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Augsburg

20.06.2014

Streik im Nahverkehr: Darauf müssen sich Fahrgäste am Freitag einstellen

Am Freitag bleiben die Straßenbahnen in ihren Depots: Im Augsburger Nahverklehr wird gestreikt.
Bild: Silvio Wyszengrad

Im Augsburger Nahverkehr wird es am Freitag einen Warnstreik geben. Alle Fahrzeuge bleiben am Morgen in den Depots. Auf was sich Fahrgäste einstellen müssen.

Fahrgäste von Omnibussen und Straßenbahnen schauen heute Vormittag in die Röhre: Wegen eines Fahrerstreiks bleiben alle Fahrzeuge bis 13 Uhr in ihren Depots. Die Stadtwerke rechnen sogar damit, dass der übliche Ferientakt erst gegen 15 Uhr wieder normal läuft, weil die ausrückenden Busse und Straßenbahnen sich zunächst auf allen Linien verteilen müssen.

Wie viele Fahrgäste von dem Warnstreik betroffen sein werden, ist unklar. An einem normalen Werktag haben die Stadtwerke weit über 150.000 Fahrgäste, doch wegen des heutigen Brückentags und wegen des fehlenden Schülerverkehrs durch die Pfingstferien dürften es heute weit weniger sein.

Die Stadtwerke verweisen auf andere Verkehrsmittel. Zwar bricht erfahrungsgemäß nicht das große Chaos bei Streiks im Nahverkehr aus, allerdings dürften die Alternativen kaum ausreichen. Zudem werden wegen des gestrigen Feiertags viele Fahrgäste erst heute Morgen an der Haltestelle etwas vom Streik mitbekommen.

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Streik im Augsburger Nahverkehr beginnt um 4 Uhr

Man bedauere die Unannehmlichkeiten aufgrund der landesweiten Tarifauseinanersetzung, so Stadtwerke-Sprecher Jürgen Fergg. Neben dem Fahrpersonal (rund 450 Fahrer) sind auch die Mitarbeiter der Leitstelle sowie der Werkstätten zum Streik aufgerufen. Der Ausstand sollte am Freitag um 4 Uhr morgens beginnen. In den vergangenen Tagen hatte es bereits Warnstreiks in Nürnberg, Passau und Landshut gegeben.

Aufgerufen sind diesmal alle gewerkschaftlich organisierten Fahrer von Verdi und NahVG. Beim letzten Streik vor vier Jahren hatten nur die Fahrer der GDL (heute NahVG) gestreikt. Die Stadtwerke setzten damals tagelang auf einen Notfahrplan.

Diesmal streiken beide Gewerkschaften gemeinsam. „Anders macht es keinen Sinn“, so Arina Wolf, bei Verdi in Augsburg zuständig für den Nahverkehr. Man bitte die Bürger um Verständnis. Dass manche Pendler wegen des Feiertags heute vom Streik überrascht sein dürften, sei bedauerlich, aber nicht vermeidbar, so Wolf.

Verdi fordert vier Prozent mehr Lohn

Bei einer früheren Information befürchten die Gewerkschaften offenbar, dass die Stadtwerke versuchen könnten, mit Privatbus-Unternehmern einen Notfahrplan auf die Beine zu stellen. Im üblichen Betrieb haben die Stadtwerke – abgesehen von einer Linie – keine Fremdfirmen im Einsatz.

Verdi fordert bei einer Laufzeit von einem Jahr eine Erhöhung der unteren Löhne um 120 Euro und eine weitere Steigerung um vier Prozent. Die Arbeitgeber hatten angeboten, dass die Löhne in diesem Jahr um drei Prozent oder mindestens 90 Euro und im nächsten Jahr um 2,4 Prozent steigen. Das entspricht dem Abschluss im öffentlichen Dienst.

Die Fahrer hätten in der Tarifrunde 2008/09 aber mit Blick auf die schlechte wirtschaftliche Lage von Verkehrsunternehmen ein Mager-Angebot angenommen. „Wir haben Nachholbedarf“, so Wolf. Das Einstiegsgehalt für einen Fahrer bei der AVG liegt bei rund 2000 Euro brutto. Wer durch außergewöhnliche Arbeitszeiten viele Zulagen verdient, kommt auf einige hundert Euro mehr.

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