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Basketball

10.07.2020

TVA-Spieler suchen sich neuen Trainer

Funktionär Florian Martini (links) und der neue Trainer Markus Mosig wollen in der Basketballabteilung des TV Augsburg etwas bewegen.
Bild: Johannes Graf

Künftig trainiert Markus Mosig das Männerteam des TV Augsburg. Der 26-Jährige will die Mannschaft langfristig weiterentwickeln. Warum er Angebote anderer Klubs ablehnte.

Alles schien seinen Gang zu nehmen. Die Saison in der 2. Regionalliga Südost war wegen der Corona-Pandemie abgebrochen worden. Kein Team musste absteigen, der abstiegsbedrohte Aufsteiger TV Augsburg hielt die Liga. Trainer Florian Martini und seine Spieler hatten in der Winterpause einen Weg aus der Krise gefunden, hatten einen Lauf, auch ohne Corona-Folgen schien der Klassenerhalt möglich. Martini als Trainer – das passte. So der Eindruck.

Dennoch wird der TVA den Trainer vor der kommenden Saison wechseln. Weniger in Form einer Ablösung, vielmehr handelt es sich um eine gewollte Übergabe. Martini will sich künftig noch stärker auf soziale Projekte, die Nachwuchsarbeit und die Augsburger Schulliga konzentrieren. Ihn drängte es nicht, Trainer zu bleiben. Führungsspielern wie Alexander Chalusiak, Sebastian Woelki oder Matthias Ottlik schlug er daher vor, sich einen Nachfolger zu suchen. Martini sagte zu ihnen: „Wenn ihr mehr wollt und nochmals Gas geben wollt, dann braucht ihr neuen Input.“

Mosig ist in Augsburg geboren und spielte für den TVA

Fündig wurden die Anführer des Teams in Markus Mosig. Der 26-Jährige ist in Augsburg geboren und spielte als Kind und Heranwachsender für den TVA, ehe er wegen seines Studiums nach Mannheim zog. Dem Basketball blieb Mosig stets verbunden, allerdings weniger als Spieler. Frühzeitig betätigte er sich als Trainer, zuletzt war er für die SG Mannheim in der 1. Regionalliga verantwortlich. „Alle Spieler, die ich zuletzt trainiert habe, waren deutlich besser als ich“, sagt er und lacht.

Nun jedoch zog es Mosig zurück in seine Heimatstadt und seinen Heimatverein. Ein Angebot als Co-Trainer in Bremerhaven lehnte er ebenso ab wie eine Stelle als Jugendtrainer in Ulm, finanzielle und private Gründe gaben den Ausschlag. Seinen Lebensmittelpunkt sieht Mosig wieder in Augsburg. Dort wird er nach erfolgreichem Studium in Wirtschaftspädagogik ab September eine Stelle als Nachhaltigkeitsmanager einer Versicherung antreten; dort hat er Familie, Freunde und Freundin; und dort will er auch sportlich etwas bewegen.

„Wenn ich etwas mache, dann aus voller Überzeugung. Ich bin sehr ehrgeizig und verlange viel von den Jungs“, betont Mosig. Beinahe bedrohlich dürfte es für seine Spieler klingen, als er hinzufügt: „Ich habe inhaltlich viel vor.“ Erzählt Mosig davon, wie seine Spieler agieren sollen, verbreitet er Begeisterung und Aufbruchstimmung. Mitte September soll die Saison beginnen, schon jetzt bereitet er die Augsburger Basketballer auf künftige Aufgaben vor. Am Dienstag wurde gelaufen und in der Halle trainiert, am Donnerstag Ausgleichssport wie Beachvolleyball oder Radfahren betrieben.

Deutlich fitter als vor einem Jahr sollen die Spieler in die Saison gehen, außerdem sollen sie eine andere Einstellung mitbringen und aus den Fehlern in der Anfangsphase der vergangenen Saison lernen. Basketball soll Hobby bleiben und Spaß machen, der Leistungsgedanke soll dennoch mehr Raum einnehmen. Kurz: Der TVA will den Spagat zwischen Freizeit- und Leistungssport schaffen. Auf dem Spielfeld soll sich das darin zeigen, dass die Spieler einen klaren Plan verfolgen. Mosig erklärt, er liebe das Verteidigen. Eine geordnete Defensive soll den Spielern als Basis dienen, um sich offensiv zu entfalten. Da die Corona-Einschränkungen jüngst gelockert wurden, sind im Training nun wieder Zweikämpfe und Spielformen erlaubt, Laufwege studieren die TVA-Spieler schon länger ein.

In der Basketballabteilung des TVA soll sich strukturell etwas verändern

Martini und Mosig wollen strukturell etwas verändern. Nicht nur innerhalb der ersten Mannschaft wollen sie den Teamgedanken stärken, sie wollen die gesamte Basketballabteilung des TVA zusammenführen. Spieler aus dem Erwachsenenbereich sollen als Jugendtrainer eingebunden werden, der Verein soll als Gemeinschaft erlebt werden. Der Plan dahinter: Ist ein Spieler im Klub integriert, bleibt er länger, bringt mehr Leistung und kann Negativerlebnisse besser verarbeiten.

Bislang steht Manuel Schmitt (BG Stadtbergen/Leitershofen) als Neuzugang fest. Mosig wehrt sich grundsätzlich nicht gegen weitere Zugänge, Bedarf sieht er allerdings keinen. Auf allen Positionen sei sein Team dreifach besetzt. „Ich finde den Kader super“, so der Coach. „Ich werde nicht aktiv suchen.“

Seine Aufgabe sieht er jetzt darin, das Potenzial der Mannschaft abzurufen. Mosig hinterlässt allgemein einen selbstbewussten Eindruck, beim Saisonziel indes stapelt er tief. „Ziel wird sein, die Liga zu halten.“ Und das auf sportlichem Weg.

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