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Urteil in Augsburg

23.02.2016

Stromkosten exorbitant gestiegen: Besitzer muss nicht alles zahlen

Ein Hausbesitzer muss nicht die volle Höhe der rund um die Hälfte gestiegenen Stromkosten zahlen. Symbolbild
Bild: Annette Zoepf

In einem Jahr war der Stromverbrauch eines Hausbesitzers um 40 Prozent gestiegen. Ihm kam das komisch vor.

Ein Hausbesitzer aus Schwaben muss nach einem Urteil seine um rund die Hälfte gestiegenen Stromkosten nicht in voller Höhe bezahlen. Wie das Amtsgericht Augsburg am Dienstag mitteilte, muss stattdessen der Energielieferant die Kosten für zwei Jahre neu berechnen, nachdem beim Zähler ein Mangel festgestellt wurde. Das Urteil ist mittlerweile rechtskräftig (Az. 72 C 5458/14).

Der Stromverbrauch für das Haus des Klägers war in einem Jahr um 40 Prozent gestiegen, im Folgejahr kletterte der Verbrauch nochmals in die Höhe. Als die Hausbesitzer den Zähler überprüfen ließen, stellte sich heraus, dass der Bremsmagnet geschwächt war und dadurch das Gerät zu schnell lief.

Der Stromversorger warf den Kunden vor Gericht vor, dass sie mit einem Fremdmagneten selbst das Gerät manipuliert hätten. Damit konnte sich das Unternehmen jedoch nicht durchsetzen. Das Augsburger Gericht war der Ansicht, dass der defekte Zähler auch durch Blitzschlag, Überspannung oder Kurzschluss zu schnell gelaufen sein könnte, und verurteilte den Lieferanten dazu, auf Basis der letzten einwandfreien Ablesung neu abzurechnen. AZ/dpa

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