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Augsburg

24.11.2016

Straßenbahn: Linie 5 soll durch Holzbachstraße fahren

Die Linie 5 soll an dieser Kreuzung in Pfersee von der Perzheimstraße kommend einmal geradeaus weiterfahren in die Holzbachstraße.
Bild: Silvio Wyszengrad

Der Stadtrat wünscht die Trasse über die Holzbachstraße. Die Stadtwerke überarbeiten die Planung. Das strittige Verkehrsprojekt wird dann ein Fall für die Regierung von Schwaben.

Die neue Straßenbahnlinie 5 ist ein Verkehrsprojekt, über das seit Jahren gestritten wird. Die Tram soll künftig Fahrgäste vom dann untertunnelten Hauptbahnhof zur Uniklinik bringen, deren Umsetzung nicht mehr aufzuhalten ist. Es gibt keine Kritik an der Uniklinik.

Bei der Linie 5 sieht es anders aus: Im Thelottviertel kommt es zum massiven Protest von Bürgern, die eine Straßenbahn durch ihr Viertel als nicht nötig betrachten. Der Stadtrat sieht dies mehrheitlich anders: Er hat am Donnerstag dem Verkehrsprojekt Rückenwind gegeben. Bei fünf Gegenstimmen wurde die Variante Holzbachstraße beschlossen.

Die Politik hat sich damit auf die Trasse durch die Holzbachstraße festgelegt. Die über lange Zeit favorisierte Hessenbachstraße ist raus. Bei der Holzbachstraße sieht es dann so aus, dass Autofahrer künftig nicht mehr in beide Richtungen fahren können. Die Fahrspur stadtauswärts bleibt. Wer über die Bürgermeister-Ackermann-Straße kommend in Richtung Innenstadt möchte, wird über die Rosenaustraße geführt. In diesem Abschnitt ist folglich mit einem höheren Verkehrsaufkommen zu rechnen. In der Holzbachstraße fallen wegen der Tram rund 50 Stellplätze weg. Auch einige Bäume müssen weichen.

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Zukunft der Linie: Augsburger Stadtrat hat nicht das letzte Wort

Entschieden ist mit dem Votum des Stadtrats aber nichts. Dies hängt mit dem weiteren Verfahren zusammen. Über die Zukunft der Linie 5 hat nicht der Augsburger Stadtrat zu entscheiden. Bei der Regierung von Schwaben gibt es ein gesetzlich festgelegtes Genehmigungsverfahren. Es sieht vor, dass die Stadtwerke Augsburg, die das Straßenbahnprojekt maßgeblich vorantreiben, ihre Planungen der Genehmigungsbehörde vorlegen.

Bei dem offiziell sogenannten Planfeststellungsverfahren besteht die Möglichkeit, dass Bürger, Initiativen und Institutionen Einwände erheben. Die Regierung von Schwaben muss dann eine Abwägung der unterschiedlichen Interessen vornehmen. Zum weiteren Verfahren sagt Jürgen Fergg, Pressesprecher der Stadtwerke: „Wir werden die Pläne für die jetzt vom Stadtrat beschlossene Vorzugsvariante differenzierter ausarbeiten und die Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren erstellen.“

Diese Planfeststellungsunterlagen werden nach seinen Worten im Lauf des Jahres 2017 bei der Regierung von Schwaben eingereicht. Über die Dauer des Verfahrens lassen sich gegenwärtig schwer Aussagen machen. Eineinhalb Jahre sind anhand der Erfahrungen früherer Jahre denkbar, wobei die Dauer abhängig ist von der Zahl möglicher Einsprüche oder später eingereichter Klagen. Unabhängig von diesem Genehmigungsverfahren bleibt Gegnern der Linie 5 die Möglichkeit, ein Bürgerbegehren auf den Weg zu bringen. Entsprechend klingende Aussagen gab es bereits vor der Stadtratssitzung. Rund 12000 Unterschriften wären nötig. In diesem Fall käme es zu einem Bürgerentscheid, sofern die Fragestellung gesetzlich zulässig ist.

Baubeginn ist derzeit offen

Wegen all dieser offenen Fragen ist ein Termin für den Baubeginn derzeit nicht zu benennen. Klar ist dagegen, dass die Bauzeit zwischen zweieinhalb und drei Jahren beträgt. Die Höhe der Kosten wollen die Stadtwerke dann beziffern, wenn die Planunterlagen unter den neuen Rahmenbedingungen, die die Route über die Holzbachstraße verursachen, vorliegen. Zuletzt war die Rede davon, dass das Verkehrsprojekt um die 60 Millionen Euro verschlingen könnte.

Die Befürworter der Linie 5 sagen: Sie ist der wichtige Lückenschluss im Augsburger Straßenbahnnetz Richtung Westen. Nach dem Abzug der Amerikaner seien auf den ehemaligen Kasernenflächen attraktive Wohngebiete entstanden, die über die Tram besser erschlossen würden als mit Busverbindungen. Derzeit leben und arbeiten hier rund 20000 Menschen.

Zusätzlich verbindet die Linie 5 das Klinikum über den Hauptbahnhof direkt mit dem Umland. Das Klinikum zählt rund 5500 Mitarbeiter und über eine Million Besucher jährlich, davon kommt ein erheblicher Anteil aus dem Umland.

An der Haltestelle unter dem Hauptbahnhof werde die Linie 5 mit der Linie 6 (Friedberg-West) zu einer Linie verknüpft. So entstehe erstmals eine durchgängige Ost-West-Achse für das gesamte Stadtgebiet.

Mehr zum Thema: Die umstrittene Tramlinie 5: Fragen und Antworten

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