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Augsburg

02.04.2013

Streetworker auf Plärrer: Alkohol und Langeweile als Probleme

Die Streetworker Dieter Hegner (links) und Paul Waninger (rechts) unterhalten sich auf dem Plärrer mit jugendlichen Besuchern.
Bild: Annette Zoepf

Streetworker kümmern sich auf dem Plärrer um junge Besucher. Auf dem Plärrergelände selbst passiert inzwischen nur noch sehr wenig. Probleme gebe es eher im Umfeld.

Der Plärrer lockt Hunderttausende mit dem Versprechen auf Spaß und Party an. Doch wo viele Menschen sind, da kommt es auch zu Reibereien. Um Auseinandersetzungen zu verhindern, patrouilliert die Polizei permanent auf dem Festgelände und auch der Stadtjugendring ist seit mehreren Jahren mit seinen Streetworkern vor Ort. Diese sind jeden Abend zu zweit unterwegs. Die Sozialpädagogen kennen viele Jugendliche aus ihrem Arbeitsalltag in den Stadtteilen.

„Der Plärrer ist ein Ereignis, wo man die Jugendlichen geballt antrifft“, sagt Streetworker Dieter Hegner. Er arbeitet sonst im Osten der Stadt und ist unter anderem für Lechhausen und Hochzoll verantwortlich. Gemeinsam mit seinem Kollegen Paul Waninger ist er von 19 bis 23 Uhr auf und rund um den Plärrer unterwegs. Waninger ist für den Bärenkeller und Oberhausen zuständig.

Bei dem derzeitigen kalten Wetter sind es vor allem Jugendliche aus seinem Bereich, die zum Plärrer kommen. „Die gehen zweimal über die Straße und sind da. Der Lechhauser überlegt sich das bei der Kälte“, so Hegner. Überhaupt habe das Wetter einen großen Einfluss. Wenn es beispielsweise aus Gießkannen regnet und alle nach Hause flüchten, dann machen auch die Streetworker eher Schluss, weil nichts mehr los ist.

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In Stresssituationen Leute aus dem "Tunnelblick" holen

„Die größten Probleme sind der Alkohol und die Langeweile. Wenn das Geld schnell alle ist, wissen manche Jugendliche nichts mehr mit sich anzufangen und machen sich wichtig“, sagt Hegner.

Kennt er sie, versucht er deeskalierend zu wirken. Ist es nicht der Fall, gehen er und sein Kollege dazwischen, um die Streithähne zu trennen. Vorrangig sei dabei aber immer die eigene Sicherheit. Gegebenenfalls rufen die beiden auch die Polizei. In Stresssituationen gehe es darum, die Leute aus ihrem „Tunnelblick herauszuholen“, sagt Hegner. Dann sei auch in deren Kopf wieder für andere Gedanken Platz und die Situation entspanne sich.

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Bild: Annette Zoepf

Auf dem Plärrergelände selbst passiert inzwischen nur noch sehr wenig. Probleme gebe es eher im Umfeld, so Waninger. „Die große Polizeipräsenz schreckt ab. Der Alkoholkonsum vorab und Schlägereien finden außerhalb der Festwiese statt. Zudem haben die Zelte ihre eigene Security, da machen wir nichts.“ Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Ethnien, die früher ein großes Problem waren, sind ínzwischen selten geworden. Aus Sicht der Streetworker haben die Sportangebote des Stadtjugendrings dazu beigetragen. Sie spielen zusammen in einer Mannschaft und begegnen bei den Turnieren auch Jugendlichen aus den anderen Stadtteilen, sagt Hegner.

Die Streetworker haben noch eine andere Karte in der Hinterhand, die Wanninger am Sonntag auch einmal nutzt. Von den Schaustellern bekommen sie kostenlose Bummelpässe und Chips für die Fahrgeschäfte.

Streetworker Waninger spricht einen jungen alkoholisierten Mann an, der seinem Unmut lautstark Luft macht. Mit ruhiger Stimme wirkt der Streetworker auf ihn ein und gibt ihm anschließend einen Chip für den Autoscooter und dessen Ärger ist verflogen und eine mögliche körperliche Auseinandersetzung verhindert.

Zufrieden mit dieser Lösung ist auch Michael Lutzenberger vom Schaustellerverband. „Die Kooperation gibt es seit Jahren. Die Jugendlichen freuen sich über die Bummelpässe und haben gute Laune und es bleibt friedlich. So sind alle zufrieden.“

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