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Messe "Augsburg gründet"

22.11.2019

Start-ups in Augsburg: Drei Gründer erzählen, wie sie Fuß gefasst haben

Benedikt Sauter, Linda Mayr und Christopher Gogolin (von links) sind Firmengründer und waren als Referenten bei der Start-up-Messe „Augsburg gründet“ im Kongress am Park vertreten.
Bild: Bernd Hohlen

Plus In Augsburg entstehen immer mehr Start-ups. Drei Gründer erzählen, wie sie mit Tee und Software Fuß gefasst haben und wie wichtig der Gedankenaustausch ist.

Linda Mayr, Christopher Gogolin und Benedikt Sauter kennen sich gut, obwohl die Branchen, in denen sie beruflich tätig sind, unterschiedlicher nicht sein könnten. Was sie eint und verbindet: Sie sind Firmengründer und treffen sich zum wiederholten Mal bei der Start-up-Messe „ Augsburg gründet“, die dieses Jahr zum dritten Mal im Kongress am Park stattfindet. Ihr Verhältnis zueinander und ihre Kontakte, die sich nicht nur auf dieses Treffen beschränken, sind ein Beispiel dafür, was von den Machern der Messe als „Netzwerken“ verstanden wird. Und wie wichtig das für Firmengründer ist.

Linda Mayr hat die Planstack GmbH mit gegründet. Sie sagt, die Gründermesse im vorigen Jahr sei der Startschuss für das Projekt gewesen. Die Firma bietet internetbasierte Programme an, mit denen Bauprojekte besser koordiniert werden. Bauherren können damit auch einfach per Mausklick Sonderwünsche ordern. Linda Mayr sagt: „Letztlich ist es aber egal, in welcher Branche man tätig ist, jeder Gründer steht vor denselben Problemen.“

Welche Probleme das sind, fasst Christopher Gogolin von der Ocha Ocha GmbH zusammen. Das Start-up-Unternehmen will Tee als ein kaltes Erfrischungsgetränk etablieren – ganz ohne Süßung, Konzentrate oder Aromen. „Markteintritt, Referenzkunden, Finanzierung sind die Grundprobleme“, sagt Gogolin. Ein neues Unternehmen muss erst einmal von den Kunden wahrgenommen werden. „Wenn man aber genau weiß, was man gründet, kann man das lösen“, sagt der Gründer.

Start-ups in Augsburg: Drei Gründer erzählen, wie sie Fuß gefasst haben

Gründer Christopher Gogolin: Augsburg kann mit München mithalten

Bei „Ocha Ocha“ lautet dieser Kerngedanke: „Wir stellen Tee her – und zwar den pursten Grüntee in Deutschland.“ Investor ist das „Andreas Schmid Lab“, ein digitaler Entwickler des Logistikunternehmens Andreas Schmid in Gersthofen. Der Kontakt zwischen Gründern und Geldgeber kam beim „Rocketeer-Festival“ zustande – ebenfalls ein Gründertreffen, das in Augsburg stattfindet. Das zeigt aus Sicht des Tee-Gründers auch, dass Netzwerken tatsächlich von Bedeutung ist. „Letztes Jahr bei ,Augsburg gründet‘ waren wir noch zu zweit, jetzt sind wir bereits fünf Mitarbeiter und entwickeln uns weiter“, sagt Gogolin. Die Gründer, die sich im Kongresszentrum treffen, sind überzeugt davon, dass Augsburg mit München mithalten kann – auch wenn es deutlich kleiner ist als die Millionenstadt an der Isar.

Das zeigt sich auch an der Xentral ERP Software GmbH. Xentral entwickelt Programme für alle Unternehmens-Geschäftsbereiche. Der gebürtige Münchner Benedikt Sauter, mit Firmensitz in der Augsburger Fuggerstraße, studierte in Augsburg und gründete hier zunächst eine Software-Entwicklerfirma, bestehend aus zwei Personen. Er erzählt: „Momentan sind wir 35 Angestellte, die zirka 800 Kunden in Deutschland betreuen. Wir werden aber weiter expandieren und sind erst am Anfang unserer Entwicklung. Diese Messe ist ein wichtiger Baustein für die regionale Gründerszene, weil es genau die richtigen Leute anzieht“, sagt Sauter.

Um genug Gründer-Nachwuchs zu finden, sollen auch verstärkt Schüler angesprochen werden. Stephan Schimpfle, Direktor des Digitalen Zentrums Schwaben (DZ.S) sagt, man wolle künftig „noch mehr an Schulen herantreten und Start-ups stärker mit dem Mittelstand vernetzen“. Das Digitale Zentrum ist eine Wirtschaftsförderungsgesellschaft, die mit Unterstützung des Freistaates, der Stadt Augsburg und der Landkreise Augsburg und Aichach-Friedberg, Gründer, etablierte Unternehmen und Wissenschaft im Bereich der digitalen Wirtschaft zusammenbringen soll. Das scheint zu funktionieren. Die 39 Ausstellungsstände waren schnell vergeben – und manche Anfrage musste abgewiesen werden, sagt Stephan Schimpfle.

Zahl der Start-ups steigt kontinuierlich

Die Zahl der Unternehmensgründungen ist in der Stadt Augsburg nach Einschätzung der Industrie- und Handelskammer (IHK) besser als in Schwaben und in Bayern. Die Zahl der Gewerbeanmeldungen im Freistaat ist im Jahr 2018 das neunte Mal in Folge gesunken. Insgesamt gab es ein Minus von 0,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In Augsburg hingegen gab es ein Plus von 1,4 Prozent bei den Neuanmeldungen von Gewerbe. Von den 2420 Gewerbeanmeldungen in der Stadt im vorigen Jahr handelt es sich bei rund drei Prozent (75 in absoluten Zahlen) um Start-ups. Der Anteil steigt laut IHK seit Jahren kontinuierlich. Jürgen Wager, Gründungsberater der IHK Schwaben, sagt: „Der Trend geht zu innovativen Gründungen von Tech-Start-ups, vor allem von Studierenden der Hochschule Augsburg sowie der Universität Augsburg.“

Aber nicht jeder, der eine Neugründung wagt, gewinnt am Ende. Auch das Scheitern gehört dazu. Nur etwa 50 Prozent der Neugründungen, so die Statistik, überleben die ersten fünf Jahre. Als Start-ups werden junge Firmen bezeichnet, die dank eines innovativen Geschäftsmodells in der Lage sind, schnell zu wachsen.

Ist Augsburg ein gutes Pflaster für Gründer? Hören Sie nach im Podcast "Augsburg, meine Stadt".

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