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19.01.2009

Staunen über die Fahrzeuge der Großeltern

In sich versunken steht Wolfgang Bernhard vor den Autoradios und begutachtet intensiv das Modell, das vor ihm liegt. Er ist auf der Suche nach einem Radio für seinen VW-Käfer aus dem Jahr 1950. Dafür ist er am Samstag extra vom Tegernsee zur MotoTechnica, einer Messe für Old- und Youngtimer, nach Augsburg gefahren.

Mit Händler Janko Micevic fachsimpelt er über den Einbau von Radios, welche Modelle einen Trafo haben und welche batteriebetrieben sind. Beim Apparat, den er seit mehreren Minuten inspiziert, wittert er ein Schnäppchen. Das Gerät soll 1200 Euro kosten. "So billig habe ich es noch nie gesehen. Normalerweise wollen die Verkäufer mindestens 2000 Euro."

Seit zehn Jahren arbeitet er an seinem Oldtimer

Zum Kauf entschlossen hat er sich aber noch nicht endgültig. "Dafür muss ich fast einen ganzen Monat arbeiten. Ersatzteile sind teuer. Einen Achsenbruch kann man nicht aufschieben, aber den Kauf eines Radios schon", erklärt er. Seit zehn Jahren arbeitet er mit Unterbrechungen an seinem Oldtimer.

Staunen über die Fahrzeuge der Großeltern

Im Gang daneben verkauft Wolfgang Ruf aus Nördlingen Fahrräder und Zubehör, darunter ein Dürkopp-Kardanrad. Das Rad, das vor allem in den Zwanziger und Dreißiger Jahren gefahren wurde, hat keine Kette und muss deswegen kaum gewartet werden. Der Antrieb besteht aus Wellen, die über Gelenke jeweils miteinander verbunden sind.

Die Technik konnte sich wegen des deutlich größeren Gewichts des Rades und dem schlechteren Wirkungsgrad nicht gegen den Kettenantrieb durchsetzen. Die Räder sind vor allem Sammel- und Wertobjekt.

Dies bestätigt auch Besucher Franz Karstner aus Wollishausen. "Ich habe vor 15 Jahren für ein solches Rad 1000 Mark bezahlt und könnte es jederzeit für 1000 Euro wiederverkaufen." Zum Fahren nutzt Karstner das Rad aber nicht. Es ist "mehr etwas zum Anschauen" sagt er. Ein Hingucker sind auch die Oldtimer, die auf einer solchen Messe nicht fehlen dürfen. 20 Klubs präsentieren den Besuchern ihre Fahrzeuge, darunter der Oldtimerclub Augsburg.

Dessen Mitglieder sind mit Modellen aus den Dreißiger Jahren auf der Messe vertreten, darunter Wagen der Marken Morris und Jaguar. "Wir wollen den Menschen die Möglichkeit geben, an historischen Fahrzeugen ihre Freude zu haben", erklärt Vereinsmitglied Siegfried Wilcke.

Viele Gäste erzählen die Geschichten ihrer Großeltern, Eltern oder aus der eigenen Jugend, wenn sie die Fahrzeuge bestaunen, so Wilcke. Stilecht informiert er die Besucher im englischen Business-Outfit mit Bowler und Regenschirm und entführt sie in eine andere Zeit. "Am Samstag haben wir vorrangig Leute, die an der Geschichte und der Technik der Fahrzeuge interessiert sind. Am Sonntag kommen viele Familien, da ist es dann mehr eine Art Erlebniswelt."

Dass sich die Messe auch zu einem "Anlaufpunkt für Familien und nicht nur Schrauber" entwickelt hat, freut zur Schlussbilanz am Sonntag auch Veranstalter Otto Wonisch. "Wir sind mit der Resonanz sehr zufrieden. Zum 10-jährigen Jubiläum waren etwa 15 000 Besucher in den Messehallen und auf dem Freigelände. Wir hatten über 300 Aussteller."

Besucher kommen auch aus Österreich und Polen

Die Besucher kamen aus der Schweiz, Österreich, Polen und halb Deutschland. Angefangen hat die MotoTechnica mit einer Fläche von 3000 Quadratmetern. Diesmal brauchten die Veranstalter fünfmal so viel Platz. Ein Teil des Erfolgs ist sicher das Motto "Alles was Räder hat".

Auch einem Anbieter mit einem eher ungewöhnlichen Verkaufsinteresse vermietete Wonisch einen Platz. "Er wollte alte Rollstühle verkaufen. Da es Räder hat, habe ich zugesagt."

Bei uns im Internet

Viele Bilder rund um die Oldtimer samt Zubehör gibt es online unter

augsburger-allgemeine.de/bilder

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