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Augsburg

01.11.2014

Steine des Anstoßes unter der Luitpoldbrücke

Nicht nur Eva Kerig empfindet den Radweg unter der Luitpoldbrücke in Pfersee als Zumutung.
Bild: Annette Zoepf

Bürger fordern seit Langem, dass der Radweg in Pfersee an der Wertach hergerichtet wird.  Baureferent Merkle erklärt, warum eine Sanierung kostspieliger ist als gedacht

Von Christian Mühlhause

Pfersee Seit Jahren ärgert sich Eva Kerig, wenn sie den Weg unter der Luitpoldbrücke benutzt. Die großen Steine, die nicht bündig verlegt sind, sorgen dafür, dass Kinderwagen und Radler stark durchgeschüttelt werden. Auch für Menschen mit Gehbehinderung ist der Weg kaum zu meistern. Wer sich für die Route hinauf zur Luitpoldbrücke entscheidet, wird aber mit neuen Problemen konfrontiert. So steht die Ampel weiter stadteinwärts, was einen Umweg bedeutet und der Bordstein ist an der Stelle nicht abgesenkt.

Die Stadt müsse handeln, findet Kerig. „Ich habe das Thema mit der Bürgeraktion Pfersee diskutiert. Wir haben dann beschlossen, Fakten zu liefern, um Argumente für das Herrichten des Weges zu liefern“, sagt sie. Also stellte sich die Rentnerin an einem Arbeitstag von 6.30 bis 8.30 Uhr sowie an einem Sonntag von 13.30 bis 15.30 Uhr an die Brücke und beobachtete das Verhalten von Radlern und Fußgängern.

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Dabei erlebte sie einige Überraschungen. „Erstaunlich viele Passanten überquerten die Brücke dort, wo die Wege enden und nicht an der Ampel. Darunter waren auch Eltern mit Kindern und ein Rollstuhlfahrer.“ In den vier Stunden zählte Kerig nach eigenen Angaben 76 solcher Fälle, wobei die Zahl am Sonntag deutlich höher war. Dies gilt auch für die Zahl derer, die den Weg unter der Brücke nutzten. Dies waren insgesamt 170 Radler und 136 Spaziergänger beziehungsweise Jogger, so Kerig.

Unterstützung bei ihren Bemühungen bekommt die Rentnerin nicht nur von der Bürgeraktion, sondern auch von der Christlich Sozialen Mitte. Die CSM-Fraktion fordert von der Stadtverwaltung ein „fahrrad- und fußgängergerechtes Konzept“ für den Weg unterhalb der Luitpoldbrücke, die Kosten zu ermitteln und die „zeitnahe Machbarkeit“ zu prüfen. Die Stadtratsfraktion geht davon aus, dass die Maßnahme realisierbar ist, weil es sich um einen „überschaubaren Rahmen“ handele.

Augsburgs Baureferent Gerd Merkle sagte auf Anfrage, dass er die benötigten Gelder für die Haushaltsberatungen 2015 angemeldet hat. Er widerspricht aber der Vermutung, dass die Sanierung günstig umsetzbar sei. Als Grund nennt er Bauvorschriften. „Die derzeitige Höhe auf der Südseite beträgt 1,83 Meter, auf der Nordseite zwei Meter. Für Fahrradfahrer ist eine Mindesthöhe von 2,50 Meter vorgeschrieben.“ Der Weg könnte deswegen nicht nur asphaltiert werden, sondern müsse auch abgesenkt werden. Hinzu komme, dass der Weg nicht breit genug sei. Derzeit sind es zwei Meter, nötig wären aber 3,50 Meter. Wegen der Arbeiten liegen die Kosten für das Projekt bei etwa 250000 Euro, so Merkle. Sollte der Stadtrat die Mittel bereitstellen, werde im nächsten Jahr umgebaut.

Ein Problem bleibe aber bestehen, sagt der Referent. Der Hochwasserschutz sei dann nicht mehr im vollen Umfang gegeben und der Weg müsse eventuell bei Hochwasser gesperrt werden. Im Rahmen des Projektes Wertach vital wurde festgelegt, dass die Hochwasserlinie einer Flut standhalten muss, wie sie alle 100 Jahre vorkommt, plus einem Meter Puffer. Dies wäre durch die Absenkung an der Luitpoldbrücke nicht mehr gegeben, so Merkle.

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