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Augsburg

29.04.2015

Straßenkunst am Rathausplatz: Was die Augsburger dazu sagen

Ein Blick von oben auf den Rathausplatz: Studentinnen haben dort mit Klebeband Abgrenzungen angebracht. Viele junge Leute setzen sich gerne in diese begrenzten Räume.
Bild: Anne Wall

Mit gelben Bändern schufen zwei Studentinnen Kunstwerke auf dem Rathausplatz. Die Aktion polarisiert die Augsburger. Viele finden es gut - manche fragen nach dem Sinn.

Die gelben Klebebänder sind noch zu sehen, die Schrift aber ist nicht mehr überall lesbar: Seit über einer Woche kleben auf dem Rathausplatz gelbe Rechtecke. Hinter der Aktion stecken zwei Studentinnen – sie haben damit viele Fragen und rätselnde Blicke ausgelöst. Auf die Idee kamen sie im Rahmen eines Projekts an der Hochschule. Aufgabe war es, den öffentlichen Raum einzuschränken. Also schufen die beiden mit den Rechtecken neue Grenzen, die sie Themen wie FKK, Tabuzone, Leinwand und Picknickdecke zuordneten.

Wer die Passanten auf dem Rathausplatz beobachtet, stellt fest, dass sich viele an die gelben Begrenzungen halten und sich grüppchenweise innerhalb der Rechtecke niederlassen. Aber kommt die Aktion auch an oder setzten sich die Besucher unbewusst in diese Zonen? Connor O’Byrne, 22, sitzt mit seinen beiden Kumpels in einem der Rechtecke: „Wir haben uns unbewusst reingesetzt. Ich finde die Idee lustig, aber eigentlich überflüssig. Der Rathausplatz ist sowieso schön und die gelben Bänder führen zu Grüppchenbildung, sie stören mich aber auch nicht.“ Jennifer Möss, 25, sieht das anders: „Wir sind hergelaufen, haben uns dann aber überlegt, ob wir vielleicht Neurosen haben, weil wir uns in die Rechtecke setzten“, sagt sie lachend. Der psychologische Aspekt sei interessant.

Oft setzen sich die Jugendlichen auf dem Rathausplatz in die Kreise und Schlangen, die durch das verschiedenfarbige Pflaster vorgegeben sind. Auch Miriam, 21, findet das Projekt gut. „Ich finde es cool, so etwas einfach zu machen. Ich habe ein Fach in der Uni, das sich mit ähnlichen Dingen beschäftigt. Da hätten wir auch drauf kommen sollen.“ Brigitte Osseforth, 70, hält die Aktion nicht für gut: „ Ich finde es mehr dirigistisch, als kreativ. Mich erinnert es an die gelben Zonen für die Raucher an den Bahnhöfen. Kreativ wäre für mich, wenn man Schulklassen etwas bemalen lässt.“ Nadia Motamedi, 35, dagegen meint: „Richtig coole Sache, ich würde bei einem kreativen Projekt auch mitmachen. Aber ich kann mir vorstellen, dass es in Augsburg nicht gut ankommt, manchmal sind wir hier altmodisch. Ich finde auch gut, dass man es wieder wegmachen kann.“

Einige ältere Leute hielten das Projekt für zu unwichtig, um darüber zu sprechen. Das Fazit dieser Umfrage: Ein bisschen Schwung mit kreativen Überraschungen schadet Augsburg nicht. Die Aktion zeigt, dass es genügend Menschen gibt, die an solchen Dingen Gefallen finden.

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