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Augsburg

11.10.2012

Straßenstrich: Verbot noch in diesem Jahr?

Aus für die Prostitution im Freien in Augsburg? Die Stadt plant ein komplettes Verbot.
Bild: dpa (Symbolbild)

Die Straßenprostitution wird im Augsburger Stadtgebiet wahrscheinlich schon in wenigen Wochen komplett verboten sein.

Stadt Augsburg und Polizei sind sich in diesem Vorgehen einig. Es ist eine Reaktion auf die zunehmenden Beschwerden von Bürgern, die sich durch immer mehr Prostituierte, die an Straßen ihre Dienste anbieten, belästigt fühlen (AZ berichtete). Ein Verbot der Straßenprostitution, das von der Regierung von Schwaben genehmigt werden muss, dient auch dem Schutz von vorwiegend jungen ausländischen Frauen, die von Zuhältern ausgebeutet werden.

Politisch wurde gestern ein wichtiger Schritt in Richtung Verbot der Straßenprostitution unternommen. Der Allgemeine Ausschuss, ein städtisches Gremium, nahm einen Bericht von Ordnungsreferent Volker Ullrich und Kommissariatsleiter Helmut Sporer zustimmend zur Kenntnis, dass künftig kein käuflicher Sex mehr an Straßen und in Hinterhöfen erlaubt sein soll.

Das Verfahren sieht nun vor, dass der Stadtrat bereits Ende Oktober einen entsprechenden Beschluss fasst, der von der Regierung von Schwaben noch zu genehmigen ist. Klaus Sulzberger, Leiter des Bürgeramtes, geht davon aus, dass bereits in diesem Jahr die Straßenprostitution verboten werde.

Straßenstrich: Verbot noch in diesem Jahr?

Ordnungsreferent Ullrich: „Es ist kein Feldzug“

Ullrich sagte gestern, dass die Stadt „keinen Feldzug gegen die Prostitution“ starte. Es sei die Reaktion auf Auswüchse, die nicht mehr zu tolerieren seien. Es habe zuletzt massive Klagen von Anwohnern gegeben, die sich gegen Straßenprostitution wehren.

Der CSU-Politiker führte ferner aus, dass es zunächst die Überlegung gegeben habe, eine etwas tolerantere Linie zu fahren: „Wir dachten an eine Beschränkung auf bestimmte Uhrzeiten und die Ausweisung von ganz speziellen Straßen.“ Von dieser Idee sei man wieder abgerückt, weil sie neuerliche Debatten verursacht hätte: „Wie will ich Anliegern erklären, warum ausgerechnet ihre Straße ausgewählt wurde?“ Zudem gab es bei der Polizei die Befürchtung, dass eine Reduzierung des Angebots zu größeren Verdrängungskämpfen in der Zuhälter-Szene geführt hätte. Deshalb soll nun die Straßenprostitution komplett verboten werden – nach dem Vorbild von Nürnberg.

Immer mehr Freier wollen ungeschützten Sex

Im Ausschuss kamen auch Details aus der Rotlicht-Szene zur Sprache, die das gegenwärtige Sexualverhalten von Freiern betreffen. Laut Helmut Sporer, der das Kommissariat 1 bei der Kripo leitet, wünschen immer mehr Männer ungeschützten Sex. Manche Freier unterschätzten das Gesundheitsrisiko, für andere sei gerade das ein „Kick“. Prostituierte benötigten keinen Gesundheitspass mehr. Regelmäßige ärztliche Untersuchungen seien nicht erforderlich. Sporer berichtete, dass auf dem Straßenstrich – in Augsburg sind 40 bis 50 Frauen auf diesem Feld tätig – überwiegend Frauen aus Osteuropa agieren. Als „selbstständige Werktätigkeit“ ist Prostitution laut EU-Recht erlaubt. „Gerade hier haben wir registrieren müssen, dass es zum Zuhälter-Krieg gekommen ist.“ "Kommentar

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