll war ein Erlebnis. Schwankend zwischen Romantik und bereits charakteristischen Zügen gab es noch Platz für die Hoffnung, die später bei ihm so selten zu finden ist. Ein tolles Werk, toll gespielt. (skn)

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